Anziehend führen: Das 10er-Prinzip

 

Eine Führungskraft ist eine Führungskraft. Eben nicht! Denn wirklich gut führen können nur echte Persönlichkeiten. Warum das so ist und was gute Führungskräfte auszeichnet, wissen wir und verraten es Ihnen gerne.

 

Warum 10er-Typen anziehender führen

Stellen Sie sich doch einmal folgende Situation vor: Sie befinden sich in einem wunderschönen Lokal in Erwartung eines fulminanten Abendessens. Die Karten für dieses Event haben Sie gewonnen, eine Begleitung gibt es leider nicht. Dafür aber freie Platzwahl und an jedem Tisch im Raum ist noch ein Platz frei. Sie haben also die Wahl, wer Ihnen heute Gesellschaft leisten darf und sollten diese Wahlmöglichkeit auch nutzen, denn der Abend wird lang. Sieben Gänge versprechen zwar eine kulinarische Erlebnisreise der Extraklasse, erfordern aber auch einiges an Zeit. Sehen Sie sich um, wer bereits an den anderen Tischen sitzt. Picken wir uns einmal nur die beiden Extreme heraus und lassen die breite Mitte außen vor. An Tisch eins sitzt ein ganz in seine Gedanken vertiefter Mann, der offenbar so in Zeitnot geriet, dass keine Zeit für eine Rasur blieb. Er wendet sich vom Geschehen ab und scheint mit sich beschäftigt zu sein. Von Tisch zehn strahlt Ihnen ein offenes Lächeln entgegen. Der gut gekleidete Herr zeigt sich interessiert an seiner Umgebung und strahlt eine gewisse Routine aus. Dieser Abend scheint kein ungewohntes Terrain für ihn zu sein. Natürlich gibt es da auch die adrette Dame, die ins Gespräch mit ihren Tischnachbarn vertieft ist, Ihnen aber ein flüchtiges Lächeln zuwirft und den jungen Herrn, der die ganze Runde am Tisch gut zu unterhalten scheint. Entscheiden Sie sich aber bewusst zwischen Tisch eins und Tisch zehn – welchen Platz wählen Sie?

 

Fast ausnahmslos wird die Antwort nun die eine sein: Tisch zehn! Und das hat gute Gründe, die psychologisch klar nachvollziehbar sind. Möglicherweise waren Sie unsicher und der kompetente Herr an Tisch zehn vermittelte Ihnen eine gewisse Sicherheit. Ganz einfach, weil er souverän wirkte. Oder Sie fühlten sich von seinem offenen Lächeln angesprochen und erhofften sich einen interessanten Gesprächspartner. Was es im Detail auch war, Ihre Entscheidung war sicher zum großen Teil eine egoistische, schließlich geht es Ihnen in erster Linie darum, wie angenehm der Abend für Sie persönlich wird. Angenehm sollte es auch im beruflichen Umfeld für alle Beteiligten sein. Genau das verspricht ein Chef, der ein echter 10er-Typ, wie der soeben gewählte Tischnachbar, ist, zu vermitteln.

1er typ
Der 1er-Typ

 

Die Charakteristik des 10er-Typs

Natürlich sind die Grenzen in unserem Beispiel besonders scharf gezogen und in der Mitte tummeln sich zahlreiche weitere Typen. Entscheidend ist aber die herausstechende Persönlichkeit des 10er-Typs. Je näher eine Führungskraft an die Zehn rückt, umso besser sind auch die Fähigkeiten, gut zu führen. Es zeigt sich eine klare Charakteristik des 10er-Typs. So sind diese ausnahmslos sehr souverän und das nicht nur scheinbar, sondern auch tiefergehend. Ein 10er-Typ ist Experte seines Fachs und strahlt daher eine gefestigte Sicherheit aus, besitzt ergänzend aber ein gutes Maß an Soft Skills, die diese Souveränität untermauern. Konkret wissen 10er-Typen also genau, was sie tun und wie sie es tun. Sie grenzen sich von 1er-Typen und auch von soliden 7er-Typen ab und sind Führungskräfte, denen Mitarbeiter nicht nur folgen, sondern auch folgen wollen. So einen Chef wünscht sich doch jeder, oder? Oder möchte vielleicht auch selbst so jemand sein.

10er typ
Der 10er-Typ

 

10er-Chefs sind besser fürs Team

Routiniert aber weltoffen, hilfsbereit aber durchdacht, motivierend aber konstruktiv kritisierend – so agieren 10er-Typen als Führungskräfte. Letztlich vor allem ein Gewinn fürs Team, denn der anziehende Führungsstil macht sich für alle gleichermaßen bezahlt. Dank seiner positiven Rhetorik zieht dieser Chef an, statt abzustoßen. Ein einfaches Beispiel: Ein Kunde hat einen sehr speziellen Wunsch, dessen Umsetzung nicht einfach wird. Der 1er-Chef würde nun missmutig äußern, dass es ein schwerwiegendes Problem gibt, wohingegen der 10er-Typ besonnen von einer Anfrage sprechen würde. Ersterer säße möglicherweise mit verschränkten Armen da, während Letzterer eine offene Geste in Richtung der anderen Anwesenden machte. Bemerken Sie den Unterschied? Solche kleinen Kniffe, sei es in der Wortwahl oder der begleitenden Körpersprache, machen den Unterschied. Nicht jede Führungskraft ist zwangsläufig ein 10er-Typ, jede gute Führungspersönlichkeit ist dies aber sehr wohl.

10er Pyramide

 

Persönliche Skala erklimmen

Nun wird kaum jemand als 10er-Typ geboren. Das Festigen der eigenen Persönlichkeit hängt von vielen Dingen, vor allem aber von der eigenen Erfahrung und der persönlichen Motivation ab. Führungsskills können Sie lernen, wenn Sie nicht irgendwie, sondern gut und gewinnbringend für alle im Team führen möchten. Die eigene Expertise stärken Sie mit passenden Weiterbildungen in Ihrem Fachgebiet, Führungsskills mit gezielten Trainings. Möglicherweise ist auch eine vorgeschaltete Karriereberatung für Sie interessant. Wichtig ist, dass Sie den nächsten Schritt wagen, um am Ende durch Ihre Persönlichkeit einen Unterschied machen zu können. Wäre das nicht genau das Richtige für Sie?