Exzellent ausgebildet, Mutter, übersehen: Yalda Uyani erzählt ihre #meintribe-Geschichte

Exzellent ausgebildet, Mutter, übersehen: Yalda Uyani erzählt Ihre #meintribe-Geschichte

“Ich habe trotz exzellenter Noten über 100 Bewerbungen geschrieben.” – Yalda Uyani erzählt ihre Geschichte

Im Grunde hat Yalda Uyani alles, was sich Unternehmen wünschen. Ein überdurchschnittlich abgeschlossenes Studium, mehrere Jahre Berufserfahrung – einige davon im Ausland – und spricht sechs Sprachen fließend. Trotzdem blieb ihre Jobsuche lange Zeit erfolglos, weil sie Frau und Mutter ist. Lies hier die ganze Story und was wir tun müssen, um faire Arbeitsbedingungen für junge Mütter zu schaffen.

 

 

Überqualifiziert und unterfordert

“Ich hatte mich ein Jahr lang auf verschiedensten Stellen beworben. Ich habe über 100 Bewerbungen geschrieben, es kam jedesmal eine Absage, das konnte ich mir nicht erklären. Ich solle mich bei Fastfood-Ketten bewerben nach und einer Vollzeitstelle suchen. Deswegen bin ich auch 3-4 Monate lang kellnern gegangen, weil es finanziell nicht mehr weiterging…

 

berichtet Yalda Uyani, als wir uns zum Gespräch treffen. Ihre Bewerbungsphase verwundert und verärgert sie heute noch, denn sie kann nicht nachvollziehen, warum sie so viele Ablehnungen bekam, obwohl ihr Profil doch stets auf die ausgeschriebene Stelle passte. Sie berichtet uns, dass sie sich auch mit den „Bewerbungen sehr viel Mühe gegeben“ habe, zusätzlich einen bekannten Richter und eine Freundin im HR-Management um Rat gebeten hat, damit auch alles passt. Dann folgte immer wieder die gleiche Spirale: Stolz beim Abschicken der Bewerbung, Anspannung während der Wartezeit auf eine Antwort, immer größer werdende Zweifel, wenn die Wartezeit länger und länger wurde und schließlich die totale Enttäuschung, als das Nein im Briefkasten lag. Woran lag es, dass sie bei ihrem Lebenslauf immer wieder scheiterte? Yalda selbst konnte sich das nicht erklären. Das Fazit ihrer Bekannten war lediglich ein niederschmetterndes „Du hast einen akademischen Abschluss und bist schwer vermittelbar!

 

 

Ausgezeichnete Noten, aber keinerlei Chance

Schließlich bekam Yalda die Empfehlung, sich bei Fastfood-Ketten zu bewerben. Das war absolut nicht das, was sie wollte, aber „am Ende habe ich es dann doch gemacht, weil ich ja meinen Lebensunterhalt verdienen musste“, blickt sie heute auf diese Zeit zurück. „Ich ging einige Monate kellnern, aber ich war dort überhaupt nicht glücklich. Mein Selbstbewusstsein war so weit unten, dass ich mich von meinem Restaurantleiter permanent anschreien ließ“ resümiert sie diese Zeit und versteht rückblickend selbst nicht, warum sie sich so hat behandeln lassen. „Wenn ich zurückdenke, hat mir das so viel Selbstvertrauen geraubt und ich kam mir so klein vor“ – ein Gefühl, das noch größer wurde, als sie auf einen ehemaligen Kommilitonen stieß. „Er hatte keine Praktika gemacht und hatte auch keine ausgezeichneten Noten. Ich hatte einen Schnitt von 1,8, während er einen von 3 hatte. Aber während ich noch suchte, bekam er innerhalb von drei Monaten einen Job.“

Man merkt Yalda die Enttäuschung und auch das Unverständnis ob dieser Situation deutlich an. Nachvollziehbar, denn obwohl sie augenscheinlich besser qualifiziert war, gab ihr trotzdem niemand eine Chance. Lag es daran, dass sie eine Frau war? Oder an ihrem Migrationshintergrund? Möglich wäre es, so zeigte doch eine große Studie des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration bereits vor einigen Jahren, dass Menschen mit Migrationshintergrund deutlich mehr Bewerbungen schreiben müssen, als solche ohne, und Frauen generell werden laut einer Untersuchung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) bei gleichen Voraussetzungen trotzdem schlechter eingestuft.

 

#metoo am eigenen Leib erfahren

Nach einer intensiven Bewerbungsphase fand Yalda schließlich einen besseren Job, von dem sie sich viel versprach. Doch ihr Vorgesetzter übertrat mehr und mehr die Grenzen. Yalda blickt zurück: „Er versuchte meine Hand zu halten, und bestellte mich einfach so, ohne tatsächlichen Grund in sein Büro und sah mich einfach nur an“. Das war ihr unangenehm. Irgendwann so sehr, dass sie sich an ihre Vorgesetzte wandte. Diese wollte sich kümmern, doch was dann geschah, traf Yalda völlig unerwartet. „Am letzten Tag meiner Probezeit bekam ich die Kündigung. Das war wirklich ein Schock, weil ich vorher immer nur Lob und Anerkennung für meine gute Arbeit bekam.“ Heute vermutet Yalda, dass ihre mangelnde Bereitschaft auf die Annäherungsversuche des Managers im Unternehmen zur Kündigung führte. Ernüchtert resümiert sie heute, wie das Berufsleben für Frauen auszusehen scheint: „Entweder sie fliegen raus, oder sie gehen, Belästigung am Arbeitsplatz wird verschwiegen.“ Erneut musste sie sich also bewerben und nach einer neuen Stelle umsehen, obwohl sie fachlich hervorragende Arbeit leistete.

 

Yalda`s Geschichte – #kttribe

 

Mit Kind im Job: Immer noch ein Problem

„2015 glaubte ich, endlich beruflich angekommen zu sein“ sagt Yalda und fügt bedauernd hinzu: „Bis ich meinem Chef von der Schwangerschaft erzählte. Ab da änderte sich alles schlagartig.“ Verstand sie sich bis zu diesem Moment mit Kollegen und Vorgesetzten ausgezeichnet, wurde sie ab diesem Tag „fertiggemacht“ Es folgten Vorwürfe, sie habe bewusst verschwiegen, dass sie eine Familie gründen wolle und wolle dem Unternehmen schaden. Dabei stimmte das ganz und gar nicht. Yalda selbst sagt dazu: „Im Vorstellungsgespräch hatte ich gesagt, dass ich eine intakte Familie habe und wenn es so weit ist, dass das Kind gut versorgt wird und kein Problem für die Arbeit selbst darstellt.“ Doch das änderte nichts, der Chef machte sie Tag für Tag runter und ihr das Leben im Büro schwer. Die Situation änderte sich erst, als er trotz seiner Suche keinen adäquaten Ersatz für Yalda fand. Das Klima wurde wieder besser und Yalda sollte nach ihrer Elternzeit in den Job zurückkehren. Doch bereits am ersten Tag bekam sie die Kündigung. Ein erneuter Schlag, der sie ohne eigenes Verschulden traf.

 

Motivation trotz Rückschlägen bewahrt

Heute ist Yalda arbeitslos. Aber das bringt sie nicht davon ab, sich weiterhin zu bemühen und alles zu geben, um endlich beruflich anzukommen und wertgeschätzt zu werden. Sie möchte für sich und ihren Sohn sorgen können und ihre Qualifikationen endlich einbringen dürfen, ohne über unsinnige überholte Hürden stolpern zu müssen. Weder die Tatsache, dass sie eine Frau ist noch ihre Mutterrolle hindern sie daran, exzellente Arbeit leisten zu können. Yalda schwärmt von mutigen und erfolgreichen Frauen und lässt sich von Vorbildern inspirieren:

 

„Frauen trauen sich auch allgemein weniger zu und sind zu selbstkritisch. Ich habe das Buch von Sheryl Sandberg, CEO von Facebook, gelesen und sie sagt auch immer, das Frauen an sich selbst zweifeln, während Männer sich alles zutrauen, obwohl sie nicht für einen Job geeignet sind. Frauen müssen erstmal an sich selbst glauben und mehr Selbstvertrauen aufbauen.“

 

Yalda`s Geschichte – #kttribe

 

Faires New Work ermöglichen

Bei karriere tutor® bildete sich Yalda zuletzt zur Online-Marketing-Managerin weiter und möchte in diesem Beruf Fuß fassen. Sie selbst sieht die Lage optimistisch, wenn wir es denn als Gesellschaft schaffen, einige Dinge zu ändern und mehr Raum für Bedürfnisse von berufstätigen Eltern ermöglichen. Allein die Frage der Kinderbetreuung wäre doch einfach zu lösen, regt Yalda an, schließlich habe ihre eigene Mutter vor 25 Jahren schon eine Kita für die Kinder am Arbeitsplatz gehabt. In Afghanistan, wohlgemerkt. Dass hier auch in Deutschland künftig deutlich mehr passiert, hofft sie sehr.

Sie sieht für sich im New Work Chancen, um endlich Familie und Job wirklich gut miteinander vereinbaren zu können. Mehr Flexibilität im Job, offenere Angebote für Eltern, konkret die bereits angesprochene Betriebs-Kita wäre so ein Schritt in die richtige Richtung, der auch keinem Unternehmen wehtun dürfte. Denn letztlich „ist der Ausfall einer qualifizierten Mitarbeiterin teurer als wenn ein bis zwei Erzieherinnen beauftragt werden, die die Kinder betreuen“ stellt Yalda objektiv fest. Was wir außerdem tun könnten, greifen wir im Opener unserer #meintribe-Kampagne ausführlicher auf, lies gerne nach. Wir selbst stehen als modernes Unternehmen stellvertretend für eine Arbeit 4.0, wie sie möglich ist und sein sollte, um möglichst vielen Menschen berufliche Freiheit und Erfolg zu ermöglichen. Am Ende profitieren davon beide Seiten: Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

 

Ist #meinTribe auch dein Tribe?

Ging es dir auch schon einmal wie Yalda? Bist du selbst an Grenzen gestoßen, die im Jahr 2018 endlich abgeschafft gehören? Was braucht moderne Work-Life-Balance für dich und wie können wir dieses Ziel gemeinsam erreichen? Erzähl uns gerne deine eigene Geschichte! Dies kannst du zum Beispiel über unsere Social-Media-Kanäle tun: