Teilzeitstellen werden immer begehrter. 2019 arbeiteten laut Statistischem Bundesamt insgesamt 29,2 Prozent aller Erwerbstätigen in Teilzeit. Allerdings beziehen sich nur rund 9 Prozent aller ausgeschriebenen Stellenangebote auf Teilzeitarbeitsstellen. Die Jobs sind rar und damit heiß begehrt. In unserem Blogbeitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie die Suche nach einem Teilzeitjob erfolgreich angehen. Eine erste Anlaufstelle ist die Jobbörse der Agentur für Arbeit. Wie Sie diese für sich nutzen und Ihren Teilzeit-Traumjob finden, erfahren Sie hier.

Teilzeitstellen – nur relevant für Frauen, die aus der Elternzeit zurückkehren?

Keine Frage, für viele Eltern ist das Vereinbaren einer beruflichen Vollzeittätigkeit mit der Kinderbetreuung eine große Herausforderung. Daher entscheiden sich viele Eltern – zum Großteil sind das immer noch die Mütter –, nach der Babypause den Wiedereinstieg in das Arbeitsleben in Form einer Teilzeitstelle anzugehen. Eine Umfrage des Portals statista ergab, dass 36 Prozent aller Befragten nach der Geburt des Kindes bzw. dem Ende der Elternzeit ihre Arbeitszeit reduzieren wollen.

Erhöhung der Lebensqualität, bessere Work-Life-Balance, Zeit für andere (berufliche) Projekte – was auch immer der Grund ist, warum Sie sich entschieden haben, in Teilzeit zu arbeiten: Machen Sie sich bewusst, was Ihre Erwartungen an den neuen Job sind. Das hilft Ihnen sicher bei Ihrer Suche nach der passenden Stelle.

Wo finden Sie die heiß begehrten Teilzeitstellen?

Ihre Möglichkeiten, nach Teilzeitstellen zu suchen, sind heutzutage vielfältig. Gerade im Internet haben Sie über Online-Jobbörsen die Möglichkeit, gezielt nach bestimmten Kriterien zu filtern und sich nur die für Ihre Suchkriterien passenden Ergebnisse anzeigen zu lassen.

Erste Anlaufstelle: Jobbörse der Arbeitsagentur

Auf Ihrer Suche nach einem passenden Teilzeitjob bietet sich Ihnen als erste Anlaufstelle die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit. Die Datenbank der Arbeitsagentur ist sehr groß und die Nutzung der Jobbörse für Sie völlig kostenfrei. Mit über 1,7 Millionen Stellen steht die Jobbörse der Arbeitsagentur anderen Online-Stellenbörsen in nichts nach. Besonders hilfreich sind die detaillierten Filter und Suchmöglichkeiten, die Sie in der erweiterten Suche einstellen können, um gezielt Teilzeitstellen angezeigt zu bekommen.

So nutzen Sie die Jobbörse der Arbeitsagentur für Ihre Suche nach einem Teilzeitjob

  1. Besuchen Sie die Website der Bundesagentur für Arbeit. Unter dem Menüpunkt „Weitere Internetauftritte“ finden Sie den direkten Link zur Jobbörse.
  2. Geben Sie bei den Suchkriterien Ihre gewünschte Tätigkeit ein. Befüllen Sie mindestens die Felder, die angeben, WAS Sie suchen und WO Sie suchen. So grenzen Sie die Suchergebnisse ein und erhalten nur Stellenanzeigen, die auf Ihr Profil passen. Es ist nicht notwendig, dass Sie im kleinsten Detail angeben, welche Art von Tätigkeit Sie ausüben möchten. Es reicht schon, ein Schlagwort wie zum Beispiel „SAP“ oder „Projektmanagement“ anzugeben, um die Suche entsprechend einzugrenzen.
  3. Klappen Sie die weiteren Suchkriterien aus, um ergänzende Filter zu nutzen. Wichtig: An dieser Stelle können Sie gezielt nach Teilzeitstellen suchen. Es stehen Ihnen verschiedene Teilzeitmodelle zur Auswahl. Falls Sie schon konkrete Vorstellungen haben, WANN Sie arbeiten können und möchten, kreuzen Sie das entsprechende Feld an. Ansonsten lohnt es sich, alle Teilzeit-Felder auszuwählen.

In unserem Schaubild zeigen wir Ihnen, wie Sie die Suchkriterien exakt auf die Suche nach Teilzeitstellen abstimmen können.

Suchkriterien

Tipp: Falls Sie Ihren Suchauftrag speichern möchten, registrieren Sie sich zuvor kostenlos bei der Arbeitsagentur.

Unterstützung von Ihrem Berater der Arbeitsagentur holen

Sagen Sie Ihrem Berater der Arbeitsagentur im persönlichen Gespräch, dass Sie nur in Teilzeit arbeiten können oder möchten und wie viele Stunden Ihnen hierfür in der Woche zur Verfügung stehen. Diese Informationen helfen Ihrem Berater beim nächsten Termin mit einem Unternehmen, in dem er Sie als passenden Mitarbeiter vorstellt. Sie haben überdies noch weitere Möglichkeiten, mithilfe des Arbeitsamtes auf Jobsuche zu gehen.

3 Praxistipps zum Schluss

Natürlich müssen Sie sich nicht vollständig auf die Suche über die Arbeitsagentur verlassen. Neben den Möglichkeiten der Jobsuche über das Arbeitsamt stehen Ihnen viele weitere Optionen wie andere Online-Stellenbörsen zur Verfügung, die Sie zusätzlich nutzen können und sollten. Wir geben Ihnen 3 Tipps, wie Sie diese spezifisch für Ihre Suche nach Teilzeitstellen nutzen:

  1. Automatische Suchaufträge auf Online-Stellenbörsen

Vergeben Sie automatische Suchaufträge an die gängigen Online-Stellenbörsen wie stepstone.de oder jobware.de. Hinterlegen Sie als Schlagwort „Teilzeit“ und eventuell weitere Stichwörter wie bestimmte Jobtitel, z. B. „Online Marketing Manager“, oder Tätigkeitsbereiche wie „Online Marketing“. Anschließend können Sie sich einen Alert einrichten, sodass Sie von den Jobbörsen automatisiert per E-Mail benachrichtigt werden, sobald es eine neue passende Teilzeitstelle für Sie gibt.

  1. Auch auf Vollzeitstellen bewerben

Bewerben Sie sich auch auf Vollzeitstellen, wenn das Jobprofil sehr gut zu Ihnen passt. Nicht jedes Unternehmen gibt in den Stellenanzeigen an, ob Teilzeit eine Option wäre. Sollte es zu einem Bewerbungsgespräch kommen, haben Sie die erste Hürde geschafft und schon einmal einen Fuß in der Tür. Wenn Sie im Gespräch das Gefühl haben, dass die Firma Sie unbedingt haben möchte, können Sie am Ende des Gesprächs nachfragen, wie flexibel die Arbeitszeiten sind und ob eine reduzierte Arbeitszeit mit Home-Office-Anteil oder auch ein Jobsharing möglich wäre. Im persönlichen Gespräch ist das viel einfacher, als gleich im Bewerbungsanschreiben mit der Tür ins Haus zu fallen.

  1. Nach Home-Office-Arbeitsplätzen und Jobs mit flexiblen Arbeitszeiten suchen

Wenn die täglichen Pendelzeiten im Berufsverkehr wegfallen und Sie sich Ihre Arbeitszeiten flexibel nach Ihren Bedürfnissen einteilen können, könnte für Sie vielleicht doch eine Vollzeitstelle in Frage kommen. Halten Sie bei Ihrer Jobsuche also bewusst auch die Augen nach solchen Optionen offen.

Fazit

Teilzeitstellen sind rar und demnach heiß begehrt. Oft benötigen Bewerber bei ihrer Suche nach einer passenden Stelle viel Geduld und Kompromissbereitschaft.

Machen Sie sich bewusst, welche Anforderungen an Ihre neue Stelle aufgrund Ihrer Lebenssituation und persönlichen Einschränkungen bestehen. Überlegen Sie, welche festen privaten Termine für Sie unverhandelbar sind (z. B. die Kinder jeden Tag um 16 Uhr von der Kita abholen) und wo Sie dafür Ihrem zukünftigen Arbeitgeber entgegenkommen können. So können Sie beispielsweise morgens früher anfangen oder abends Arbeitszeit nachholen, wenn die Kinder im Bett sind.

Seien Sie kreativ und zeigen Sie Ihrem potenziellen Arbeitgeber proaktiv Lösungsmöglichkeiten auf. Sollte er Ihnen flexible Arbeitszeiten oder eine Home-Office-Regelung anbieten, könnte sogar ein entsprechender Vollzeitjob für Sie infrage kommen.

Obwohl die Arbeitslosenquote von jungen Akademikern relativ gering ist, folgt nicht immer direkt nach dem Abschluss des Studiums gleich der erste Job. Was für diejenigen Hochschulabsolventen, die etwas länger suchen müssen, bis der Jobeinstieg gelingt, umso frustrierender sein kann. Warum dies aber keinesfalls ein Anlass ist, Trübsal zu blasen, und was Sie tun können, um die Zeit zwischen Bachelor oder Master und Job bestmöglich zu nutzen, lesen Sie in diesem Artikel.

 

Nach dem Studium auf Jobsuche

Ist die letzte Klausur geschrieben und die Masterarbeit bestanden und neigt sich die Zeit an der Uni dem Ende zu, sind die meisten Absolventen voller Vorfreude auf ihren ersten „echten“ Job. Doch leider lässt dieser manchmal etwas länger auf sich warten. Zwar ist die Arbeitslosenquote bei Akademikern laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit  insgesamt recht niedrig. Aber insbesondere in geisteswissenschaftlichen Studiengängen wie Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaften wie Germanistik und Skandinavistik und Studiengängen im Bereich Verlagswesen und PR werden Absolventen manchmal nicht gleich eingestellt. Dann lohnt es sich, die Zeit zwischen Abschluss und Jobantritt zu nutzen, denn dies kann deutlich schneller auf die Erfolgsspur führen, als ausschließlich auf eine Stelle zu warten.

 

Überbrückungsmöglichkeiten für Uni -Absolventen

Wenn Sie in Ihrem Studienfach zu denjenigen gehören, die nach der Uni erst einmal in die Arbeitslosigkeit geraten, ist das absolut kein Grund zu verzweifeln. Erstens ist es nicht ungewöhnlich. Zweitens haben Sie ja einen abgeschlossenen Hochschulabschluss und drittens können Sie die Übergangszeit bis zu Ihrem beruflichen Einstieg nutzen, um von dem vermeintlichen Umweg auf eine ungeahnte Erfolgsspur zu gelangen. Denn Ihre Ausgangslage mit einem Hochschulabschluss in der Tasche ist top. Sie haben kein „08/15“-Profil? Umso besser! Dann nehmen Sie auch nicht die üblichen Trampelpfade, sondern finden Sie Ihren eigenen Weg. Vielleicht fehlen Ihnen nur noch ein paar besonders gefragte Fähigkeiten für Ihren Traumjob, um endlich durchstarten und Ihre Motivation unter Beweis stellen zu können.

 

Druck rausnehmen und Profil schärfen

Wichtig ist, dass Sie sich keinen Druck machen, wenn es nach Ihrem Abschluss einige Wochen oder Monate nicht weiterzugehen scheint. Bleiben Sie aktiv und halten Sie Ausschau nach passenden Stellen, aber verschenken Sie die Wartezeit nicht, wenn Sie den richtigen Job nicht gleich finden. Es gibt drei hervorragende vermeintliche Umwege, mit denen Sie den Wert Ihres Bewerberprofils erhöhen und dadurch sicher zeitnah Ihre Traumstelle finden werden.

 

Drei Umwege, die für Sie zu Ihrem Erfolgsweg werden könnten

Was ist der richtige Weg, wenn es nach der Uni nicht gleich mit dem Job klappt? Verbessern Sie Ihre Chancen auf einen attraktiven Job, indem Sie zum Beispiel einen dieser drei Wege einschlagen:

Recherchieren Sie im ersten Schritt nach offenen Stellenangeboten bei Ihren Wunsch-Arbeitgebern und überprüfen Sie, welche Anforderungen dort gestellt werden. Wird ein Faktor besonders häufig genannt, ist dies ein Wegweiser, welcher der drei Wege Sie über einen kleinen Umweg schnell zum Ziel „Traumjob“ führen kann.

Wird z. B. Berufserfahrung verlangt, können Sie diese mithilfe eines Praktikums erwerben. Sind bestimmte Kenntnisse, z. B. in einer Software oder in einem speziellen Fachgebiet, nötig, kann Ihnen eine Weiterbildung dieses Wissen zeitnah vermitteln. Und ist Ihr potenzieller Arbeitgeber ein international tätiges Unternehmen, können neu erworbene Fremdsprachenkenntnisse Ihr Türöffner zu einem Job sein.

 

Über ein (gefördertes) Praktikum zum Traumjob

Berufserfahrungen sind unglaublich wertvoll, wenn Sie sich auf eine offene Stelle bewerben. Doch während des Studiums bleibt nicht immer ausreichend Zeit für ein längeres Praktikum. Nutzen Sie die Zeit nach Ihrem Abschluss, um über ein solches wichtige berufliche Erfahrungen zu sammeln und möglicherweise so bereits den ersten Fuß in der Tür Ihres Wunsch-Arbeitgebers zu haben. Denn, wenn Sie im Praktikum überzeugen, stehen die Chancen auf eine Übernahme in Festanstellung deutlich besser, als wenn Sie sich als völlig Unbekannter bei einem Unternehmen bewerben.

Unter bestimmten Voraussetzungen, zum Beispiel der Tatsache, dass das Praktikum wichtige fehlende Kenntnisse vermittelt, kann diese Maßnahme sogar mittels Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein von der Agentur für Arbeit  gefördert werden.

Dank Weiterbildung zur ersten Stelle nach der Uni

Die Lehrpläne der Studiengänge an deutschen Hochschulen werden in der Regel nicht jedes Jahr komplett neu aufgestellt. Deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie an der Uni nicht mit der neuesten Technik und der jüngsten Software in Berührung kamen. Im Berufsleben wird aber erwartet, dass Sie auf dem aktuellen Stand sind. Je besser Ihr Know-how im Umgang mit moderner Software oder den in Unternehmen eingesetzten Tools, umso größer Ihre Chance, beim Bewerbungsgespräch positiv aufzufallen. Und umso größer auch die Chance, beim Online-Vorstellungsgespräch  zu überzeugen, statt durch Technikpannen unangenehm in Erinnerung zu bleiben.

Informieren Sie sich, ob in den Stellenanzeigen der für Sie relevanten Jobs bestimmte Digitalkompetenzen gefordert werden, und nutzen Sie die Übergangszeit zwischen Uni und Job, um sich diese anzueignen.

Dies können allgemeine digitale Kompetenzen sein, wie beispielsweise der Aufbau Ihrer Digital Literacy, also das allgemeine Erfassen und Verstehen digitaler Inhalte. Die Digital Literacy gehört zudem zu den neun unverzichtbaren Fähigkeiten für die digitale Arbeitswelt.  Oder aber Sie eignen sich wichtiges Know-how im Umgang mit einer Software an. SAP zum Beispiel wird in zahlreichen Unternehmen eingesetzt, weshalb der Nachweis von Fachkenntnissen ein echter Pluspunkt für Ihr Bewerberprofil sein kann.

 

Persönliche Kompetenzen erweitern

Übrigens achten Unternehmen längst nicht nur auf die fachliche Qualifikation, sondern besonders auch darauf, ob der Bewerber persönlich gut ins Team zu passen verspricht. Gefragt sind unter anderem persönliche Kompetenzen wie:

Denn diese tragen viel dazu bei, dass die Teamkollegen untereinander gut harmonieren und das Team dementsprechend gute Arbeit für das Unternehmen erbringen kann. Wenn Sie also nach Ihrem Studium fachlich top ausgebildet sind, aber nicht gleich eine Stelle finden, investieren Sie diese Zeit, um sich persönlich weiterzuentwickeln. Sei es im Bereich Selbstmanagement, um eine möglichst effiziente und zu Ihren Bedürfnissen passende Arbeitsweise zu etablieren, oder auf dem Gebiet der Rhetorik und Kommunikation, um Ihr Bewerberprofil dadurch vielseitiger zu machen. Zeit für persönliches Wachstum zu nutzen, ist immer hervorragend verbrachte Zeit.

 

Sprachkenntnisse vertiefen  und Stelle finden

Möglicherweise erscheint es auf den ersten Blick nicht sehr sinnvoll, frisch auf Jobsuche erst einmal zu verreisen. Doch es lohnt sich, wenn Sie die Reise nutzen, um beispielsweise Sprachkenntnisse aufzubauen. Denn wenn Sie eine Fremdsprache beherrschen, verschafft Ihnen das viele Vorteile, die auch potenzielle Arbeitgeber interessieren:

Eine oder mehrere Fremdsprachen zu sprechen, erhöht Ihre Chancen auf eine interessante Stelle nach der Uni also deutlich. Informieren Sie sich unbedingt auch darüber, wo die großen Arbeitgeber Ihrer Wunschbranche Geschäfte machen, und investieren Sie in einen Sprachkurs der Landessprache der Geschäftspartner.

Tipp: Lesen Sie in diesem Artikel zur Jobsuche über das Arbeitsamt  weiter, wie Ihnen eine Suche mithilfe eines Beraters der Agentur für Arbeit dabei helfen kann, genau die richtige Stelle für Ihr Profil zu finden. Ein lesenswerter Artikel, egal ob Sie arbeitslos oder noch in den letzten Zügen Ihres Studiums sind.

 

Wenn Sie auf der Suche nach einem neuen Job sind, ist die Suche über das Arbeitsamt ein guter Ausgangspunkt. Doch wie funktioniert die Jobsuche über das Arbeitsamt und ist sie an bestimmte Bedingungen geknüpft? Wir geben fünf Tipps, damit Sie den passenden Job über das Arbeitsamt schneller finden können.

Erste Anlaufstelle für die Jobsuche

Das Arbeitsamt, offiziell die Agentur für Arbeit, ist eine der wichtigsten Anlaufstellen, wenn Sie auf der Suche nach einer neuen Stelle sind. Sofern Sie Arbeitslosengeld 2 („Hartz 4“) beziehen, ist das Jobcenter der richtige Ansprechpartner für Sie.

In folgenden anderen Fällen kann Ihnen direkt die Arbeitsagentur bei der Jobsuche weiterhelfen:

Grundsätzlich hat laut Sozialgesetzbuch I jeder Anspruch auf eine Beratung, konkret auf eine, die „richtig, unmissverständlich und umfassend“  ist. Sie können den Service der Agentur für Arbeit also in jedem Fall nutzen, auch dann, wenn Sie noch unsicher sind, ob Sie wirklich eine neue Stelle annehmen möchten.

Wenn Sie das Arbeitsamt für Ihre Jobsuche nutzen wollen, gibt es verschiedene Dinge, die Sie wissen sollten. Die fünf häufigsten Fragen und fünf hilfreiche Tipps für die Jobsuche über das Arbeitsamt lesen Sie im Folgenden.

 

1. Wie funktioniert die Jobsuche über das Arbeitsamt?

Ein wichtiger Tipp für die Jobsuche über das Arbeitsamt ist, sich zunächst über die verschiedenen Möglichkeiten der Stellensuche zu informieren. Denn die Arbeitsagentur bietet verschiedene Optionen, die Sie zu Ihrem neuen Job führen können. Eine davon ist das Gespräch mit einem Berater der Agentur für Arbeit. Solch ein Gespräch können Sie nutzen, wenn Sie den Wunsch nach einer beruflichen Beratung haben oder sich arbeitssuchend melden wollen. Ob Sie aktuell Leistungen beziehen, ist dabei zweitrangig, ein Beratungsgespräch steht Ihnen in jedem Fall zu.

Eine andere Möglichkeit ist, direkt online nach passenden Stellen zu suchen. Denn das Arbeitsamt führt mit der „Jobbörse“ ein eigenes Webportal für die Stellensuche. Rund 1,5 Millionen freie Stellen werden dort gelistet – eine Zahl, die zeigt, dass die Jobbörse der Arbeitsagentur es durchaus mit anderen Online-Stellenbörsen aufnehmen kann. Unter jobboerse.arbeitsagentur.de  erreichen Sie das besagte Online-Portal.

2. Wie unterscheidet sich die Jobsuche mit und ohne Beratungstermin?

Wenn Sie nicht allein in der Datenbank der Jobbörse recherchieren, sondern eine Beratung in Anspruch nehmen möchten, gibt es auch hier Tipps für die Jobsuche. Über das Arbeitsamt können Sie gemeinsam mit Ihrem zuständigen Berater bzw.  Arbeitsvermittler ein Bewerberprofil einrichten. Dies kann zwar jeder für sich auch direkt online anlegen, aber mit einem Berater an Ihrer Seite können Sie den Umfang des Portals besser überblicken und die optimalen Einstellungen in Ihrem Profil vornehmen. So kann Ihnen Ihr Berater beispielsweise folgende Tipps geben:

Ihr Bewerberprofil kann dabei komplett anonymisiert veröffentlicht werden, sodass keine persönlichen Daten von Ihnen veröffentlicht werden. Dennoch sind Sie aber mit Ihren Erfahrungen und Kompetenzen für Arbeitgeber sichtbar, die in der Jobbörse nach Mitarbeitern suchen.

3. Welche Vorteile hat die Suche über einen Berater?

Wenn Sie gemeinsam mit einem Berater nach einem passenden Job suchen, hat das zwei große Vorteile:

a. Passende Stellenangebote vom Berater vorgeschlagen bekommen

Ihr Berater kann Ihnen geeignete Stellenangebote als Vermittlungsvorschlag zuschicken. Dies ist besonders interessant, wenn neue Jobangebote von Unternehmen in der Agentur für Arbeit eingehen, für die nach einem passenden Bewerber gesucht wird. Passen die offene Stelle und Ihr Profil zusammen, kann Ihnen Ihr Vermittler das Gesuch eigeninitiativ zusenden. So behalten Sie den Arbeitsmarkt nach dem „4-Augen-Prinzip“ im Blick.

b. Auf Jobs zugreifen, von denen andere Bewerber noch gar nichts wissen

Manche Arbeitgeber suchen selbst zunächst in den vorhandenen Bewerberprofilen nach geeigneten Mitarbeitern, bevor sie ein Stellenangebot bei der Arbeitsagentur melden. Stößt ein solcher Arbeitgeber auf Ihr anonymes Bewerberprofil, kann der Mitarbeiter des Arbeitsamtes den Kontakt zwischen Ihnen und dem Unternehmen herstellen. In diesem Fall wüssten Sie also von einer Stelle, die noch nicht ausgeschrieben ist, und müssten dadurch nicht mit zahlreichen Mitbewerbern konkurrieren.

 

4. Hat das Arbeitsamt Erwartungen an Jobsuchende?

Die Annahme, dass ausschließlich Arbeitslose mit Leistungsbezug das Arbeitsamt um Hilfe bei der Stellensuche bitten dürfen, ist weitverbreitet, aber falsch.

Wenn Sie keinerlei Leistung beziehen, können Sie die Suche über das Arbeitsamt trotzdem komplett kostenfrei nutzen. Die Agentur hat in diesem Fall weder Erwartungen an Sie noch knüpft Sie Ihre Jobsuche über die Arbeitsagentur an bestimmte Bedingungen.

Anders ist es, wenn Sie arbeitslos sind und Arbeitslosengeld 1 oder 2 beziehen. Dann gibt es die Erwartung, dass Sie sich aktiv um eine Stelle bemühen, um die bestehende Arbeitslosigkeit baldmöglichst zu beenden. Tun Sie das nicht, können Ihre Leistungen gekürzt werden. Details zu diesem Sachverhalt finden Sie in § 145 des dritten Sozialgesetzbuches (SGB III).

5. Wo finde ich Erfahrungsberichte zur Jobsuche über das Arbeitsamt?

Die Tipps zur Jobsuche über das Arbeitsamt sind das eine. Doch echte Erfahrungsberichte geben darüber hinaus einen anderen Einblick und helfen Ihnen möglicherweise bei der Entscheidung, ob diese Art der Stellensuche für Sie relevant ist. Doch wo finden Sie Erfahrungsberichte zur Stellensuche über das Arbeitsamt? Online werden Sie vor allem in branchenspezifischen Foren fündig. Recherchieren Sie, ob es Foren zu Ihrer Branche gibt, und lesen Sie dort nach, welche Erfahrungen andere mit der Jobsuche über das Arbeitsamt gemacht haben. Darüber hinaus können Sie bei Informationsveranstaltungen der Arbeitsagentur den Kontakt zu anderen Jobsuchenden herstellen und so ins Gespräch über das Thema kommen.

Eigeninitiative zählt

Auch wenn der Service der Agentur für Arbeit ein nützliches Angebot für arbeitssuchende und arbeitslose Menschen ist, brauchen Sie für eine erfolgreiche Stellensuche vor allem eines: Eigeninitiative. Nutzen Sie daher die Tipps zur Jobsuche über das Arbeitsamt, um diese Möglichkeit in Anspruch zu nehmen, aber werden Sie darüber hinaus auch selbst aktiv.

Schreiben Sie zum Beispiel Initiativbewerbungen und behalten Sie die Tageszeitung, soziale Netzwerke und bekannte Online-Stellenbörsen  im Blick. So erhöhen Sie die Chance, schnellstmöglich Ihren Wunschjob zu finden, enorm.

Die Begriffe Fort- und Weiterbildung werden oft synonym verwendet. Sie klingen ja auch so ähnlich. Dennoch ist eine Fortbildung nicht das Gleiche wie eine Weiterbildung. Wir erklären Ihnen den Unterschied zwischen Fort- und Weiterbildung und verdeutlichen Ihnen anhand von praktischen Beispielen, in welcher Situation Sie welche Bildungsmaßnahme wählen sollten.

Definition und Ziel der Weiterbildung

Mit einer Weiterbildung bauen Sie Ihr Wissen und Können aus und erweitern damit Ihren beruflichen Handlungsspielraum. Vorrangiges Ziel der beruflichen Weiterbildung ist es, Ihnen bessere Jobperspektiven zu eröffnen. Sie baut auf das Wissen auf, das Sie bereits während Ihres Berufslebens gewonnen haben. Jedoch muss sie sich nicht unmittelbar auf Ihren aktuell ausgeübten Job beziehen. Nach erfolgreichem Abschluss Ihrer Weiterbildung erhalten Sie ein Zertifikat, welches Ihre erworbenen Qualifikationen bescheinigt.

Die Weiterbildung unterstützt Sie damit bei dem Ziel, entweder aus der Arbeitslosigkeit heraus wieder in eine Anstellung zu finden, oder darin, Sie in Ihrem aktuellen Job noch weiterzubringen.

Passende Weiterbildungsangebote finden Sie bei zertifizierten Weiterbildungsträgern, wie karriere tutor®, (Fach-)Hochschulen oder Fernuniversitäten.

Du willst eine Online-Weiterbildung belegen, hast aber noch viele Fragen? Dann melde dich jetzt zu unserer kostenfreien Infoveranstaltung an.

Beispiele für eine Weiterbildung

Sie haben beispielsweise bisher im Marketing als Texterin gearbeitet und suchen nun eine neue Herausforderung als Online Marketing Managerin. Aus dem Anforderungsprofil der Stellenanzeigen geht allerdings hervor, dass Sie dafür Kenntnisse in der Suchmaschinenoptimierung (SEO) und der Suchmaschinenwerbung (SEA) benötigen. In diesem Fall wäre eine Weiterbildung im Suchmaschinenmarketing genau die richtige Wahl für Sie.

Ein anderes Beispiel für eine Weiterbildung: Seit einigen Jahren arbeiten Sie in der Finanzbuchhaltung. Sie brennen für Zahlen und Buchungen, wollen nun aber im wahrsten Sinne des Wortes gerne auch „Bilanz ziehen“. Hierfür benötigen Sie Kenntnisse in der Bilanzierung. Sie müssen also Ihr Fachwissen noch weiter ausbauen. Eine Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter (IHK) verhilft Ihnen dann zum entscheidenden Karrieresprung.

Finanzierung der Weiterbildung

Wenn Sie sich in einer Anstellung befinden, können Sie mit Ihrem Arbeitgeber darüber reden, ob er die Kosten für die Weiterbildung entweder ganz oder teilweise trägt. Viele Unternehmen fördern heutzutage die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter allein aufgrund der Tatsache, dass lebenslanges Lernen zur Notwendigkeit geworden ist. Zudem fördert Weiterbildung auch die Mitarbeitermotivation und -bindung und wird daher häufig finanziell unterstützt.

Sollte für Ihre gewünschte Weiterbildungsmaßnahme das Budget dennoch nicht ausreichen, haben Sie die Möglichkeit, staatliche Fördergelder in Anspruch zu nehmen. Auch als Nicht-Arbeitsloser können Sie sich beim Arbeitsamt zu den Fördermöglichkeiten Ihrer beruflichen Weiterbildung beraten lassen. Über das Qualifizierungschancengesetz werden der Arbeitsagentur durch den Bund umfangreiche staatliche Fördermittel für Weiterbildung zur Verfügung gestellt.

Sollten Sie derzeit arbeitslos sein, stehen Ihnen vielfältige Fördermöglichkeiten über die Agentur für Arbeit zur Verfügung, die Sie zur Finanzierung Ihrer Weiterbildung nutzen können. Hier bietet sich zum Beispiel der Bildungsgutschein oder der AVGS (Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein) an.

Was ist eine Fortbildung? – Definition und Ziel

Der Begriff der Fortbildung ist im Berufsbildungsgesetz (§ 1 Absatz 4) geregelt. Demnach setzt die Fortbildung einen Berufsabschluss sowie einschlägige Berufserfahrung voraus. Ziel der Fortbildung ist, die „berufliche Handlungsfähigkeit“ im aktuellen Job zu sichern und anzupassen (Anpassungsfortbildung) oder zu erweitern (Aufstiegsfortbildung). Wenn Sie in Ihrer derzeitigen Anstellung beispielsweise neue Aufgaben übernehmen sollen oder im Unternehmen aufsteigen, ist die Fortbildung die geeignete Bildungsmaßnahme für Sie.

Fortbildungen werden von Berufsverbänden, Kammern und Fort- und Weiterbildungsträgern angeboten.

Beispiele für eine Fortbildung

Angenommen, Sie sollen in Ihrem Unternehmen von der Sachbearbeiterin zur Teamleiterin aufsteigen. Damit Sie Ihre neue Rolle als Führungskraft ausführen können, empfiehlt Ihr Arbeitgeber Ihnen eine Fortbildung zum Thema Mitarbeiterführung. Man spricht hier von einer Aufstiegsfortbildung.

Ein anderes Beispiel für eine Fortbildung: Ein Lagermitarbeiter eines Logistikunternehmens soll zukünftig die komplette Lagerverwaltung übernehmen. Dazu zählt auch, die Waren in Empfang zu nehmen und in die Regale einzuräumen. Der Gabelstaplerführerschein wäre beispielsweise eine zielführende Fortbildung für den Lagermitarbeiter. Hierbei handelt es sich um eine Anpassungsfortbildung.

Finanzierung der Fortbildung

Die Kosten für die Fortbildung trägt in der Regel der Arbeitgeber, weil diese Bildungsmaßnahme innerbetrieblich initiiert bzw. vom Arbeitgeber selbst ausdrücklich erwünscht ist.

Unterschied zwischen Fort- und Weiterbildung

Um es am Ende noch einmal auf den Punkt zu bringen: Der wesentliche Unterschied zwischen den Begriffen Fort- und Weiterbildung liegt darin, dass die Fortbildung einer sehr konkreten Anforderung bezogen auf Ihren aktuellen Job dient, während die Weiterbildung sich nicht auf Ihre derzeitige berufliche Tätigkeit beziehen muss.

Die Weiterbildung dient in erster Linie dazu, Ihr Qualifikationsprofil zu erweitern. In gewisser Weise ist sie also flexibler als die Fortbildung, da Sie sie in jeder beruflichen Situation und Lebensphase durchführen können. Sie entscheiden selbst, worin Sie sich weiterbilden möchten. Auch ist die berufliche Weiterbildung in der Regel umfangreicher und kann im Unterschied zur Fortbildung sogar einige Monate in Anspruch nehmen.

Ein weiterer wesentlicher Unterschied zwischen Fort- und Weiterbildung liegt in der Kostenübernahme: Währen die Fortbildung vom Arbeitgeber übernommen wird, gibt es bei der Weiterbildung ganz unterschiedliche Finanzierungsmodelle und Fördermöglichkeiten. Es gibt Weiterbildungen, die das Arbeitsamt bezahlt oder auf anderem Wege gefördert werden können.

Hier zur Veranschaulichung eine Zusammenfassung zum Unterschied zwischen Fort- und Weiterbildung:

Tabelle-Unterschiede zwischen Fortbildung und Weiterbildung

Die Umschulung – zurück auf „Los“

Vielleicht haben Sie bei der Suche nach dem Unterschied zwischen Fort- und Weiterbildung auch den Begriff „Umschulung“ aufgeschnappt und fragen sich nun: „Was ist denn nun hier wieder der Unterschied zur Fort- und Weiterbildung?“

Mit einer Umschulung fangen Sie beruflich noch einmal komplett neu an. Sie möchten sich beruflich neu orientieren und einer ganz anderen Tätigkeit nachgehen? Dann können Sie unter bestimmten Voraussetzungen eine vom Arbeitsamt geförderte Umschulung machen. Ein Beispiel: Bisher waren Sie Pflegerin in einem Altenheim. Aufgrund eines Unfalls können Sie den mit Ihrem Beruf einhergehenden körperlichen Belastungen jedoch nicht mehr standhalten. In dieser Situation eignet sich etwa eine Umschulung für einen Bürojob.

Im Rahmen einer Umschulung erwerben Sie nicht nur neue Qualifikationen, sondern auch einen neuen, anerkannten Berufsabschluss. Dieser muss gar nichts mit Ihrem bisherigen Beruf zu tun haben und hilft Ihnen, sich neu aufzustellen.

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Beitrag den Unterschied zwischen Fort- und Weiterbildung klargemacht haben. Können Sie nun besser einordnen, in welcher Situation Sie welche Bildungsmaßnahme wählen sollten? Wenn Sie hierzu eine individuelle Beratung möchten, wenden Sie sich gerne an unsere Karriereberatung. Ihre Ansprechpartnerinnen bei karriere tutor® stehen Ihnen hierfür an 7 Tagen die Woche zur Verfügung.

Das Arbeitsamt, offiziell als Bundesagentur für Arbeit bezeichnet, unterstützt arbeitslose, arbeitsuchende und von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen dabei, sich beruflich weiterzubilden. Doch welche berufliche Weiterbildung zahlt das Arbeitsamt und welche nicht? Antworten auf diese Fragen finden Sie im Artikel.

Voraussetzungen der Kostenübernahme durch die Agentur für Arbeit

Wenn Sie sich für eine geförderte Weiterbildung interessieren, nennen die Agenturen für Arbeit – bzw. bei Bezug von Arbeitslosengeld II die Jobcenter – bestimmte Voraussetzungen, die die gewünschte Weiterbildung oder Umschulung erfüllen muss. So wird nicht jede Weiterbildung vom Arbeitsamt bezahlt, sondern nur solche übernommen, die:

Eine Weiterbildung muss also einen dieser Zwecke erfüllen, damit das Arbeitsamt bzw. das Jobcenter die Kosten trägt. Berufliche Weiterbildungen, die Sie als Antragsteller aus reinem Interesse machen möchten, werden nicht gefördert.

Erfüllen Sie die Voraussetzungen und können eine vom Arbeitsamt finanzierte Weiterbildung bekommen, stehen verschiedene Möglichkeiten offen. Die bekannteste ist die Förderung mittels AZAV-Bildungsgutschein. Aber auch der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS)  dient dazu, die Kosten einer nötigen Weiterbildung ganz oder anteilig von der Arbeitsagentur übernehmen zu lassen. Welche Fördermöglichkeiten es außerdem gibt, können Sie unserer Übersichtsseite zur Förderung der beruflichen Weiterbildung entnehmen.

Du willst eine Online-Weiterbildung belegen, hast aber noch viele Fragen? Dann melde dich jetzt zu unserer kostenfreien Infoveranstaltung an.

Ist meine Weiterbildung förderfähig?

Ist meine Weiterbildung foerderfaehig

Wenn Sie eine Förderung, zum Beispiel mittels Bildungsgutschein, beantragen wollen, führt Sie der erste Weg zum zuständigen Berater Ihrer Agentur für Arbeit vor Ort. Im Gespräch wird Ihnen Ihr Berater Möglichkeiten nennen, wie Sie eine förderfähige berufliche Weiterbildung finden können, deren Kosten das Amt dann auch übernimmt. Erster Anlaufpunkt ist dabei meist die Kursdatenbank des Arbeitsamtes: das KURSNET. Im KURSNET können Sie nach geeigneten Maßnahmen in Ihrer Region suchen und diese nach verschiedenen Parametern filtern, z. B. nach:

Auf der Detailseite des gewünschten Lehrgangs finden Sie im KURSNET auch eine Angabe zur möglichen Förderung der Maßnahme. Ist dort zum Beispiel der Zusatz „Förderung mit Bildungsgutschein“ vermerkt, handelt es sich um eine Maßnahme, die Sie als Inhaber eines Bildungsgutscheins absolvieren können. Nach den ersten eigenen Recherchen sollten Sie im Gespräch mit Ihrem Berater klären, ob die Kosten für die gewünschte Weiterbildung in Ihrem Fall von der Arbeitsagentur übernommen werden. Auch Ihre Fragen, ob Sie eine Erstattung von Material- oder Fahrtkosten erhalten und welche Summe in Euro für die gewünschte Maßnahme möglich ist, können Sie direkt im Arbeitsamt bzw. Jobcenter stellen.

Förderinstrument und Lehrgangsziel beachten

Zwei Besitzer eines Bildungsgutscheins haben nicht automatisch den gleichen Anspruch auf Förderung. Grund dafür ist, dass der Bildungsgutschein immer an Ihre persönliche Situation angepasst wird und ein mit Ihrem Berater zuvor definiertes „Bildungsziel“ beinhaltet. Grundlage für das festgelegte Ziel der übernommenen Maßnahme sind Ihr Beruf, Ihre Berufsausbildung, eine bestehende Arbeitslosigkeit mit oder ohne Arbeitslosengeldbezug sowie Ihre Chancen auf einen Wiedereinstieg am Arbeitsmarkt

Verdeutlichen wir dies anhand eines Beispiels:

Beispiel A: Gewünschte Weiterbildung erfüllt das Bildungsziel

Situation: Sie sind in der Bilanzbuchhaltung tätig, haben jedoch keine entsprechende Berufsausbildung abgeschlossen. Mitarbeiter ohne adäquaten Berufsabschluss werden nun nach und nach entlassen: lediglich die ausgebildeten Bilanzbuchhalter können ihren Arbeitsplatz erhalten. Ein anerkannter Abschluss als Bilanzbuchhalter könnte Sie also vor der Arbeitslosigkeit bewahren. In diesem Fall würde das Amt höchstwahrscheinlich eine Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter fördern. Sie bekämen einen Bildungsgutschein mit dem Ziel, die drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden, und hätten mit dem Bilanzbuchhalter-Lehrgang  einen dazu passenden Lehrgang gefunden.

Beispiel B: Gewünschte Weiterbildung erfüllt das Bildungsziel nicht

Situation: Sie sind ausgebildete Marketingfachkraft und derzeit arbeitslos. Bei Ihrer Jobsuche stellen Sie fest, dass im Marketingbereich immer wieder Mitarbeiter mit einer Qualifikation im Bereich Social Media gesucht werden, die Sie nicht haben. Jedoch stellen Sie nun einen Antrag auf Förderung einer Umschulung zur Bilanzbuchhalterin, weil Sie dieser Bereich schon immer interessiert hat und Sie sich lieber beruflich umorientieren möchten, als wieder im Marketing einzusteigen. Das Arbeitsamt würde diese Maßnahme wahrscheinlich nicht übernehmen, da das festgelegte Ziel ist, Ihre Arbeitslosigkeit schnellstmöglich zu beenden. Mit einem Lehrgang, mit dem Sie die gefragte Zusatzqualifikation im Bereich Social Media erwerben, wäre dies vermutlich schneller und auch günstiger möglich als mit einer Umschulung für einen ganz neuen Beruf.

Bei jeder geförderten beruflichen Weiterbildung wird Ihr zuständiger Berater der Agentur für Arbeit deshalb vor Ihrem Antrag mit Ihnen besprechen, welches Ziel die Maßnahme verfolgt, und dieses im Bildungsgutschein oder anderen Förderinstrumenten vermerken. So sind Sie in der Lage, Maßnahmen auszuwählen, bei denen die Chancen auf eine Förderung von Anfang an gut sind.

Welche Weiterbildung zahlt das Arbeitsamt nicht ?

Welche Weiterbildung zahlt das Arbeitsamt nicht

Es gibt nicht nur Bildungsziele, sondern auch Anforderungen an das Weiterbildungsinstitut und die Weiterbildungsmaßnahme, die über die Förderung einer Weiterbildung entscheiden. Das Arbeitsamt unterscheidet zwischen

Sowohl den Bildungsgutschein als auch den AVGS bekommen Sie nur, wenn Sie eine zertifizierte Maßnahme von einem zertifizierten Maßnahmenträger auswählen. Die Zertifizierung und Zulassung der Weiterbildungsanbieter und ihrer Weiterbildungsangebote erfolgt dabei durch spezielle Zertifizierungsgesellschaften. Ist ein Anbieter nicht zertifiziert, übernimmt die Agentur für Arbeit die Kosten der beruflichen Weiterbildung bei diesem Anbieter nicht. Ist zwar der Anbieter zertifiziert, die jeweilige Weiterbildung aber nicht, ist es ebenso. Nur wenn beide Zertifizierungen vorliegen, zahlt das Arbeitsamt den Lehrgang. Sofern Sie die KURSNET-Datenbank nutzen, können Sie sicher sein, dort von der Arbeitsagentur zugelassene Weiterbildungen zu finden.

Qualitätssicherung durch Zertifizierungen

Die Arbeit der Zertifizierungsgesellschaften sichert den Arbeitsagenturen zu, dass mit staatlichen Fördergeldern verantwortungsbewusst umgegangen wird. Doch auch Sie als Teilnehmer profitieren von diesem Prozess, denn eine Zertifizierung gibt Aufschluss darüber, ob es sich um eine fachlich hochwertige Weiterbildung handelt. Auch dass sich die Kosten einer Weiterbildung im marktüblichen Rahmen bewegen, wird im Zertifizierungsprozess berücksichtigt. Ist eine Zertifizierung nach spätestens drei Jahren ausgelaufen, muss sie erneuert werden. Eine Verlängerung ist nur möglich, wenn Qualität und Kosten des Lehrgangs weiterhin überzeugen. Auch dies sichert Antragstellern und Arbeitsagenturen zu, dass nur zielführende Weiterbildungen gefördert werden.

Fördermöglichkeiten klären

Die Frage, ob das Arbeitsamt Ihre Weiterbildung zahlt oder nicht, ist nicht einfach mit Ja oder Nein zu beantworten. Lassen Sie sich deshalb in jedem Fall persönlich beraten. Dies können Sie direkt beim Arbeitsamt, aber auch bei vielen der zertifizierten Weiterbildungsanbieter tun.

Ein abschließender Tipp: Wenn Sie sich beruflich weiterbilden möchten, sehen Sie sich in Ruhe im KURSNET oder den Portfolios zertifizierter Weiterbildungsanbieter um und suchen Sie nach Lehrgängen, die zu Ihnen, Ihrem beruflichen Profil und Ihren Vorstellungen von Ihrer beruflichen Weiterentwicklung passen, und nehmen Sie diese ersten Überlegungen mit ins Gespräch beim Arbeitsamt. So können Sie und Ihr Berater gleich konkret ins Thema einsteigen und schnellst- und bestmöglich die für Sie optimale Maßnahme finden.

Weiterbildungen, die von der Agentur für Arbeit gefördert werden, haben bei vielen Menschen einen faden Beigeschmack. Die landläufig vorherrschende Reaktion lässt sich salopp in einem schnöden „Nichts für mich!“ zusammenfassen, gepaart mit einer vehement abwinkenden Handbewegung. Warum ist das eigentlich so? Dürfen wir Sie heute dazu einladen, noch einmal genauer hinzusehen? Dann werden Sie schnell feststellen, dass die Weiterbildungen, die mittels AZAV Bildungsgutschein gefördert werden, gar keine schlechte Sache sind. Im Gegenteil: sogar eine richtig gute – so schnell, wie wir Ihnen das beweisen, können Sie gar nicht abwinken. Überzeugen Sie sich selbst!

 

Was der AZAV Bildungsgutschein leistet

Bevor wir uns an die Überzeugungsarbeit machen, möchten wir Ihnen gerne erklären, was das eigentlich ist, der AZAV Bildungsgutschein. Geschenkte Bildung, das mutet doch ein wenig merkwürdig an. Und der Name sowieso, aber zumindest diese Baustelle ist rasch beseitigt. AZAV steht für die „Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung“ und trat zum 01. April 2012 offiziell in Kraft. Zuvor gab es auch schon Bildungsgutscheine, diese liefen aber unter dem Kürzel AZWV (Anerkennungs- und Zulassungsverordnung). Wissen Sie, der Name ist im Grunde auch nicht entscheidend, die darin umfassten Leistungen sind es. Mit dem Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit haben Sie Zugriff auf einen enormen Pool verschiedener Weiterbildungsangebote, die Ihnen im Falle einer Arbeitslosigkeit zurück in den Arbeitsmarkt helfen, die aber auch im Falle einer bestehenden Beschäftigung genutzt werden können. Genau das ist die perfekte Stelle, um mit dem Ammenmärchen aufzuräumen, der AZAV Bildungsgutschein sei eine reine Maßnahme für Langzeitarbeitslose. Nein, dem ist nicht so! Sie müssen nicht erst Leistungen beziehen, um eine geförderte Weiterbildung zu erhalten, eine drohende Arbeitslosigkeit oder die Dringlichkeit einer Weiterbildung zur Sicherung der eigenen Position reichen aus. Wichtig ist, dass diese Leistung eine sogenannte Kann-Leistung ist, ein Rechtsanspruch besteht also nicht. Ein persönliches Gespräch bei Ihrem zuständigen Sachbearbeiter, und ja, auch den bekommen Sie nicht nur als arbeitslos gemeldete Person, sondern auch bereits als arbeitsuchend in Anstellung, hilft Ihnen, den persönlichen Anspruch zu klären.

Qualitativ geprüfte Weiterbildungen

Nun ist die Weiterbildungsbranche ein enorm weites Feld. Und manchmal wird aus diesem wohltuenden Schwimmbecken eine richtige Schlangengrube. Haben Sie sich schon einmal darüber informiert, wie viele Weiterbildungen jährlich in Deutschland angeboten werden? Und wie viele verschiedene Anbieter es gibt? Eins ist gewiss, die Zahlen steigen so schnell an, dass Ihnen bereits davon schwindlig werden könnte. Allein die Agentur für Arbeit zählte im März dieses Jahres mehr als 150.000 Teilnehmer bei ihren geförderten Weiterbildungen. Aber nicht alles, was angeboten wird, ist gut. Der Staat hat sich hier eine sinnvolle Methode überlegt, die Fülle an Angeboten zu kanalisieren. So können sich Weiterbildungsinstitute bei der Agentur für Arbeit listen lassen, um im dortigen Weiterbildungspool überhaupt einmal stattzufinden. Wir wissen das, weil wir genau dies getan haben, um Ihnen ein nach außen sichtbares Zeichen unserer Qualität geben zu können.

Für diesen Eintrag reicht es aber nicht, kurz die Hand zu heben und sich als Anbieter zu outen – es ist ein umfassendes Zulassungsverfahren, das durchlaufen werden muss. Die bei der Arbeitsagentur gelisteten Maßnahmen müssen hinsichtlich Ziel, Dauer und Inhalt zur Zielgruppe passen, relevant für den Arbeitsmarkt sein und angemessene und nicht übersteigerte Kosten verursachen. Irgendetwas anbieten geht also schon, aber bei der Agentur für Arbeit taucht der Name eines solchen Instituts dann eher nicht auf. Schließlich möchte diese die finanziellen Mittel des Staates nicht verschwenden, sondern in nachvollziehbare und fundierte Angebote stecken. Wenn Sie auf der Suche nach einer Weiterbildung sind, kann ein Blick ins KURSNET der Agentur eine erste Orientierung geben.

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Win-win für alle!

Kommen wir zurück zum faden Beigeschmack, den wir zu Beginn bereits kurz erwähnten. Etwas dezenter dürfte der bereits geworden sein, nicht wahr? Schließlich wissen Sie jetzt, dass der Bildungsgutschein nicht nur für Langzeitarbeitslose gedacht ist und dass es sich auch nicht um stupide Trommelkurse handelt, sondern um arbeitsmarktrelevante Inhalte. Weg mit den Klischees, her mit den Fakten! Und bitte legen Sie den Fokus nicht auf überflüssige Zweifel, die sind fehl am Platz.

„Aber steht mir das denn überhaupt zu?“ Genau das hören wir im Rahmen unserer Beratungen oft. Ob der Bildungsgutschein bewilligt wird, entscheidet die Agentur selbst, aber es gibt keinen Grund, es nicht zu versuchen. Was Sie sich klarmachen müssen, ist einzig und allein die Tatsache, dass alle Beteiligten von dieser Maßnahme profitieren. Sie natürlich durch die Bildung, die zusätzlichen Fachkenntnisse und das anerkannte Zertifikat, das Sie erwerben. Aber auch die Arbeitsagentur bzw. der Staat hinter ihr hat großes Interesse daran, Sie wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren, oder Sie bestenfalls dort zu halten. Denn ist ihre Stelle in Gefahr, werden Sie möglicherweise über kurz oder lang Leistungen beantragen, die Sie mittels Ihrer Abgabe in die Arbeitslosenversicherung zuvor eingezahlt haben. Das wollen Sie nicht und die Agentur für Arbeit ebenfalls nicht. Die logische Konsequenz: Lieber investiert der Staat einmalig in eine höchstwahrscheinlich sehr effektive Weiterbildung, als jahrelang Leistungen zu zahlen. Am Ende stehen natürlich auch die Weiterbildungsanbieter auf der Sonnenseite – schließlich ist genau das ihr Geschäft. Aber glauben Sie uns, auch wir freuen uns über jeden Teilnehmer, der seinen beruflichen Erfolg in die Hand nimmt und am Ende mit einer sicheren oder gar einer besseren Stelle belohnt wird und halten es ganz wie Albert Schweitzer, der bereits davon sprach, dass geteiltes Glück doppeltes Glück ist. Geschäfte machen wir alle, ja. Aber gute und für alle Beteiligten gewinnbringende sollten es schon sein.

Einmal Bildungsgutschein, bitte?

Wollen Sie aufspringen und mitmachen bei dieser angenehmen Win-win-Situation? Dann suchen Sie doch den Kontakt zu Ihrem Sachbearbeiter und lassen Sie sich beraten. Noch besser vorbereitet sind Sie, wenn Sie bereits mit einer passenden Weiterbildung ins Gespräch hineingehen. Das zeigt Engagement und Ihr Interesse daran, möglichst lange im Arbeitsmarkt zu bleiben oder schnell wieder hineinzukommen.

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