Stell dir vor, du findest endlich die Stellenanzeige für deinen Traumjob, yeah! Doch dann steht dort dieser Satz: „Wir freuen uns auf dein Bewerbungsvideo.“ Oh Schreck, was machst du nun? Keine Sorge, mit unseren 5 Tipps kannst du dein authentisches Bewerbungsvideo drehen – zum Beispiel auch, wenn du deine schriftliche Bewerbung mit einem Video ergänzen möchtest. Uuuund Action!

Warum stehen Bewerbungsvideos hoch im Kurs?

Der Grund dafür ist ganz einfach: Papier ist geduldig. Die Bewerbungen vieler Menschen sind perfekt optimiert und detailreich auf den Wunscharbeitsplatz zugeschnitten.

Doch leider bleibt dabei oft die Persönlichkeit auf der Strecke: Ist der Bewerber für die Stelle im Vertrieb eher intro- oder extrovertiert? Kommt der Kandidat, der gerne virtueller Assistent in einem Dienstleistungsunternehmen werden möchte, online sympathisch rüber? Kann die Person, die sich für einen Job im zweisprachigen IT-Team bewirbt, wirklich flüssig zwischen Englisch und Deutsch hin und her wechseln? All das sehen Personaler nicht in einer schriftlichen Bewerbung. Doch diese Eigenschaften und Soft Skills sind oft entscheidend bei der Besetzung einer offenen Position!

Weitere Gründe, die für ein Bewerbungsvideo sprechen: Wenn dein Lebenslauf nicht 100 % zur ausgeschriebenen Stelle passt, kannst du vielleicht mit einem glaubhaften Video punkten. Das Gleiche gilt übrigens auch, wenn du dich initiativ um einen Job bewirbst.

Die Mischung macht‘s!

Helene Trogisch, Expertin für Bewerbercoaching bei karriere tutor®, weiß, dass es die Mischung aus schriftlicher Bewerbung und deinem Bewerbungsvideo macht: „Wichtig ist, dass deine schriftlichen Bewerbungsunterlagen wie Lebenslauf und Anschreiben zum Bewerbungsvideo passen – und zwar inhaltlich und im Stil! Alle Bestandteile sollten im Idealfall als Einheit im Gedächtnis bleiben. So kannst du dich positiv von denen absetzen, die sich ebenfalls auf deine Traumstelle bewerben.“

Also nur Mut! Mit diesen 5 Tipps steht deinem authentischen Bewerbungsvideo nichts mehr im Weg:

1. Dieses Equipment brauchst du

Keine Sorge, du musst keine teure Profiausstattung kaufen. Denn mit einem soliden Equipment und ein paar Tricks bist du schon auf der sicheren Seite. Meist eignet sich zum Beispiel die Kamera eines nicht allzu alten Smartphones. Schließlich liefert sie bereits Videos in der Auflösung 1080p (1920 x 1080 Pixel). Um verwackelte Bilder zu vermeiden, solltest du das Handy auf einem Stativ befestigen. So steht es sicher, und du kannst es individuell ausrichten, damit du gut zu sehen bist.

Damit du auf deinem Video auch noch gut zu erkennen bist, solltest du für eine geeignete Beleuchtung sorgen. Bewährt haben sich drei Lichtquellen – eine von vorne, eine von rechts und eine von links. So vermeidest du hässliche Schatten. Übrigens: Für wenig Geld gibt es auch praktische Ringlicht-Handyhalterung-Kombinationen, mit denen du kein separates Stativ brauchst.

Neben dem Bild ist der Ton wichtig für dein Bewerbungsvideo: Wenn deine Testaufnahmen zeigen, dass du nicht gut zu verstehen bist, solltest du zusätzlich noch ein paar Euros in ein Mikrofon investieren.

Wenn du dein Video an verschiedenen Orten drehen willst, solltest du dich ein bisschen mit der Schnitttechnik auskennen. Die passenden Apps wie „Splice“ findest du im Google Playstore oder im Apple App Store.

2. So bereitest du dich auf dein Bewerbungsvideo vor

Die Grundlage für jeden erfolgreichen Film ist das Drehbuch – so ist das natürlich auch bei deinem Video. Was möchtest du im Bewerbungsvideo sagen? Vielleicht begründen, warum du ausgerechnet bei diesem Unternehmen arbeiten möchtest? Oder was genau du so super an der ausgeschriebenen Stelle findest? Oder möchtest du erzählen, wie dein außergewöhnlicher Lebenslauf zustande kam?

Ganz gleich, wie die Botschaft deines Videos lauten soll: Überlege dir vorher genau, was du sagen möchtest. Und in welcher Reihenfolge. Meist reichen Stichworte, mit denen du das Sprechen vor der Kamera üben kannst. Denn wenn du frei sprichst, redest du natürlich – in kurzen, klaren Sätzen und nicht zu schnell. Und genau darauf kommt es an.

Eines solltest du auf keinen Fall tun: deinen tabellarischen Lebenslauf vorlesen. Denn der liegt der Personalabteilung ja bereits vor.

Lass dich inspirieren!

Auf YouTube gibt es viele Videos, mit denen sich andere Menschen bereits beworben haben. Vielleicht findest du dort auch welche, die auf dich und deine Traumstelle passen? Doch Nachmachen gilt nicht! Dein Bewerbungsvideo soll ja schließlich dich selbst präsentieren. Aber es ist eine gute Idee, diese Videos als Quelle der Inspiration zu nutzen. Vielleicht denkst du dir aber auch ein Szenario aus, das zu dir passt? Wie wäre es etwa mit einem Video, in dem du dich selbst interviewst? Und dir zum Beispiel die Fragen stellst, die typischerweise in einem Vorstellungsgespräch gestellt werden? Du hast bestimmt eine tolle Idee!

3. So präsentierst du dich am besten

Idealerweise sitzt oder stehst du aufrecht und unverkrampft – ein paar Lockerungsübungen für die Arme und Beine helfen dir dabei. Ein freundliches Lächeln kommt auf jeden Fall gut an, während du stets in die Kamera blickst. Und mit einer dynamischen, souveränen Körpersprache unterstützt du die Aussagen deines Videos.

Achte bitte auf deine Kleidung, denn sie sollte zur ausgeschriebenen Position passen. Freizeitkleidung eignet sich vielleicht für den Job in der hippen Marketingagentur, aber im Vertrieb ist meist Businesskleidung gefragt. Am besten ziehst du also genau das an, was du auch bei einem Bewerbungsgespräch vor Ort tragen würdest. Natürlich sauber und knitterfrei, logo. 😉

Wenn du die ersten Probeaufnahmen gemacht hast, solltest du im Video dein Gesicht näher betrachten: Glänzt du? Ein bisschen Puder kann abhelfen. Und wenn du eine Brille trägst, achte bitte darauf, dass sich die Beleuchtung nicht in den Gläsern spiegelt.

Da Personaler nur wenig Zeit haben, sollte dein Video nicht länger als 5 Minuten sein – ideal sind 2 bis 4 Minuten. Am besten kommst du also schnell auf den Punkt und lässt ausschweifende Erklärungen weg.

Wichtig ist, dass du in diesem Video deine Kontaktdaten wie Telefonnummer und E-Mail-Adresse platzierst. Vielleicht ganz klassisch im Abspann? Oder als Einblendung an der passenden Stelle? Schließlich könnte es sein, dass innerhalb der Personalabteilung der Link zu deinem Video weitergeleitet wird, um eine zweite Meinung einzuholen. Doch ohne Kontaktdaten wird dein tolles Bewerbungsvideo wertlos, weil dich dann niemand identifizieren und daher auch nicht anrufen oder dir eine E-Mail schicken kann.

Welche Dinge gehören nicht in ein Bewerbungsvideo?

Das sagt unsere Fachfrau für das Bewerbungstraining, Helene Trogisch, dazu:

4. Dieses Format sollte dein Video haben

Normalerweise werden Bewerbungsvideos auf einem großen Bildschirm im Büro angesehen. Deswegen solltest du dein Video im Querformat drehen – in der derzeit populärsten Auflösung von 16:9. So kannst du dir recht sicher sein, dass dein Video ideal wirken kann.

5. So versendest du dein Bewerbungsvideo am besten

Idealerweise verlinkst du dein Video, denn die Datei ist in den meisten Fällen viel zu groß, um sie in einer E-Mail zu versenden. Am besten lädst du das Video in einer Cloud wie Dropbox oder Google Drive hoch. Auf YouTube hast du die Möglichkeit, dein Video als „Nicht gelistet“ einzustellen. So lässt sich das Video über die Suchfunktion nicht finden und kann nur von Personen abgespielt werden, die den Videolink erhalten haben.

Wenn du dich zum Beispiel auf eine Stelle im Social Media Management bewirbst, könntest du dein Video auch bei TikTok oder Instagram hochladen. Dann zeigst du gleich, dass du die so beliebten Bewegtbilder selbst produzieren kannst – und das in dem für das jeweilige Netzwerk passenden Format.

Extratipp: Du teilst in Social Media Inhalte, die nicht unbedingt für die Personaler sichtbar sein sollen? Dann überprüfe bitte den Privatsphäre-Status deiner Profile. Oder lade dein Bewerbungsvideo in einem extra angelegten Profil hoch. Nach dem Hochladen hast du einen Link, den du ganz einfach in dein Bewerbungsschreiben oder in deinen Lebenslauf integrieren kannst. Mit einem Klick kann sich der Personaler dann dein Bewerbungsvideo ansehen – bequemer geht’s nicht!

Noch eine Anmerkung zum Schluss: Das alles sollte dir Spaß machen. Denn nur, wenn du wirklich Freude beim Dreh deines Bewerbungsvideos empfindest, wirst du damit Erfolg haben.

Du machst dir Sorgen, dass dir das alles nicht gelingen wird? Probiere es aus. Wenn du mit guter Laune an die Sache gehst, dann kriegst du das bestimmt hin! Und dann kannst du wirklich stolz auf dich sein – und vielleicht sogar im Bewerbungsvideo darüber sprechen, dass du so etwas noch nie gemacht hast. Personaler werden bemerken, dass du keine Scheu davor hast, neue Dinge auszuprobieren. Ein weiterer Pluspunkt für dich!

Du willst mehr wissen rund um das Thema Bewerbung?

Dann legen wir dir zwei weitere Beiträge aus unserem Online-Ratgeber ans Herz. Viel Spaß beim Lesen!

Du hast richtig viel Zeit investiert in die Vorbereitung für dein Vorstellungsgespräch? Und dank unserer Profitipps hält sich auch deine Nervosität in Grenzen? Sehr gut! Dann kann ja nichts mehr schiefgehen … Oder?

Leider doch. Denn ohne es zu wollen, könnte es passieren, dass du deine Gesprächspartner nervst – und dann sinken deine Chancen auf eine Zusage. Aber keine Sorge, wir helfen dir dabei, diese Falle zu umgehen.

Dazu wechseln wir gemeinsam mit dir mal eben die Perspektive. Die Frage lautet: Wie ticken Personaler? Was bringt dir bei ihnen Minuspunkte ein? Und was solltest du also unbedingt vermeiden? Wir verraten dir die sieben wichtigsten Tipps:

Tipp 1 fürs Vorstellungsgespräch: pünktlich, aber nicht überpünktlich!

Natürlich willst du rechtzeitig da sein! Lieber ein bisschen früher losfahren, als zu spät kommen – das ist ein kluger Ratschlag. Aber überpünktlich eintreffen solltest du auf keinen Fall. Warum?

Nun, Personaler haben einen extrem straffen Zeitplan. Ihre Termine sind eng getaktet. Oft haben sie bis kurz vor einem Bewerbungsgespräch noch ein anderes Meeting. Vielleicht sogar ein anderes Vorstellungsgespräch mit einem Mitbewerber? Dem du dann womöglich begegnen würdest – und das wäre indiskret und ist daher unerwünscht. Am besten meldest du dich etwa zwei Minuten vor der vereinbarten Zeit am Empfang.

Keine Chance für einen schlechten ersten Eindruck …

Insidertipp von Helene Trogisch, Dozentin für Bewerbercoaching bei karriere tutor®

Du bist sicherheitshalber früher losgefahren, möchtest aber unseren Tipp fürs Vorstellungsgespräch befolgen und nicht zu früh reingehen. Was also tun?

Auf keinen Fall solltest du auf dem Parkplatz oder vor dem Eingang nervös hin und her laufen, denn dabei könntest du beobachtet werden. Beispielsweise aus dem Fenster von den Personalern selbst. Oder vom Pförtner, bei dem sich deine Gesprächspartner dann telefonisch vorab über dich erkundigen.

Dein erster Eindruck könnte also schon ein schlechter sein, noch bevor du deinem Gesprächspartner überhaupt begegnet bist. Wenn noch ein bisschen Zeit vor dem Termin zu überbrücken ist, dann am besten im Park oder im Café um die Ecke – auf jeden Fall außer Sichtweite des Unternehmens, bei dem du dich gleich vorstellst!

Tipp 2 fürs Vorstellungsgespräch: vermeide lahme Standardantworten

Eins solltest du dir schon bei deiner Vorbereitung fürs Vorstellungsgespräch klarmachen: Du wurdest eingeladen, weil deine Bewerbung überzeugt hat. Deine Qualifikationen passen, dein Lebenslauf sieht gut aus, insgesamt hat man einen guten Eindruck von dir. Sonst wärst du nicht dort.

Wenn man dir im Vorstellungsgespräch die typischen Fragen nach deinen Stärken, Schwächen und Zielen stellt, dann vor allem, um dich noch besser einschätzen zu können. Passt du ins Team? Es geht um deine Persönlichkeit.

Logisch, dass Standardantworten jetzt nicht besonders authentisch wirken. Zumal Personaler diese Floskeln schon eine Million Mal gehört haben. Unzählige Bewerber vor dir haben schon gesagt, sie arbeiteten zu hart und seien ungeduldig mit sich selbst. Gääähn!

Unser Tipp: Sei echt, kein Papagei! Nenne konkrete Beispiele, beschreibe dich nicht nur mit Adjektiven. Nur dann wirst du den Personalern im Gedächtnis bleiben und vor allem positiv auffallen.

Tipp 3 fürs Vorstellungsgespräch: angebliche Überlegenheit – ein No-Go!

Noch schlimmer als die erwähnten Standardantworten ist die Behauptung, ein Perfektionist zu sein – das solltest du bei deiner Vorbereitung fürs Vorstellungsgespräch nicht vergessen. Denn: nobody is perfect. Nicht mal Superhelden.

Zudem bedeutet Perfektionismus nicht unbedingt, dass man besonders effektiv arbeitet, im Gegenteil: Die Angst, einen winzigen Fehler zu übersehen, kann den Fortschritt eines Projekts enorm bremsen.

Entscheidend ist es, zu unterscheiden, wo Übergenauigkeit angebracht ist und wo sie eher lähmt. Und aus Fehlern zu lernen.

Tipp 4 fürs Vorstellungsgespräch: langatmiges Geschwafel ist tabu

Du denkst, nichts sei schlimmer, als bei einer Frage auf dem Schlauch zu stehen? Irrtum. Das ist überhaupt kein Problem – denn ein bisschen Bedenkzeit hast du immer, und auch Nachfragen sind erlaubt.

Viel nerviger ist es für deine Gesprächspartner, wenn du zu ausführlich antwortest und dabei vom Hölzchen aufs Stöckchen kommst. Denn damit nimmst du ihnen die Chance, gezielter nachzufragen, und wirkst wie ein Plappermaul. Kein guter Eindruck!

Am besten, du beantwortest immer nur die Fragen, die dir gerade gestellt wurden. Im Zweifel kannst du auch anbieten, das Thema weiter auszuführen, wenn das gewünscht ist.

Persönlich, ja – aber professionell, nicht privat!

Zusatztipp von Helene Trogisch, Dozentin für Bewerbercoaching bei karriere tutor®

Die Personaler wollen dich kennenlernen. Ja, es geht dabei auch um deine Persönlichkeit. Aber hüte dich davor, zu viel Privates preiszugeben. Manchmal ist das ein Balanceakt – vor allem, wenn die Atmosphäre entspannt ist. Aber du solltest dir bewusst machen, dass es hier um deine Karriere geht und nicht um den Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Behalte die Anekdoten aus deinem Privatleben lieber für dich!

Tipp 5 fürs Vorstellungsgespräch: bloß keine überzogene Schlaubergerei

Natürlich willst du kompetent rüberkommen, ist ja klar. Und du willst deinen Gesprächspartnern zeigen, dass du dich in der Materie, um die es geht, wirklich auskennst. Aber bitte übertreibe dabei nicht!

Wenn du schon im Vorstellungsgespräch damit auftrumpfst, wie du das Unternehmen umstrukturieren würdest und dass du im Grunde alles besser weißt als dein potenzieller künftiger Arbeitgeber, sammelst du leider keine Pluspunkte.

Zeige, dass du das nötige Know-how hast, aber vor allem auch, dass du dich gut integrieren kannst und teamfähig bist. Man sucht keinen Messias, sondern Verstärkung! Das solltest du schon bei deiner Vorbereitung fürs Vorstellungsgespräch bedenken.

Tipp 6 fürs Vorstellungsgespräch: nicht behaupten, sondern beweisen!

In der Stellenausschreibung stand, du solltest flexibel, belastbar, kreativ, lösungsorientiert, teamfähig, verantwortungsbereit und hoch motiviert sein? Nun, es genügt nicht, zu behaupten, dass du genau das alles bist – du solltest es auch belegen können.

Wie aber beweist du solche Soft Skills? Ganz einfach: durch konkrete Beispiele. Hast du etwa in deinem letzten Job einmal ein verzwicktes Problem auf kreative Weise gelöst? Konntest du durch besonderes Engagement punkten? Hast du Verbesserungsvorschläge eingebracht, die umgesetzt wurden?

Erzähle einfach davon. Die Personaler werden deine Beispiele richtig interpretieren und lernen dabei deine Stärken auf anschauliche Weise kennen.

Aufgeflogen …

Tipp von Helene Trogisch, Dozentin für Bewerbercoaching bei karriere tutor®

Du hast im Bewerbungsschreiben behauptet, deine Fremdsprachenkenntnisse seien fließend? Dann wundere dich nicht, wenn man im Vorstellungsgespräch urplötzlich ins Englische oder Spanische wechselt …

Wenn du wirklich so fit in diesen Sprachen bist, wird dich das nicht aus der Bahn werfen. Sollten deine Angaben aber übertrieben gewesen sein, fliegst du spätestens jetzt auf. Auch andere Flunkereien können im Gespräch herauskommen.

Generell gilt: In der Bewerbung solltest du bei der Wahrheit bleiben, selbst wenn du Lücken im Lebenslauf hast. Im Gespräch kannst du ehrlich erzählen, wie es dazu kam. Das wirkt authentisch und kommt auf jeden Fall besser an als Lügen.

Tipp 7 fürs Vorstellungsgespräch: Noch Fragen? Ja, sicher!

Das Vorstellungsgespräch ist fast zu Ende, da kommt die unvermeidliche Frage, ob du noch etwas von deinem Gesprächspartner wissen willst. Die falscheste aller Antworten darauf lautet: „Nein, alles klar.“ Denn natürlich hast du noch Fragen! Sonst wirkt es ja so, als wärst du schlecht vorbereitet oder desinteressiert.

Mit klugen Fragen kannst du an dieser Stelle noch mal so richtig punkten! Zum Beispiel nach der Unternehmenskultur oder Details über ausgeschriebene Position. Du kannst dich auch erkundigen, wie die Einarbeitung konkret abläuft und wie das Auswahlverfahren für die ausgeschriebene Stelle nun weitergeht. Am besten denkst du dir schon in der Vorbereitung auf dein Vorstellungsgespräch passende Fragen aus.

Aber Vorsicht, manche Fragen solltest du unbedingt meiden. Dazu gehört natürlich alles, was du vorab im Internet hättest recherchieren können. Wie viele Mitarbeiter das Unternehmen hat, wie hoch der Jahresumsatz im Durchschnitt ist oder aus welchen Branchen die wichtigsten Kunden kommen – solche Dinge solltest du bereits wissen. Auch Fragen nach der privaten Nutzung von PC und Internet sind eher unklug und damit tabu, ebenso wie die Themen Urlaub und Boni. Im ersten Gespräch sollte es vor allem um dich, deine Motivation und Leistung gehen – also darum, warum du genau auf diese Stelle passt.

XING ist als Business-Plattform im deutschsprachigen Raum enorm bekannt. Doch viele Nutzer sind dort zwar vertreten, aber nicht wirklich präsent. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du ein gutes XING-Profil erstellen oder ein angestaubtes reaktivieren kannst, damit du von der Plattform auch wirklich profitierst.

3 Gründe, ein XING-Profil zu erstellen

Lohnt es sich überhaupt, ein Profil auf XING zu erstellen, bzw. für wen ist es sinnvoll, das zu tun? Was gilt es dabei zu beachten?

Zunächst einmal ist XING eine der bekanntesten Anlaufstellen im beruflichen Kontext, die du derzeit online finden kannst. Das Portal hat im deutschsprachigen Raum rund 19 Millionen Nutzer und ist seit vielen Jahren am Markt vertreten. Wer sich ein XING-Profil erstellt, kann also sicher sein, auf einer etablierten Plattform zu landen und nicht auf einer neuen Seite, die möglicherweise in drei Wochen schon niemanden mehr interessiert. Doch darüber hinaus sprechen drei weitere Gründe dafür, dein XING-Profil baldmöglichst zu erstellen. 

Wusstest du, dass viele Headhunter auf XING unterwegs sind und gezielt Inhaber interessanter Profile anschreiben? Dies geschieht oftmals sogar, bevor die zu besetzenden Stellen öffentlich ausgeschrieben werden. Mit einem optimierten XING-Profil erhöhst du also deine Chancen auf diese Jobs. 

XING-Profil erstellen in drei Schritten

Argumente, um dich bei XING anzumelden, gibt es also einige. Aber wie funktioniert das Ganze? Die Basis ist sehr intuitiv aufgebaut.

1. Du rufst die Website xing.com auf und klickst beim ersten Besuch auf „Registrieren“.

2. Anschließend trägst du deinen Vornamen, Nachnamen und deine E-Mail-Adresse ein und bestätigst die E-Mail, die XING dir daraufhin zuschickt.

3. Nach der Bestätigung landest du auf der XING-Website direkt auf deiner Profilseite und kannst loslegen und diese mit Inhalt füllen. Nimm dir dafür ein paar Stunden Zeit, denn nur mit einem aussagekräftigen Profil profitierst du von den großen Vorteilen der Plattform.

Profitipps für ein überzeugendes XING-Profil

Egal, ob du nun ein komplett neues XING-Profil erstellen oder ein bestehendes XING-Profil optimieren möchtest: Die nachfolgenden Tipps machen den entscheidenden Unterschied.

Best Practices für XING-Profile

Bei einer Business-Plattform wie dieser ist es wichtig, die eigene Seite aktuell zu halten. Überprüfe in regelmäßigen Abständen, ob du dein XING-Profil optimieren oder aktualisieren kannst.

Denke zum Beispiel daran, dein XING-Profilbild zu ändern, wenn du dich optisch verändert hast oder das Bild älter als zwei bis drei Jahre ist. Tritt außerdem relevanten Gruppen bei, um nicht nur als statische Seite, sondern auch als Person präsent zu sein, und stärke dadurch dein berufliches Netzwerk.

Dein XING-Profil als Erfolgsstütze

Am Anfang nimmt es etwas Zeit und Arbeit in Anspruch, dein XING-Profil zu erstellen oder zu optimieren. Einmal angelegt und regelmäßig gepflegt, kann es dir aber gute Dienste leisten und zur wahren Erfolgsstütze werden, die dir interessante Kontakte, wertvolles Wissen oder deinen neuen Traumjob bringen kann.

Die Digitalisierung verändert den Bewerbungsprozess. Corona hat die Digitalisierung zudem beschleunigt. Was du heute wissen solltest, wenn du dich auf eine Stelle bewirbst, und worauf Unternehmen 2021 in Bewerbungen besonders achten, liest du in diesem Artikel.

Recruiting wird digital

Setzten in der Vergangenheit die wenigsten Unternehmen ausschließlich auf digitale Wege, um neue Mitarbeiter zu rekrutieren, änderte sich das 2020 schlagartig. Mit Beginn der Coronapandemie waren alle Unternehmen aufgefordert, umzudenken. Sie brauchten neue Lösungen, um in Zeiten von Kontaktbeschränkungen und Homeoffice-Pflicht an neue Mitarbeiter zu kommen, ohne gegen die gesetzlichen Auflagen zu verstoßen. Diese Situation wirkte sich extrem auf den gängigen Bewerbungsprozess aus und tut es weiterhin. Wenn du dich also heute auf eine neue Stelle bewerben möchtest, funktioniert das anders als vorher. Da es zu erwarten ist, dass viele Unternehmen auch nach Corona beim Online-Recruiting bleiben werden, sollten sich Bewerber auf die neuen Anforderungen einstellen.

So funktioniert Bewerben 2021

Was aber hat sich konkret verändert und was solltest du als Bewerber 2021 unbedingt berücksichtigen, um deine Chance auf ein Vorstellungsgespräch und eine Einstellung nicht zu vertun? Folgende vier Dinge sind besonders wichtig:

Jobs online suchen

Es gibt sie noch, die konventionellen Stellenanzeigen in der Tageszeitung. Da aber mehr und mehr Menschen ihre Tageszeitung online lesen oder komplett auf ein Abonnement verzichten, hat sich auch die Jobsuche digitalisiert. Wenn du also auf der Suche nach einer neuen Stelle bist, solltest du deinen Suchradius „auf online“ erweitern. Folgende Optionen kannst du im Blick behalten:

Online-Bewerbungen nutzen

Online-Bewerbungen nutzen

Nach der Online-Stellensuche folgt heute die Online-Bewerbung. Die war schon vor der Pandemie auf dem Siegeszug. Am wichtigsten bei digitalen Bewerbungen ist es, dass du genau auf die Anforderungen achtest, die das Unternehmen, bei dem du dich bewirbst, an eine Bewerbung stellt. Bevorzugt es zum Beispiel eine E-Mail-Bewerbung oder hat es ein eigenes Bewerbungsportal, bei dem du deine Unterlagen einfach hochladen kannst? Mehr hilfreiche Tipps, wie du bei der Online-Bewerbung einen professionellen Eindruck hinterlassen kannst, findest du in unserem Online-Bewerbungsguide.

Vorstellungsgespräche werden digital

Einer der größten Unterschiede, die sich im Bewerbungsprozess seit der Coronapandemie zeigen, ist das Format des Vorstellungsgespräches. Da Treffen vor Ort nicht mehr problemlos möglich sind, haben viele Unternehmen auf Online-Vorstellungsgespräche umgestellt. Ein Wechsel, der aber nicht nur übergangsweise Vorteile bringt, sondern tatsächlich das Format der Zukunft sein dürfte. Denn Online-Vorstellungsgespräche sparen beiden Seiten Zeit und Geld und verschlanken den Bewerbungsprozess spürbar. Wenn du folgende Dinge beachtest, kannst du auch im digitalen Zusammentreffen punkten:

Neue Anforderungen an Kompetenzen

Nicht nur die Form hat sich verändert, sondern auch der Inhalt deiner Bewerbungen sieht 2021 im besten Fall anders aus als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren. Unternehmen stellen heute aufgrund der digitalen Arbeitswelt andere Anforderungen, die du kennen solltest. Diese teilen sich folgendermaßen auf:

2021 in Bewerbungen überzeugen

Die Krise bringt nicht nur Nachteile mit sich, sondern eröffnet auch neue Möglichkeiten. Heute ist die Chance für einen beruflichen Quereinstieg so gut wie nie zuvor. Außerdem kannst du durch gezielte Weiterbildungen ein einzigartiges Bewerberprofil kreieren, mit dem du dich weniger vergleichbar und dadurch für Personaler interessanter machst. Nutze die Möglichkeiten, die die Online-Bewerbung dir 2021 und in den kommenden Jahren bringt, und finde so deinen Traumjob.

Die Zeiten der klassischen Bewerbungsmappe sind vorbei. Selbst mittelständische und kleine Unternehmen setzen zunehmend auf Online-Bewerbungen, wenn sie eine neue Stelle besetzen wollen. Doch dieser neue Standard im Bewerbungsprozess hat so seine Herausforderungen und Tücken. Lies hier, was du unbedingt wissen solltest, um mit deiner Online-Bewerbung einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Online-Bewerbung als neuer Standard

Bereits im Jahr 2017 veröffentlichte die Otto-Friedrich-Universität Bamberg Recruiting-Trends, die ganz klar zeigten: Der Online-Bewerbung gehört die Zukunft. Schon damals setzten immer weniger Unternehmen auf die papierbasierte Bewerbung und gaben an, die Unterlagen ihrer Bewerber lieber online zu bekommen. Die Vorteile dafür liegen auf der Hand: Online geht wesentlich schneller, spart Ressourcen und den umständlichen Postweg und erleichtert den Unternehmen zudem die platzsparende Ablage der Unterlagen.
Wenn du auf der Suche nach einem neuen Job bist und von Beginn an einen professionellen Eindruck machen möchtest, solltest du dich also mit Online-Bewerbungen beschäftigen.

Häufige Fehler bei Online-Bewerbungen

In den Anfängen der Online-Bewerbungen war vor allem die Bewerbung per E-Mail beliebt. Aber auch da war es nicht damit getan, die klassische Papierbewerbung einzuscannen und per E-Mail zu verschicken. Online-Bewerbungen stellen als eigenes Format auch eigene Anforderungen. Damit du von Beginn an überzeugst, solltest du vor allem folgende Fehler vermeiden:

Fünf Möglichkeiten der Online-Bewerbung

Wie läuft nun die Bewerbung online konkret ab? Solltest du eine Mail schreiben oder gar eine eigene Bewerber-Website anlegen? Wir sehen uns die fünf bekanntesten und beliebtesten Möglichkeiten der Online-Bewerbung an.

1. Bewerbung per E-Mail

Der Klassiker unter den Online-Bewerbungen ist die E-Mail. Hierbei sind folgende Dinge wichtig:

2. One-Click-Bewerbungen

Bei der One-Click-Bewerbung kannst du dich tatsächlich mit einem Klick bei einem Unternehmen bewerben. Sofern ein Unternehmen dies in der eigenen Stellenausschreibung anbietet, übermittelst du mit einem Klick auf den entsprechenden Link dein Profil aus einem Netzwerk wie XING oder LinkedIn an das Unternehmen. Dabei solltest du Folgendes beachten:

3. Bewerbungsportale

Manche Unternehmen arbeiten mit eigenen Bewerbungsportalen. Hierbei kannst du dein Anschreiben und die gewünschten Angaben in vorgegebene Felder einfügen und ergänzende Dokumente direkt im Portal hochladen. Wichtig dabei:

4. Social Media

Auch wenn viele Unternehmen eigene Social-Media-Auftritte pflegen, ist eine Bewerbung über diese Kanäle eher die Ausnahme als die Regel. Beachte dazu folgende Dinge:

5. Eigene Bewerber-Website

Eine eigene Bewerber-Website ist eine gute Möglichkeit, die du ergänzend zu den anderen Optionen nutzen kannst. Erwähne in deiner Bewerbung per Mail, Social Media oder über ein unternehmensinternes Bewerberportal gerne den Link zu deiner eigenen Seite. Achte dabei auf Folgendes:

Online erfolgreich bewerben

Online erfolgreich bewerben

Auch wenn die Uhren online schneller ticken als bei klassischen Bewerbungen: Du solltest nichts überstürzen. Im Endeffekt ist es wichtiger, dass deine Bewerbung fehlerfrei ankommt, als dass du dich innerhalb der ersten Stunden nach Veröffentlichung der Stellenausschreibung bewirbst. Natürlich zählt auch das Bewerbungsschreiben selbst, das möglichst überzeugend formuliert sein sollte, damit du im Anschluss zum Vorstellungsgespräch, möglicherweise gar zum Online-Vorstellungsgespräch, eingeladen wirst. Passen all diese Dinge zusammen, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Viele Jobvermittlungen kommen über persönliche Kontakte zustande. Aber was, wenn du wegen Corona und Kontaktbeschränkungen gerade nur sehr eingeschränkt neue Kontakte knüpfen oder bestehende pflegen kannst? In diesem Beitrag erfährst du, wie du dir in vier Schritten online ein Netzwerk aufbauen kannst, das dich bei der Jobsuche unterstützt und das dir auch nach der Krise noch wertvolle Dienste leisten wird.

Was bringt dir ein Netzwerk für die Jobsuche?

Gut ein Drittel aller Neueinstellungen kommt über persönliche Kontakte zustande. Zu diesem Ergebnis kam vor wenigen Jahren eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Bei kleinen Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern lag dieser Wert sogar bei fast 50 Prozent. Auch wenn in der Regel deine fachlichen Qualifikationen, deine Erfahrungen und deine Persönlichkeitskompetenzen den Ausschlag geben werden, ob du die Stelle am Ende tatsächlich bekommst, zeigen diese Zahlen: „Vitamin B“ ist ein sehr guter Türöffner.

Die Vorteile eines beruflichen Netzwerks auf einen Blick:

In vier Schritten zum beruflichen Netzwerk

So viel vorweg: Du kannst dir auch ein tragfähiges Netzwerk aufbauen, wenn du kein geborener Kommunikator bist oder nicht so gerne im Mittelpunkt stehst. Voraussetzung ist jedoch, dass du eine gewisse Begeisterung für dein berufliches Themengebiet mitbringst, gute Umgangsformen hast und ein paar Tipps beachtest.

Schritt 1: Mache eine Bestandsaufnahme

Schritt 2: Hol die ersten Kontakte in dein Netzwerk

Du hast jetzt eine ganze Reihe an potenziellen Netzwerkpartnern identifiziert. Wenn du dich bereits online positioniert hast, kannst du diese Personen nun ansprechen. Das kannst du über eine Vielzahl an Kanälen tun, aber die Business-Netzwerke wie XING oder LinkedIn eignen sich besonders gut dafür.

Schreibe diese Personen direkt an und stelle dich kurz vor. Sag ihnen, dass du an einem Austausch interessiert bist, und begründe dein Interesse. Wenn ihr gemeinsame Kontakte habt, erwähne das. Dann kann dich der andere direkt einordnen und wird mit höherer Wahrscheinlichkeit auf deine Anfrage eingehen.

Wichtig: Achte hierbei auf eine Balance aus Vorteilen für beide Seiten, denn Netzwerken soll immer eine Win-win-Situation sein und funktioniert nicht, wenn nur einer etwas vom Austausch hat. Dieser Schritt kostet viele Menschen Überwindung, ist aber wichtig und ganz nebenbei ein Training der eigenen kommunikativen Fähigkeiten. Starte das Gespräch zum Beispiel so: „Sie sind mir aufgefallen, weil … Ich kann mir gut vorstellen, dass wir beide von einem regelmäßigen Austausch profitieren, denn ich … Haben Sie daran Interesse?“

Tipp: Wenn du ein klares Bewerberprofil von dir hast, dient dieses als gute Inspirationsquelle für die Vorteile, die du mit in das gemeinsame Netzwerk bringen kannst. Erzähle von deinen Stärken und zeige auf, warum du ein guter Netzwerkpartner bist.

Schritt 3: Bringe dich aktiv ein

Schritt 4: Nutze dein Netzwerk für die Jobsuche

Acht Extra-Tipps für erfolgreiches Netzwerken

Jetzt weißt du, wie du dein Netzwerk auf- und ausbaust. Bevor du gleich loslegst, haben wir noch acht Extra-Tipps für dich, mit denen du ganz sicher erfolgreicher und nachhaltiger netzwerken wirst:

Pflege dein Netzwerk und es wird zum Sicherheitsnetz

Ein berufliches Netzwerk ist keine „Erste-Hilfe-Maßnahme“, wenn du dringend einen Job suchst – besonders nicht, wenn du erst mit dem Aufbau anfängst. Wenn du es aber sorgfältig aufbaust und pflegst, kann ein berufliches Netzwerk ein enorm wertvolles Werkzeug für die Jobsuche werden. Wir hoffen, dass dir unsere Tipps dabei helfen, dir ein stabiles Netzwerk anzulegen, das dir auch nach der Krise noch gute Unterstützung bieten wird.

Weitere Beiträge aus der Reihe „Jobsuche während der Krise“:

Wo finde ich online die besten Jobs? Welche Jobbörse ist die richtige für mich? Welche Funktionen der Jobbörsen sollte ich kennen und was unterscheidet StepStone, Indeed und Co. voneinander? In diesem Artikel bekommst du einen Überblick, damit du deinen Traumjob auf schnellstem Weg findest.

Online-Jobbörsen für deine Jobsuche

Wenn du nach einer neuen Stelle suchst, weil du deine Arbeitslosigkeit beenden möchtest, beruflich aufsteigen oder dich gar beruflich komplett neu orientieren willst, ist eine Online-Jobbörse die perfekte erste Anlaufstelle. Denn bei Seiten wie StepStone & Co. findest du eine breite Auswahl verfügbarer Jobs und oftmals Features, die über die reine Stellensuche hinausgehen.

Zu den bekanntesten Online-Stellenbörsen zählen folgende:

Jobbörse StepStone

StepStone gehört zu den Größten der Branche. Mit mehr als 3.500 Mitarbeitern ist das E-Recruiting-Unternehmen mit Hauptsitz in Düsseldorf sogar über die deutschen Landesgrenzen hinaus bekannt. Bei diesem Allrounder unter den Jobbörsen findest du offene Stellen in nahezu jeder nur denkbaren Branche, Jobs in Teilzeit wie auch in Vollzeit. Monatlich besuchen rund 18 Millionen Menschen die Website. Außerdem wartet StepStone mit interessanten Features auf. Sehr bekannt ist beispielsweise der StepStone Gehaltsreport.

StepStone Gehaltsreport als Orientierungsfaktor

Für seinen jährlichen Gehaltsreport analysiert die Jobbörse StepStone hunderttausende Daten, konkret Gehälter von Fach- und Führungskräften, und gibt auf Basis dieser Daten eine Gehaltsspanne für zahlreiche Jobs an. Im StepStone Gehaltsreport kannst du diese Daten dann kostenlos einsehen und einstufen, welches Gehalt für deinen Job oder deine angestrebte Stelle realistisch ist. Gerade für Menschen, die sich beruflich neu orientieren, ist dieses Feature wertvoll. Denn hast du erst einmal herausgefunden, welcher Beruf zu dir passt, kannst du dich mithilfe des Gehaltsreports von StepStone sogleich auf dein Bewerbungsschreiben vorbereiten. Wird vom Unternehmen, das einen neuen Mitarbeiter sucht, die Angabe eines Wunschgehalts gefordert, kannst du dieses realistisch angeben, ohne dir stundenlang den Kopf zu zerbrechen, ob du dich unter Wert verkaufst oder überzogene Forderungen stellst. Diese Möglichkeit macht den Gehaltsreport zum wohl beliebtesten Feature von StepStone.

Unsere Einschätzung: Mit StepStone als Jobbörse kannst du wenig falsch machen. Wenn du eine große Auswahl an freien Stellen in deiner Stadt suchst, ganz gleich ob es sich um Großstädte wie München, Berlin, Frankfurt oder Köln oder eher ländliche Regionen handelt, bist du hier gut beraten.

Jobbörse Monster

Die Devise dieser Jobbörse lautet, dass du den Job finden kannst, den du „wirklich verdient“ hast. Damit dir das gelingt, wartet auch Monster.de mit tollen Features auf, beispielsweise findest du zahlreiche Tipps für deinen Lebenslauf und dein Bewerbungsschreiben. Das Angebot an offenen Stellen ist ähnlich breit wie bei StepStone; beide Portale gehören zu den Generalisten der Online-Jobbörsen. Was Monster.de aber von StepStone unterscheidet, ist das auf den ersten Blick sehr junge, frische Design und die auffallende Marken-Message. Bei dieser Jobbörse suchst du nicht nur nach einer Stelle, sondern erlebst klar den Community-Gedanken. Wer Monster.de aufruft, wird animiert, „ein Monster zu werden“, sprich, sich ein kostenloses Bewerberprofil anzulegen und sich bewusst für diese eine Jobbörse zu entscheiden.

Unsere Einschätzung: Monster.de kreiert ein spezielles Feeling. Wenn du deine Stellensuche zum Erlebnis machen möchtest, solltest du dieses Portal ausprobieren.

Jobbörse Indeed

Neben StepStone und Monster zählt die Jobbörse Indeed zu den größten der Branche. Ihre Beliebtheit wächst. Erst in den letzten Jahren löste StepStone Indeed als beliebteste Online-Stellenbörse ab. Das Design ist sehr clean, der Suchbereich recht schlank. Nutzer von indeed.com werden gar nicht erst von Features abgelenkt, sondern gleich auf das Wesentliche hingewiesen: die Stellensuche. So startest du auf der Seite gleich mit der Angabe von Job und deiner Stadt. Zwar gibt es auch eine Suchfunktion für Gehaltsangaben; diese fällt jedoch deutlich einfacher aus als beim StepStone Gehaltsreport.

Unsere Einschätzung: Wenn du schnell und ohne Umwege zu den freien Stellen gelangen möchtest und dich Tipps für überzeugende Bewerbungen eher weniger interessieren, ist Indeed eine gute Wahl für dich.

Jobbörse XING

XING ist in erster Linie ein berufliches Netzwerk. Du kannst auf der Seite Kontakte knüpfen, dich mit Kollegen vernetzen, aber eben auch freie Stellen finden. Im Gegensatz zu StepStone, Monster oder Indeed stolperst du bei XING nicht direkt über die Stellensuche, sondern musst dich über das Menü zum Stellenmarkt klicken. Dafür ist die Suche nach einer freien Stelle in deiner Region sehr komfortabel, denn du kannst einen konkreten Umkreis angeben. Wählst du beispielsweise „Software-Entwickler in Frankfurt“ aus, kannst du punktgenau wählen, wie weit entfernt der potenzielle Arbeitgeber liegen darf. Du kannst dabei eine Auswahl in einem Bereich von „kein Umkreis“ bis hin zu 200 Kilometern treffen. Eine Funktion, die nicht XING vorbehalten ist, die die Suche aber sehr gut auf wirklich nahe gelegene Regionen begrenzen lässt.

Ansonsten zeigt XING seinen Netzwerkcharakter in nahezu allen Funktionen der Seite. Du kannst Unternehmensprofile ansehen und Unternehmen folgen, dich verschiedenen Gruppen anschließen und dich dort über deine Branche oder auch deine Stellensuche austauschen und vor allem dein berufliches Netzwerk ausbauen.

Unsere Einschätzung: XING hat als klassische Jobbörse weniger verfügbare Stellen als die Branchengrößeren StepStone und Monster, aber vor allem für Netzwerker ein interessantes Angebot. Wenn du dich vernetzen möchtest, ist die Seite einen Besuch wert.

Google for Jobs

Auch Google for Jobs ist genau genommen keine Online-Jobbörse, sondern eine Funktion von Google. Weil diese aber ihren Zweck erfüllt und Menschen auf Jobsuche dabei sehr gute Dienste leisten kann, nehmen wir Google for Jobs in unsere Liste auf.

Google durchforstet das Internet nach Stellenanzeigen und listet alles auf, was es auf den Karriereseiten der Unternehmen sowie in Jobbörsen und sozialen Netzwerken findet. Auch wenn Unternehmen direkt bei Google keine Stellenanzeigen hochladen können, ist deine Auswahl dort riesig. Zur detaillierten Suche kannst du zahlreiche Filtermöglichkeiten nutzen. Die wirkliche Stärke ist aber der Algorithmus, der dir die Ergebnisse anzeigt, die aufgrund deines bisherigen Suchverhaltens und deines Profils am besten zu dir passen.

Unsere Einschätzung: Fast 80 Prozent aller Jobsuchen starten auf Google. Kein Wunder: Der Suchmaschinenriese verfügt über einen riesigen Datensatz und einen Algorithmus, der bereits eine Vorauswahl für dich trifft und dadurch deine Erfolgsaussichten steigern soll. Kleiner Nachteil: Nicht alle Online-Jobbörsen kooperieren mit Google for Jobs.

Jobbörse der Arbeitsagentur

Auch die Arbeitsagentur selbst bietet eine Möglichkeit der Online-Stellensuche. Diese Jobbörse ist nicht so modern aufgebaut wie bei Monster, verspricht aber durchaus interessante Stellen, denn auch kleinere Arbeitgeber inserieren hier häufig. Da die Arbeitsagentur großes Interesse daran hat, Menschen ohne Job zurück in den Arbeitsmarkt zu bringen, bleiben die Nutzungsbedingungen auch für kleine Arbeitgeber attraktiv und die Hürden niedrig. Im Vergleich zu Indeed oder StepStone wirst du hier also auch die eine oder andere Nische finden und den einen oder anderen freien Job, der nicht überall ausgeschrieben ist.

Jobbörse oder Arbeitsvermittler

Die Besonderheit bei der Jobsuche über die Arbeitsagentur liegt in den verschiedenen Möglichkeiten, wie du deren Jobbörse nutzen kannst. Zum einen kannst du dir ein kostenloses Bewerberprofil anlegen, Qualifikationen und Interessen angeben und dazu passende Jobs finden. Zum anderen kannst du aber auch die Unterstützung eines Arbeitsvermittlers nutzen, der dir entsprechende Jobs vorschlägt. Der Vorteil daran: Du verpasst keine Neuigkeit und erfährst zeitnah von neuen freien Stellen, oftmals sogar noch bevor diese öffentlich für alle Nutzer einsehbar sind.

Unsere Einschätzung: Die Jobbörse der Arbeitsagentur zählt zu den Klassikern der Online-Stellensuche und lohnt sich im Grunde für jeden; zumindest als Ergänzung zu weiteren Portalen. In Kombination mit der Unterstützung durch einen Arbeitsvermittler bekommst du hier einen besonders persönlichen Service.

Erfolgreich online Stellen finden

Letztlich entscheiden natürlich deine persönlichen Vorlieben darüber, ob dir Design und Nutzung von StepStone, Indeed, Monster, Google oder XING besser gefallen oder ob du dich auf die bewährte, dafür aber weniger moderne Suche über die Arbeitsagentur fokussieren möchtest. Unsere Empfehlung ist: Nutze eine oder zwei Jobbörsen regelmäßig und mache dich mit ihren Funktionen vertraut. So kommst du zum besten Ergebnis und findest schnellstmöglich die für dich passendsten Jobangebote.

Wer in diesen Zeiten einen Job sucht, muss neue Wege beschreiten. Online-Bewerbungen und Online-Vorstellungsgespräche sind ein guter Anfang. Damit sind deine digitalen Möglichkeiten bei der Jobsuche aber noch längst nicht ausgeschöpft. In diesem Artikel erklären wir dir, wie du dich als Bewerber online positionierst und damit schon mit Vorsprung ins Jobrennen gehst.

Darum macht eine Online-Präsenz für Bewerber Sinn

Hast du schon mal deinen Namen gegoogelt? Personaler werden das nämlich ganz sicher tun, wenn sie deine Bewerbung auf dem Schreibtisch liegen haben. Sie wollen schließlich mehr über dich wissen als das, was du in deinem Anschreiben und deinem Lebenslauf von dir preisgegeben hast. Jedes Suchergebnis, das Google liefert, ist ein Puzzlestück. Aus all diesen Social-Media-Profilen, Blogartikeln, Kommentaren, Fotos etc. entsteht schließlich ein Gesamtbild, das deine Online-Reputation darstellt. Und die kann entscheidend dafür sein, ob du die Einladung zum Vorstellungsgespräch und später den Job bekommst oder nicht.

Wenn wir also davon sprechen, dass du dich als Bewerber online positionieren solltest, dann meinen wir damit, dass du deine Online-Reputation aktiv gestaltest. Das bringt mehrere Vorteile mit sich:

Du siehst: Es macht nicht nur für Unternehmen Sinn, sich online zu präsentieren. Auch als Bewerber auf Jobsuche solltest du in Sachen Online-Präsenz nichts dem Zufall überlassen.

Mit geschicktem Storytelling in Erinnerung bleiben

Bevor wir in die Details gehen und dir die Kanäle vorstellen, die sich am besten eignen, wollen wir noch eine wichtige Grundlage legen. Hast du schon mal etwas von Storytelling gehört? Das ist eine Methode, die gerne in der Werbung, im Marketing oder in der Unternehmenskommunikation eingesetzt wird, um mitreißende Geschichten zu erzählen und damit Kunden für ein Produkt oder eine Marke zu begeistern. Auch als Bewerber auf Jobsuche kannst du Storytelling nutzen, um dich von deinen Mitbewerbern abzuheben und in Erinnerung zu bleiben. Dabei geht es darum, deinen beruflichen Werdegang als „Heldengeschichte“ zu erzählen und dich somit als Person mit deiner Erfahrung, deiner Expertise und deinen Werten plastisch darzustellen. In unserem Beitrag zum Storytelling erfährst du, wie du das konkret machst.

Erste Schritte zur Online-Sichtbarkeit als Bewerber

Wenn du dir im Klaren bist, welche Informationen über dich du wie kommunizieren willst, geht es im nächsten Schritt darum, geeignete Kanäle dafür zu finden. Eine naheliegende Möglichkeit für Bewerber, sich online zu präsentieren, sind Business-Netzwerke wie XING oder LinkedIn. Dort kannst du dir ein berufliches Profil anlegen und dich der Arbeitswelt vorstellen: Führe deine wichtigsten beruflichen Stationen auf, berichte von spannenden Projekten, gib deine Qualifikationen an und verlinke Arbeitsproben. Dazu ein professionelles Foto von dir und fertig ist der erste Eckpfeiler deiner Online-Sichtbarkeit. Der Vorteil davon: Das funktioniert sehr intuitiv und du kannst gut netzwerken und erste Kontakte knüpfen. Auch mit potenziellen Arbeitgebern.

Eigenen Blog oder eigene Bewerber-Website anlegen

Von deinem Profil kannst du auch auf eine eigene Website verlinken. Das kann zum Beispiel ein Blog sein, auf dem du Beiträge zu deinem Fachgebiet veröffentlichst oder deine Meinung zu fachlichen Themen teilst und so deine Expertise unter Beweis stellst. Auch eine eigene Bewerber-Website ist eine gute Möglichkeit, mehr von dir zu zeigen. Die bietet dir deutlich mehr Gestaltungsspielraum als dein XING- oder LinkedIn-Profil. Das kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn du Webdesigner bist und eine Kostprobe deiner kreativen Fähigkeiten geben willst.

Auch wenn du kein IT-Profi bist: Dank Content-Management-Tools wie zum Beispiel WordPress lassen sich sowohl der eigene Blog als auch die Bewerber-Website auch ohne tiefergehende technische Fachkenntnisse schnell und kostenlos umsetzen.

Auf Social Media aktiv werden

Eine weitere erste Anlaufstelle für Personaler, die mehr über einen Bewerber erfahren wollen, sind private Social-Media-Kanäle. Das international tätige Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov ermittelte in einer Studie, dass Unternehmen einen von fünf Bewerbern aufgrund seiner Social-Media-Aktivitäten nicht eingestellt haben.

Grund genug also, deine Aktivitäten online achtsam auszuwählen. Deine Beiträge auf Facebook, Instagram, Twitter oder Clubhouse sagen nämlich mehr über dich aus, als dir vielleicht im ersten Moment bewusst ist. Beispielsweise:

Achte also darauf, wie du online kommunizierst, auch wenn du soziale Netzwerke ausschließlich privat nutzt. Eine gewisse Außenwirkung hast du damit immer, egal, ob du sehr aktiv bist oder nur ab und zu einen Like verteilst.

Wo kannst du dich außerdem präsentieren?

Die wichtigsten Möglichkeiten, dich online zu präsentieren, kennst du jetzt. Aber es gibt im Internet auch viele branchenspezifische Plattformen, die für dich interessant sein können. Für Handwerker gibt es zum Beispiel eigene Online-Netzwerke, Fotografen können ihre Werke auf Fotoplattformen teilen. Recherchiere im Internet, ob es etwas Vergleichbares für deine Berufsgruppe gibt.

Was du bei der Auswahl der Kanäle beachten solltest

Werde aktiv und gestalte deine Online-Reputation

Wir haben es eingangs schon erwähnt: Jeder Sucheintrag, den Personaler von dir finden, ist ein Puzzlestück, und alle zusammen ergeben ein Gesamtbild. Überlege dir gut, wie dieses Gesamtbild aussehen soll und gestalte es nach deinen Vorstellungen. Damit festigst du deinen guten Ruf online und erhöhst zugleich deine Chancen auf eine interessante Anstellung bei deinem Wunscharbeitgeber.

Der nächste Schritt auf deinem Weg zum tragfähigen Netzwerk

Beim letzten Mal haben wir darüber gesprochen, wie du mit Storytelling deine Geschichte erzählst. Heute haben wir zusammen die passenden Kanäle dafür gefunden. In der nächsten Woche verraten wir dir an dieser Stelle, wie du damit nun aktiv wirst, Kontakte aufbaust und dir so ein tragfähiges Netzwerk zulegst, das dich bei deiner Jobsuche unterstützt.

Wie hebe ich mich im Bewerbungsprozess von meinen Mitbewerbern ab? Wie schaffe ich es, im Vorstellungsgespräch mit meiner Persönlichkeit zu punkten? Gerade jetzt vor dem Hintergrund der angespannten Situation auf dem Arbeitsmarkt ist es wichtig, ein klares Profil zu zeigen. Ein exzellenter Weg, um dies zu tun, ist, die eigene Geschichte zu erzählen. In diesem Beitrag erfährst du, wie dir dies mithilfe von Storytelling gelingt.

Krisenzeiten als Chancenzeiten

Krisen sind herausfordernd. Aber sie sind auch eine gute Möglichkeit, um die eigene Komfortzone zu verlassen und neue Wege zu beschreiten; manchmal aus eigenen Stücken, manchmal notgedrungen, weil es die Umstände erfordern. Schon in den letzten Jahren zeichnete sich ein Trend ab: Personaler interessierten sich längst nicht mehr nur für die Hard Skills ihrer Bewerber, sondern zunehmend auch für deren Persönlichkeit. Es wird immer relevanter für sie, wie ein Mensch gestrickt ist, welche Charaktereigenschaften er mitbringt und was das für ein bestehendes Team, zu dem er als neuer Mitarbeiter stößt, bedeutet. Ein Trend, der sich während der Pandemie noch verstärkte, denn nun ist es noch wichtiger, dass Mitarbeiter neben dem nötigen Know-how auch die nötige Lebenserfahrung und -einstellung mitbringen, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern. Wenn du heute auf der Suche nach einer Stelle bist, kommst du also – erfreulicherweise – nicht mehr drum herum, mehr von dir zu zeigen. Deine persönliche Geschichte ist die Grundlage für erfolgreiche Bewerbungsschreiben und Vorstellungsgespräche.

Durch Storytelling länger in Erinnerung bleiben

Sowohl in Bewerbungen als auch in Vorstellungsgesprächen bleibt in der Regel nicht die Zeit, um deinen ganzen Lebenslauf ausführlich auszubreiten. Trotzdem möchtest du als Bewerber natürlich in positiver Erinnerung bleiben – gerade weil sich nach dir unter Umständen noch viele weitere Bewerber vorstellen. Genau dabei hilft dir die Technik des Storytellings, denn durch sie kannst du deinem Gegenüber in kurzer Zeit präsent werden und bleiben. Experten der Stanford Graduate School of Business sagen, dass Geschichten sogar ganze 22 Mal besser erinnert werden als reine Fakten. Das liegt daran, dass Geschichten nicht nur unseren Verstand, sondern auch die Gefühlsebene ansprechen und durch die geweckten Emotionen viel besser und länger in Kopf (und Herz) bestehen bleiben.

So machst du deinen Werdegang zur Story

Wie aber kommst du nun zu dieser eigenen Geschichte? Wichtig ist, zunächst einmal zu reflektieren, was dich ausmacht und wie dein Weg bis zum heutigen Zeitpunkt aussah. Persönlichkeitsmodelle wie das Big-Five-Modell können dir helfen, deine persönlichen Stärken und Schwächen konkret zu erfassen. Notiere dir außerdem die relevantesten beruflichen Stationen, die du bisher durchlaufen hast. Wichtig: Notiere dir positive wie negative Aspekte, denn eine glaubhafte Story enthält nicht nur Höhepunkte, sondern immer auch Niederlagen und Rückschläge.

Hast du diese Übersicht angelegt, schreibst du daraus deine eigene Story, die du später in dein Bewerbungsschreiben einsetzt oder im Vorstellungsgespräch erzählst. Nutze hierfür eine der folgenden Vorlagen als Inspiration:

Storytelling mit der Heldenreise

Die klassische Heldenreise findet sich in zahlreichen Sagen und Märchen und ist die ursprüngliche Variante des Storytellings. Aber sie kann dir auch als Inspiration für eine spannende Bewerbergeschichte dienen, die einen bleibenden Eindruck bei deinen Gesprächspartnern hinterlässt. In der klassischen Heldenreise …

Übertragen auf deine berufliche Story bedeutet dies: Wo hat sich dir vielleicht schon einmal eine berufliche Chance eröffnet, die du nicht sofort genutzt hast? Was hat dir geholfen – vielleicht sogar unmittelbar vor dieser Bewerbung, für die du deine Story nutzen möchtest?

Eine Heldenreisen-Story im beruflichen Kontext kann beispielsweise so lauten:

„Ich habe mich schon immer für technische und gesellschaftliche Innovationen interessiert, nach meinem Studium aber zunächst die ganz klassische Laufbahn eingeschlagen. Doch dieses Bedürfnis, wirklich etwas Zukunftsfähiges zu entwickeln und dadurch das Leben vieler Menschen zum Positiven zu verändern, hat mich nicht losgelassen. Deshalb habe ich mich nebenbei mehr und mehr im Bereich Change Management weitergebildet. Das war neben meinem Job und der Familie eine zeitliche Herausforderung, aber dank meiner guten Dozenten und meines inneren Antriebs habe ich es geschafft und die Prüfung bestanden. Ich weiß noch, dass ich damals wegen eines defekten Laptops fast zu spät zur Abschlussprüfung kam, aber letztlich hat alles funktioniert und ich darf mich nun zertifizierter Change Manager nennen. Das bedeutet mir sehr viel, weil ich nun dieses tiefe Bedürfnis nach positiver Veränderung auch praktisch ausleben und Unternehmen damit in eine sichere Zukunft begleiten kann.“

Mithilfe dieser Story zeigst du sowohl Persönlichkeit als auch Know-how. Du präsentierst dich als engagierten potenziellen Mitarbeiter, der für seine Überzeugungen und den Unternehmenserfolg in seinem Fachbereich auch Hindernisse und Herausforderungen in Kauf nimmt. Durch den Aspekt der fast verpassten Prüfung wirkst du zudem menschlich und nahbar und bleibst in Erinnerung.

Storytelling mit dem Ist-Visions-Kontrast von Nancy Duarte

Die amerikanische Schriftstellerin und Speakerin Nancy Duarte analysierte zahlreiche Reden im Hinblick auf deren Erfolgsfaktor und stellte fest, dass vor allem Geschichten darin eine tragende Rolle spielen. Konkret Geschichten, an deren Ende eine verwirklichte Vision steht. Auch ihr Modell kannst du für deine eigene Story nutzen. Es besteht aus drei Elementen:

In Nancy Duartes Storytelling-Ansatz wird eine bestehende Situation dadurch verbessert, dass eine klare Zukunftsvision Wirklichkeit wird. Dies geschieht durch den Einsatz eines bestimmten Produktes bzw. in deinem Fall natürlich durch dich als potenziellen Mitarbeiter. Wichtig ist hierbei, dass du dich gut über das Unternehmen, bei dem du dich bewirbst, informierst. Denn diese Art der Story ist eine, die dich noch stärker mit dem Unternehmen verbindet, als es beispielsweise die sehr um dich zentrierte Heldenreise tut.

Deine Story mithilfe des Ist-Visions-Kontrastes könnte z. B. so lauten:

„In den letzten 15 Jahren war ich als HR-Mitarbeiterin angestellt und betreute unsere Bewerber. Ich rief sie an, schickte ihnen unseren Fragebogen zu und organisierte Besprechungsräume. Das funktionierte gut, war aber für alle Beteiligten immer recht kompliziert. Ich erinnere mich noch gut an doppelt belegte Räume oder Bewerber, die aufgrund der schwierigen Parkplatzsituation vor Ort völlig abgehetzt zu den Gesprächen kamen. Manchmal so spät, dass unser Vorgesetzter sich überhaupt kein Bild von der Person machen konnte, weil die ganze Atmosphäre so stressüberlagert war.

Ich wünschte mir immer, dass wir diesen Prozess anders, moderner und freier gestalten könnten. Dass wir uns z. B. einfach online treffen und ich dabei unterstützen könnte, dass alle Bewerber und natürlich auch unsere Personaler entspannt in solch wichtige Gespräche starten. So wie Sie es in Ihrem Unternehmen machen. Ich kann mir gut vorstellen, diesen Ansatz des Online-Bewerbungsgespräches tatkräftig zu unterstützen und nach und nach auszubauen, bis Ihrer Firma der Ruf als modernes, digital aufgestelltes Unternehmen weit über die Stadtgrenzen hinaus vorauseilt. Wäre das nicht schön, wenn uns das gelänge?“

In diesem Fall hast du als Bewerber einen positiven Aspekt des Unternehmens (führt bereits Online-Vorstellungsgespräche) mit einer positiven Vision (ist als moderne Arbeitgebermarke über die Stadtgrenzen hinaus bekannt) und deiner Person (du möchtest genau dabei unterstützen und siehst darin deine Passion) verknüpft. Durch deine Geschichte bleibst du also nicht nur in Erinnerung, sondern hebst dich zugleich von deinen Mitbewerbern ab.

Authentisch sein im Bewerbungsprozess

Es geht längst nicht mehr darum, perfekt zu wirken, sondern vielmehr um Authentizität. Dazu gehört auch, dass du deine Geschichte mit Höhen und Tiefen erzählst und von Stationen oder Situationen berichtest, die vielleicht nicht ideal abliefen. Wichtig ist, dass du aufzeigst, wie du der Situation noch eine positive Wendung gegeben hast und was du dabei gelernt hast. Dadurch wirkst du ehrlich und malst gleichzeitig ein positives Bild von dir als potenziellem neuem Mitarbeiter.

Authentizität ist zum Modebegriff geworden. Doch tatsächlich steckt hinter dem etwas vagen Begriff bei näherem Hinsehen großes Potenzial für dich und deinen Erfolg im Job. Lies hier die sechs Vorteile, die dir Authentizität im Job bringt, und wie du lernst, selbst authentisch aufzutreten.

Was bedeutet Authentizität?

Der Begriff der Authentizität leitet sich vom griechischen Wort „authentikos“ ab, das so viel bedeutet wie „zuverlässig“ oder „Urheber“. Wer als Mensch authentisch ist, ist also „echt“ bzw. „ein Original“ und verstellt sich nicht bzw. spielt nichts vor, das nicht der eigenen Person entspricht.

Soll ich im Job authentisch sein?

Doch was bedeutet Authentizität im beruflichen Kontext? Das Business-Netzwerk XING führte eine Studie zur Zufriedenheit am Arbeitsplatz durch. Das Ergebnis: 45 % der Befragten unterschieden zwischen einem privaten und einem beruflichen Ich, gaben sich im Job also anders als privat. Ganze 42 % empfanden es sogar so, als müssten sie im Job eine Rolle spielen. Ein Spagat, der von vielen als belastend empfunden wird und eben alles andere als authentisch ist.

Doch kann Authentizität im Berufsleben überhaupt funktionieren? Ist es nicht zwangsläufig so, dass jeder innerhalb eines Systems, z. B. eines Projektteams, eine gewisse Rolle zugeteilt bekommt? Ja und nein, denn natürlich gibt es fest definierte Positionen und Zuständigkeiten. Trotzdem kannst du innerhalb dieser authentisch sein und musst keine Rolle spielen.

Wie werde ich authentisch?

Falls du das Gefühl hast, im Beruf nicht ganz du selbst sein zu dürfen, lohnt es sich, dir folgende Frage zu stellen: „Wie bin ich, wenn ich authentisch bin?“ Folgende Übungen können dir dabei helfen, ein klares Bild von deiner authentischen, also deiner echten Persönlichkeit zu zeichnen:

  1. Persönlichkeitsprofil herausfinden

Weißt du, was deine Persönlichkeit ausmacht? Welche Eigenschaften hast du? Wo sind deine Besonderheiten? Um zu wissen, wie deine authentische Version von dir aussieht, kannst du im ersten Schritt Persönlichkeitstests zurate ziehen. Du findest online viele Tests, um dein Persönlichkeitsprofil mithilfe verschiedener Fragen zu erfahren (z. B. 16personalities.com oder 123test.com. Eines der bekanntesten Modelle, das dir zugleich mehr über deine größten Kompetenzen im Job verrät, ist das Big-Five-Persönlichkeitsmodell.

  1. Persönliche SWOT-Analyse durchführen

Vielleicht kennst du aus dem beruflichen Kontext das Vorgehen bei einer SWOT-Analyse. Dabei stellst du Stärken und Schwächen auf und notierst Vorteile und Potenziale, aber auch Risiken und Gefahren, die daraus entstehen. Eine solche SWOT-Analyse kannst du auch für dich als Person durchführen. Notiere deine wichtigsten drei bis fünf Stärken und Schwächen und frage dich, welche Chancen, aber auch welche Risiken sich dahinter verbergen.

Tipp: Diese Übung ist die perfekte Vorbereitung für ein gelungenes Bewerbungsschreiben.

  1. Top-Werte definieren

Das in der Studie von den Befragten erwähnte Gefühl, eine Rolle spielen zu müssen, entsteht häufig, wenn du als Mensch gegen deine innersten Überzeugungen und Grundwerte handelst. Ist einer deiner wichtigsten Werte beispielsweise Selbstbestimmtheit, aber du hast in deiner Position keinerlei Möglichkeit, selbstbestimmt zu handeln, agierst du entgegen deinen Werten. Ein Zustand, der auf Dauer unzufrieden macht. Um im Job authentisch zu sein, ist es deshalb sinnvoll, wenn du deine persönlichen Werte klar benennen kannst. Mache dir eine Liste mit den fünf bis zehn wichtigsten Werten, um klarer herauszustellen, welche Ansichten zu dir gehören und welche nicht echt sind.

Sechs Job-Vorteile dank Authentizität

Was bringt es nun, wenn du diese drei Übungen durchgeführt hast? Zunächst einmal ein klareres Bild von dir und deinen wahren Überzeugungen und Fähigkeiten. Aus diesem Bild heraus kannst du sechs klare Vorteile generieren, die dich im Job glücklicher und auch erfolgreicher machen können.

  1. Du findest eher den Job, der wirklich zu dir passt.

Wenn du deine Werte und Fähigkeiten kennst, hast du zugleich ein viel klareres Bild von deinem Traumjob. Ist einer deiner Werte Verantwortungsbewusstsein, macht es für dich Sinn, nach einer Position auf Leitungsebene zu suchen. Bist du ein Mensch, der viel Wert auf Ruhe legt und sich nur in ruhiger Umgebung konzentrieren kann, solltest du dies bei der Auswahl deines Arbeitsumfeldes ebenfalls berücksichtigen. Orientierst du dich an deinen Werten, findest du deutlich wahrscheinlicher einen Job, der wirklich zu dir passt.

  1. Du erhöhst deine Chancen im Bewerbungsprozess.

Wenn du deine persönliche SWOT-Analyse durchgeführt hast, weißt du nicht nur, welche Stärken dir entsprechen, sondern kannst bereits in der Bewerbung und anschließend im Vorstellungsgespräch ein authentisches Bild von dir präsentieren. Nenne deine wahren Stärken und das Potenzial, das du in deiner potenziellen neuen Stelle einbringen könntest. Welche Vorteile kann das Unternehmen aufgrund deiner Stärken erwarten? Betone dies. Dadurch wirkst du glaubhaft und erhöhst gleichzeitig deine Chancen auf eine Zusage.

  1. Du kommunizierst erfolgreicher.

Je authentischer du bist, umso leichter fällt dir in der Regel die Kommunikation mit anderen. Du musst nicht in jeder Situation neu überlegen, welche Ansichten du vertrittst und welche nicht, sondern zeigst dich echt und glaubhaft. Deine Kommunikation ergibt ein stimmiges Gesamtbild und ermöglicht es anderen, dich als Gesprächspartner besser einzuschätzen.

  1. Du beugst Missverständnissen im Job vor.

Im Job authentisch zu sein, bedeutet nicht, dass du um jeden Preis deine Meinung durchboxt und keinerlei Kompromiss mehr eingehst. Es erleichtert dir aber, möglichen Missverständnissen vorzubeugen. Wenn du weißt, was dir wichtig ist und was gegen deine eigenen Überzeugungen ist, kannst du bestimmte Situationen besser einordnen und möglichen Missverständnissen und Unstimmigkeiten leichter vorbeugen. Du erkennst bestimmte emotionale Trigger, also Auslöser deiner Reaktion, und kannst sie von der sachlichen Information trennen.

  1. Du bist selbstbewusster und überzeugender.

Je klarer du weißt, was du möchtest und was dir entspricht, umso selbstbewusster trittst du im Job auf. Denn jedes echte Argument, an dem dir wirklich etwas liegt, kannst du mit mehr Selbstbewusstsein und Überzeugungskraft vorbringen. Durch ein authentisches Auftreten begeisterst du auch andere und kannst sie leichter von deinen Ideen überzeugen.

  1. Du erhältst dir deine Leistungsfähigkeit.

Authentisch nach deinen Vorstellungen und Werten arbeiten zu können, erhält auch deine Leistungsfähigkeit. Denn du musst keine Rolle spielen und dich hinter dieser verstecken. Du kannst deine volle Konzentration auf wichtige Dinge richten. Das spart Kraft und gibt ein gutes Gefühl.

Authentisch erfolgreich sein

In einem Team treffen verschiedene Persönlichkeiten mit verschiedenen Ansichten und Meinungen aufeinander. Je authentischer der Einzelne ist, umso klarer kann er seinen Standpunkt vertreten und umso besser können sich die Mitarbeiter untereinander auch einschätzen. Positionen können nach fachlichen und persönlichen Fähigkeiten vergeben werden und die Kommunikation wird klarer. Am Ende erfordert die Zusammenarbeit natürlich immer auch Kompromisse. Je besser du aber weißt, was du möchtest und wie du in bestimmten Situationen reagierst, umso reflektierter kannst du vorgehen und umso erfolgreicher wirst du und das ganze Team sein. Authentizität lohnt sich im Job also definitiv auf mehreren Ebenen.