Hast du schon mal vom Beruf des Category Managers gehört? Falls nicht, ist dieser Artikel ein Muss, denn dieser Job ist spannend und hat Zukunft: auch für Quereinsteiger.

Was macht ein Category Manager?

Man könnte den Category Manager auch als Warengruppen-Manager bezeichnen, denn genau das – das Management der Warengruppen – ist seine Hauptaufgabe. Er ist die verantwortliche Kraft dafür, dass Produktkategorien sinnvoll strukturiert werden, aber auch, dass die richtigen Produkte vom Einkauf beschafft und die weniger gefragten Artikel aus dem Sortiment genommen werden. Zu seiner täglichen Arbeit gehört also auch eine gute Portion Analyse und Marktforschung, denn nur durch aufmerksame Beobachtung von Angebot und Nachfrage kann er wirtschaftlich kluge Entscheidungen für das Category Management ableiten. Die Arbeit eines Category Managers verfolgt immer zwei Ziele: zufriedenere Kunden und höhere Verkaufszahlen. Beide greifen ineinander, denn ein nach Kundenwünschen optimiertes Sortiment sorgt für einen höheren Absatz und damit mehr Umsatz.

Typische Aufgaben eines Category Managers

Der Category Manager eines Unternehmens steht täglich vor der Aufgabe, folgende Fragen beantworten zu müssen:

Für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens ist die Position des Category Managers eine entscheidende. Zudem sind die einzelnen Schwerpunkte vielseitig, denn von der Planung bis zum Verkauf, von der sehr fokussierten Analyse über die kommunikativ sehr fordernden Verhandlungen mit Kooperationspartnern kann ein Category Manager in vielerlei Hinsicht glänzen. Sein Aufgabenspektrum reicht von den ersten Gedanken zu einem neuen Produkt über die Erfolgsprognosen einer Warengruppe bis hin zur Überprüfung dieser Prognose in der Realität. Kommt ein Produkt so gut an wie erwartet? Welche Käuferschaft bevorzugt welches Produkt? Wie können umsatzschwache Produkte besser dargestellt werden und wann ist es Zeit, ein eher schwächeres Produkt loszulassen und aus dem Portfolio zu streichen? All diese entscheidenden Fragen beantwortet der Category Manager in seiner täglichen Arbeit.

Welche Fähigkeiten und Kenntnisse braucht ein Category Manager?

Der Category Manager ist kein klassischer Ausbildungsberuf. Die meisten Menschen, die diese Stelle besetzen, haben entweder eine gezielte Weiterbildung zum Category Manager absolviert oder ein abgeschlossenes BWL-Studium. Tatsächlich ist betriebswirtschaftliches Know-how entscheidend, denn trotz der Vielseitigkeit des Aufgabenspektrums geht es am Ende doch vor allem darum, dass die Zahlen stimmen und die Verkäufe gesteigert werden. Insgesamt profitiert ein Category Manager von folgenden Skills:

Wo arbeitet ein Category Manager?

Als Category Manager kannst du im Groß- und Einzelhandel arbeiten, aber auch große Onlineshops betreuen. Die Branchen sind dabei vielseitig und reichen von der Nahrungsmittelindustrie bis zur IT oder Unterhaltungselektronik. Überall da, wo Produkte in Warengruppen kategorisiert werden können, ist ein Category Manager vonnöten.

Gehalt und Aufstiegschancen eines Category Managers

Als Category Manager bist du in einem sehr gefragten und auch gut bezahlten Segment unterwegs. Laut Gehaltsreport des Online-Jobportals StepStone liegt das durchschnittliche Gehalt eines Category Managers bei rund 60.000 €. Mit einigen Jahren Berufserfahrung können es auch 70.000 € oder mehr werden. Als Category Manager kannst du bei guten Ergebnissen rasch Verantwortlicher für einzelne Warengruppen, z. B. für „Obst und Gemüse“, werden und eine Führungsposition einnehmen.

Der Einstieg als Category Manager

Ist der Job des Category Managers einer, den du dir für dich vorstellen kannst? Hast du Freude an der Planung und Analyse von Produkten und Warengruppen? Bist du interessiert an einem Aufgabengebiet, das sich mit den Bedürfnissen von Kunden beschäftigt, und bereit, dir das nötige Know-how anzueignen? Dann steht einer erfolgreichen Zukunft als Category Manager nichts mehr im Weg.

Stell dir vor, du findest endlich die Stellenanzeige für deinen Traumjob, yeah! Doch dann steht dort dieser Satz: „Wir freuen uns auf dein Bewerbungsvideo.“ Oh Schreck, was machst du nun? Keine Sorge, mit unseren 5 Tipps kannst du dein authentisches Bewerbungsvideo drehen – zum Beispiel auch, wenn du deine schriftliche Bewerbung mit einem Video ergänzen möchtest. Uuuund Action!

Warum stehen Bewerbungsvideos hoch im Kurs?

Der Grund dafür ist ganz einfach: Papier ist geduldig. Die Bewerbungen vieler Menschen sind perfekt optimiert und detailreich auf den Wunscharbeitsplatz zugeschnitten.

Doch leider bleibt dabei oft die Persönlichkeit auf der Strecke: Ist der Bewerber für die Stelle im Vertrieb eher intro- oder extrovertiert? Kommt der Kandidat, der gerne virtueller Assistent in einem Dienstleistungsunternehmen werden möchte, online sympathisch rüber? Kann die Person, die sich für einen Job im zweisprachigen IT-Team bewirbt, wirklich flüssig zwischen Englisch und Deutsch hin und her wechseln? All das sehen Personaler nicht in einer schriftlichen Bewerbung. Doch diese Eigenschaften und Soft Skills sind oft entscheidend bei der Besetzung einer offenen Position!

Weitere Gründe, die für ein Bewerbungsvideo sprechen: Wenn dein Lebenslauf nicht 100 % zur ausgeschriebenen Stelle passt, kannst du vielleicht mit einem glaubhaften Video punkten. Das Gleiche gilt übrigens auch, wenn du dich initiativ um einen Job bewirbst.

Die Mischung macht‘s!

Helene Trogisch, Expertin für Bewerbercoaching bei karriere tutor®, weiß, dass es die Mischung aus schriftlicher Bewerbung und deinem Bewerbungsvideo macht: „Wichtig ist, dass deine schriftlichen Bewerbungsunterlagen wie Lebenslauf und Anschreiben zum Bewerbungsvideo passen – und zwar inhaltlich und im Stil! Alle Bestandteile sollten im Idealfall als Einheit im Gedächtnis bleiben. So kannst du dich positiv von denen absetzen, die sich ebenfalls auf deine Traumstelle bewerben.“

Also nur Mut! Mit diesen 5 Tipps steht deinem authentischen Bewerbungsvideo nichts mehr im Weg:

1. Dieses Equipment brauchst du

Keine Sorge, du musst keine teure Profiausstattung kaufen. Denn mit einem soliden Equipment und ein paar Tricks bist du schon auf der sicheren Seite. Meist eignet sich zum Beispiel die Kamera eines nicht allzu alten Smartphones. Schließlich liefert sie bereits Videos in der Auflösung 1080p (1920 x 1080 Pixel). Um verwackelte Bilder zu vermeiden, solltest du das Handy auf einem Stativ befestigen. So steht es sicher, und du kannst es individuell ausrichten, damit du gut zu sehen bist.

Damit du auf deinem Video auch noch gut zu erkennen bist, solltest du für eine geeignete Beleuchtung sorgen. Bewährt haben sich drei Lichtquellen – eine von vorne, eine von rechts und eine von links. So vermeidest du hässliche Schatten. Übrigens: Für wenig Geld gibt es auch praktische Ringlicht-Handyhalterung-Kombinationen, mit denen du kein separates Stativ brauchst.

Neben dem Bild ist der Ton wichtig für dein Bewerbungsvideo: Wenn deine Testaufnahmen zeigen, dass du nicht gut zu verstehen bist, solltest du zusätzlich noch ein paar Euros in ein Mikrofon investieren.

Wenn du dein Video an verschiedenen Orten drehen willst, solltest du dich ein bisschen mit der Schnitttechnik auskennen. Die passenden Apps wie „Splice“ findest du im Google Playstore oder im Apple App Store.

2. So bereitest du dich auf dein Bewerbungsvideo vor

Die Grundlage für jeden erfolgreichen Film ist das Drehbuch – so ist das natürlich auch bei deinem Video. Was möchtest du im Bewerbungsvideo sagen? Vielleicht begründen, warum du ausgerechnet bei diesem Unternehmen arbeiten möchtest? Oder was genau du so super an der ausgeschriebenen Stelle findest? Oder möchtest du erzählen, wie dein außergewöhnlicher Lebenslauf zustande kam?

Ganz gleich, wie die Botschaft deines Videos lauten soll: Überlege dir vorher genau, was du sagen möchtest. Und in welcher Reihenfolge. Meist reichen Stichworte, mit denen du das Sprechen vor der Kamera üben kannst. Denn wenn du frei sprichst, redest du natürlich – in kurzen, klaren Sätzen und nicht zu schnell. Und genau darauf kommt es an.

Eines solltest du auf keinen Fall tun: deinen tabellarischen Lebenslauf vorlesen. Denn der liegt der Personalabteilung ja bereits vor.

Lass dich inspirieren!

Auf YouTube gibt es viele Videos, mit denen sich andere Menschen bereits beworben haben. Vielleicht findest du dort auch welche, die auf dich und deine Traumstelle passen? Doch Nachmachen gilt nicht! Dein Bewerbungsvideo soll ja schließlich dich selbst präsentieren. Aber es ist eine gute Idee, diese Videos als Quelle der Inspiration zu nutzen. Vielleicht denkst du dir aber auch ein Szenario aus, das zu dir passt? Wie wäre es etwa mit einem Video, in dem du dich selbst interviewst? Und dir zum Beispiel die Fragen stellst, die typischerweise in einem Vorstellungsgespräch gestellt werden? Du hast bestimmt eine tolle Idee!

3. So präsentierst du dich am besten

Idealerweise sitzt oder stehst du aufrecht und unverkrampft – ein paar Lockerungsübungen für die Arme und Beine helfen dir dabei. Ein freundliches Lächeln kommt auf jeden Fall gut an, während du stets in die Kamera blickst. Und mit einer dynamischen, souveränen Körpersprache unterstützt du die Aussagen deines Videos.

Achte bitte auf deine Kleidung, denn sie sollte zur ausgeschriebenen Position passen. Freizeitkleidung eignet sich vielleicht für den Job in der hippen Marketingagentur, aber im Vertrieb ist meist Businesskleidung gefragt. Am besten ziehst du also genau das an, was du auch bei einem Bewerbungsgespräch vor Ort tragen würdest. Natürlich sauber und knitterfrei, logo. 😉

Wenn du die ersten Probeaufnahmen gemacht hast, solltest du im Video dein Gesicht näher betrachten: Glänzt du? Ein bisschen Puder kann abhelfen. Und wenn du eine Brille trägst, achte bitte darauf, dass sich die Beleuchtung nicht in den Gläsern spiegelt.

Da Personaler nur wenig Zeit haben, sollte dein Video nicht länger als 5 Minuten sein – ideal sind 2 bis 4 Minuten. Am besten kommst du also schnell auf den Punkt und lässt ausschweifende Erklärungen weg.

Wichtig ist, dass du in diesem Video deine Kontaktdaten wie Telefonnummer und E-Mail-Adresse platzierst. Vielleicht ganz klassisch im Abspann? Oder als Einblendung an der passenden Stelle? Schließlich könnte es sein, dass innerhalb der Personalabteilung der Link zu deinem Video weitergeleitet wird, um eine zweite Meinung einzuholen. Doch ohne Kontaktdaten wird dein tolles Bewerbungsvideo wertlos, weil dich dann niemand identifizieren und daher auch nicht anrufen oder dir eine E-Mail schicken kann.

Welche Dinge gehören nicht in ein Bewerbungsvideo?

Das sagt unsere Fachfrau für das Bewerbungstraining, Helene Trogisch, dazu:

4. Dieses Format sollte dein Video haben

Normalerweise werden Bewerbungsvideos auf einem großen Bildschirm im Büro angesehen. Deswegen solltest du dein Video im Querformat drehen – in der derzeit populärsten Auflösung von 16:9. So kannst du dir recht sicher sein, dass dein Video ideal wirken kann.

5. So versendest du dein Bewerbungsvideo am besten

Idealerweise verlinkst du dein Video, denn die Datei ist in den meisten Fällen viel zu groß, um sie in einer E-Mail zu versenden. Am besten lädst du das Video in einer Cloud wie Dropbox oder Google Drive hoch. Auf YouTube hast du die Möglichkeit, dein Video als „Nicht gelistet“ einzustellen. So lässt sich das Video über die Suchfunktion nicht finden und kann nur von Personen abgespielt werden, die den Videolink erhalten haben.

Wenn du dich zum Beispiel auf eine Stelle im Social Media Management bewirbst, könntest du dein Video auch bei TikTok oder Instagram hochladen. Dann zeigst du gleich, dass du die so beliebten Bewegtbilder selbst produzieren kannst – und das in dem für das jeweilige Netzwerk passenden Format.

Extratipp: Du teilst in Social Media Inhalte, die nicht unbedingt für die Personaler sichtbar sein sollen? Dann überprüfe bitte den Privatsphäre-Status deiner Profile. Oder lade dein Bewerbungsvideo in einem extra angelegten Profil hoch. Nach dem Hochladen hast du einen Link, den du ganz einfach in dein Bewerbungsschreiben oder in deinen Lebenslauf integrieren kannst. Mit einem Klick kann sich der Personaler dann dein Bewerbungsvideo ansehen – bequemer geht’s nicht!

Noch eine Anmerkung zum Schluss: Das alles sollte dir Spaß machen. Denn nur, wenn du wirklich Freude beim Dreh deines Bewerbungsvideos empfindest, wirst du damit Erfolg haben.

Du machst dir Sorgen, dass dir das alles nicht gelingen wird? Probiere es aus. Wenn du mit guter Laune an die Sache gehst, dann kriegst du das bestimmt hin! Und dann kannst du wirklich stolz auf dich sein – und vielleicht sogar im Bewerbungsvideo darüber sprechen, dass du so etwas noch nie gemacht hast. Personaler werden bemerken, dass du keine Scheu davor hast, neue Dinge auszuprobieren. Ein weiterer Pluspunkt für dich!

Du willst mehr wissen rund um das Thema Bewerbung?

Dann legen wir dir zwei weitere Beiträge aus unserem Online-Ratgeber ans Herz. Viel Spaß beim Lesen!

Die starken Einflüsse der Digitalisierung auf unser Arbeitsleben sind nicht mehr von der Hand zu weisen. Für viele Menschen Anlass, sich um die Sicherheit ihres Jobs zu sorgen. Denn wie sieht die berufliche Zukunft aus? Welche Jobs sind durch die Digitalisierung akut gefährdet? Lies in diesem Artikel, wie es um die Sicherheit deines Jobs bestellt ist und welche positiven Aspekte die aktuelle Entwicklung dennoch für dich haben kann.

Zerstört die Digitalisierung ganze Berufsfelder?

In seiner umfassenden Studie „Wertewelten Arbeiten 4.0“ mit über 1.200 Teilnehmern fragte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales nach Themen, die Menschen im beruflichen Kontext beschäftigen. Das Stimmungsbild war gemischt, denn positive Erwartungen und negative Befürchtungen hielten sich die Waage. Viele Menschen rechneten damit, dass sie in Zukunft eine Arbeitssituation haben könnten, die näher am persönlichen Idealbild einer Arbeitssituation liegt. Aber es gab auch Sorgen, zum Beispiel die, ständig dem Druck der Märkte ausgesetzt zu sein oder dass die mangelnde Sicherheit im Arbeitsleben als neues Normal empfunden wird.

Menschen sahen sowohl die Chancen, die die technischen Entwicklungen für die persönliche Arbeitssituation bedeuten können, als auch die Risiken – zum Beispiel, dass bestimmte Jobs durch Computer ersetzt werden. Möglicherweise schwankst auch du zwischen einem positiven Blick auf die Zukunft und der Sorge um deinen Arbeitsplatz und seine Zukunftsfähigkeit. Denn klar ist: Wo auf der einen Seite Berufe mit Zukunft neu entstehen, fallen auf der anderen Seite auch Jobs weg.

Woran erkennst du, dass dein Job gefährdet ist

Grundsätzlich zu behaupten, dass die Digitalisierung Jobs frisst, ist falsch und zu kurz gedacht. Denn die Digitalisierung zerstört Berufe nicht, sondern wandelt sie. Vor allem an drei Anzeichen kannst du das persönliche Risiko einschätzen, wie wahrscheinlich es ist, dass dein Beruf in Zukunft nicht mehr oder nicht mehr in dieser Form bestehen wird.

1. Dein Job hat einen hohen Anteil an Routineaufgaben: Je mehr wiederkehrende Routineaufgaben du in deinem beruflichen Alltag hast, desto wahrscheinlicher ist es, dass dein Job sich verändern wird. Vor allem dann, wenn diese Routineaufgaben immer gleich aufgebaut sind und eine exakt gleichbleibende Reihenfolge haben.

2. Dein Job erfordert kein bis wenig Expertenwissen: Je mehr Anteile eines klassischen Helferjobs deine Arbeit hat und je weniger Expertenkenntnisse notwendig sind, umso größer ist das Risiko, dass der Job von Computern ersetzt wird.

3. Du hast wenig Kontakt mit anderen Menschen: Je weniger Kontakt du mit Menschen hast, desto unwahrscheinlicher ist es, dass dein Job vom Arbeitsmarkt verschwinden wird. Trotzdem ist es auch hier wichtig, die Veränderungen zu beobachten und rechtzeitig zu reagieren, falls Teile deines Jobs automatisiert werden.

Vereinfacht ausgedrückt ist es tatsächlich so, dass die berufliche Zukunft mehr den Experten gehört als den Generalisten. Trotzdem bedeutet das nicht, dass jeder Job als Helfer oder Assistent wegfallen muss. Du hast durchaus auch in einem gefährdeten Bereich gute Chancen, deine berufliche Zukunft auf sichere Füße zu stellen – wenn du jetzt aktiv wirst und nicht abwartest, was die Zeit bringt.

Persönliches Gefährdungspotenzial berechnen

Fachleute sprechen bei der Einschätzung der Gefährdung des eigenen Jobs durch die Digitalisierung vom sogenannten Substituierbarkeitspotenzial: Je höher das Substituierbarkeitspotenzial, umso leichter kann ein Beruf von Computern übernommen werden und damit vom klassischen Arbeitsmarkt verschwinden.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat ein Tool entwickelt, mit dem du deinen ganz persönlichen Fall überprüfen kannst. Mit dem Online-Job-Futuromat kannst du ermitteln, wie hoch das Substituierbarkeitspotenzial für deinen Beruf ist.

Zwei Beispiele:

Für den Beruf des Bausparkassenfachmanns gibt das Tool sechs verschiedene Kerntätigkeiten an, von denen fünf auf Dauer automatisierbar sind. Lediglich eine, die persönliche Kundenberatung, ist es nicht. Dieser Job hat also ein tendenziell hohes Risiko, durch die Digitalisierung wegzufallen.

Für den Beruf des Heilerziehungspflegers hingegen gibt das Programm vier Kerntätigkeiten an, die allesamt nicht automatisierbar sind. Das Risiko, dass dieser Job wegfällt, ist also äußerst gering.

Auch innerhalb identischer Berufe kann das Risiko variieren. Bist du zwar in einem tendenziell gefährdeten Beruf, übernimmst aber Bereiche, die nicht oder nur schwer automatisierbar sind, stehen deine Chancen auch hier gut, noch lange in diesem Job bleiben zu können.

Den eigenen Job zukunftsfähig halten

Auch wenn du in einem Segment tätig bist, das mittel- bis langfristig von Computern übernommen werden kann, ist das kein Grund zu verzweifeln. Denn die Erkenntnis, welche und wie viele Teile deiner täglichen Arbeit automatisierbar sind, ist der erste wichtige Schritt. Auf diese Erkenntnis kannst du aufbauen und sie zu deinem persönlichen Vorteil nutzen.

Der Weg dorthin führt über die Spezialisierung. Indem du dir

kannst du dein berufliches Profil schärfen und die Zukunftsfähigkeit deines Jobs erhöhen. Spezialisierung ist in nahezu jedem Bereich möglich, denn überall gibt es Arbeiten, die auch langfristig vom Menschen erledigt werden müssen und nicht vom Computer gemacht werden können.

Übrigens unterstützt dich der Staat in besonders gefährdeten Bereichen, indem er zahlreiche Förderungen für Fort- und Weiterbildungen anbietet. Nutze dieses Angebot, um deine berufliche Zukunft zu sichern.

Wusstest du, dass du auch während einer Anstellung Anspruch auf Förderung hast? Hier findest du einen Überblick über die aktuellen Fördermöglichkeiten.

Chancen in der Digitalisierung sehen

Abschließend lässt sich sagen, dass uns die Digitalisierung der Arbeitswelt zwingt, in Bewegung zu bleiben. Das kann natürlich im ersten Moment Angst machen, birgt aber enorm große Chancen, denn Veränderung muss nicht zwangsläufig negativ sein. Möglicherweise kannst du durch eine Spezialisierung ganz neue Arbeitsbereiche kennenlernen, die dir noch unbekannt sind, aber große Freude machen würden. Oder du kannst durch eine Spezialisierung mehr Abwechslung in deinen Joballtag bringen. Natürlich kann die Digitalisierung auch mehr persönliche Freiheit bedeuten, zum Beispiel durch die neuen Formen der Zusammenarbeit, die sich online ergeben. Oder du kannst Familie und Job besser vereinen, wenn du künftig die Möglichkeit hast, aus dem Home-Office zu arbeiten.

Wir wünschen dir, dass du die Chancen sehen kannst, die diese Veränderung mit sich bringt, und nach diesem Artikel weißt, wo du mögliche Risiken noch gut umschiffen kannst, sofern du heute aktiv wirst.

Unternehmen kommen heute nicht mehr drum herum, ihre Waren und Dienstleistungen gezielt auch über das Internet zu vermarkten und zu verkaufen. Ein Berufsfeld, das in diesem Zuge mehr und mehr an Bedeutung gewinnt, ist das des User-Experience-Designers (UX-Designer oder auch UXD). Lies hier weiter, wenn du einen krisensicheren Job suchst, mit dem du deine Zukunft mehr als aussichtsreich gestalten kannst.

Shoppen der Zukunft ist online

Die Coronapandemie hat gezeigt, wie wichtig es für Unternehmen ist, online gut aufgestellt zu sein. So lag der E-Commerce-Umsatz mit Waren in Deutschland im vergangenen Jahr um rund 15 % höher als im Vorjahr. Derzeit spricht nichts dafür, dass sich diese Entwicklung in absehbarer Zeit wieder umkehren wird.

Doch wenn ein Unternehmen seinen Vertrieb digitalisiert, fallen wichtige Wahrnehmungsebenen für den Kunden weg. Produkte können online nicht angefasst und von allen Seiten begutachtet werden. Es fällt schwerer, über den Bildschirm eine emotionale Verbindung zum Kunden herzustellen als mithilfe der gesamten Atmosphäre im klassischen Ladengeschäft. Zudem ist die Erwartungshaltung online meist eine andere: Statt gemütlich zu bummeln und sich inspirieren zu lassen, wird online gezielt recherchiert und nach einer möglichst schnellen Lösung verlangt. All das sind Argumente, die das junge Berufsfeld des UX-Designers auf den Plan rufen und es schon heute unverzichtbar machen.

Was macht ein UX-Designer?

Unternehmen, die etwas online verkaufen, beschäftigen UX-Designer, um die Kundenzufriedenheit und natürlich auch den Unternehmensumsatz zu erhöhen. Ein UX-Designer ist verantwortlich für die User Experience, also das Nutzererlebnis der Kunden und potenziellen Kunden eines Unternehmens. Was zunächst nach seichter Unterhaltung klingt, ist in Wahrheit ein enorm umfangreiches und spannendes Tätigkeitsfeld. Wenn du als UX-Designer arbeitest, wirkst du direkt an der Schnittstelle zwischen User und Entwicklerteam und sorgst maßgeblich dafür, dass Menschen …

Du achtest dabei fortlaufend auf die Bedürfnisse des Marktes bzw. der Menschen, die online etwas kaufen möchten, und gibst Bedürfnisse und Trends an die ausführenden Softwareentwickler weiter. Dadurch stellst du sicher, dass dein Arbeitgeber seine Ziele online erreicht und die Menschen zu zufriedenen Kunden werden.

Aufgaben des User-Experience-Designers

Aufgaben des User-Experience-Designers

Im Gegensatz zum UID, dem User-Interface-Designer, kümmert sich der User-Experience-Designer nicht nur um die ansprechende Optik und die intuitive Navigation durch den Onlineshop, sondern um den gesamten Prozess vom ersten Klick bis zum Kauf und darüber hinaus. Dabei wirkt er auf verschiedenen Ebenen:

Welche Anforderungen gibt es an einen UXD?

Der Name verrät bereits, dass ein UX-Designer sowohl gestalterische als auch technische Fertigkeiten braucht. Konkret solltest du Folgendes mitbringen:

Gestalte deine Zukunft online

Das Durchschnittsgehalt eines User-Experience-Designers liegt in Deutschland bei ca. 44.000 € pro Jahr. Die Zukunftsaussichten sind rosig, denn der E-Commerce-Bereich zählt zu den am stärksten wachsenden. Das Aufgabengebiet ist abwechslungsreich und spannend. Wenn du also heute nach einem Job suchst, der abwechslungsreich, flexibel und trotzdem sicher ist, hast du ihn im UXD gefunden, und du kannst sowohl deine Zukunft als auch das künftige Nutzererlebnis von Millionen Menschen erfolgreich gestalten.

Zu den Führungskräften von morgen, die große Verantwortung für die Unternehmensentwicklung tragen und im digitalen Arbeitsleben nicht mehr wegzudenken sein werden, gehören unter anderem Chief Digital Officer. In diesem Artikel bringen wir dir dieses Berufsbild etwas näher und zeigen dir, wie du dich für diesen spannenden und zukunftsreichen Job qualifizieren kannst.

Was macht ein Chief Digital Officer?

Der Chief Digital Officer, auch CDO genannt, ist eine noch recht junge Position auf Managementebene in Unternehmen. Hauptaufgabe des CDO ist es, die Digitalisierung im Unternehmen voranzutreiben und die Firma von der Produktentwicklung bis zum einzelnen Prozess zwischen den verschiedenen Schnittstellen zukunftsfähig aufzustellen. Er ist quasi Head of Digitalisierung und oberster Verantwortlicher für den digitalen Erfolg einer Firma. Ein Posten, der mit sehr viel Verantwortung einhergeht, denn der CDO leitet in der Regel nicht nur die Abteilung für Change Management, sondern bewegt sich an der Schnittstelle zwischen allen unternehmensrelevanten Abteilungen. Er hat die Fäden der digitalen Zukunft des Unternehmens in der Hand und damit auch direkten Einfluss auf dessen gegenwärtigen und zukünftigen Platz am Markt.

Krisensicher und unabdingbar

Der Job als Chief Digital Officer kann bedenkenlos nicht nur als krisensicher bezeichnet werden, sondern er ist quasi unabdingbar. Wir brauchen es dir sicher nicht zu erzählen, denn dass sich das Arbeitsleben durch die Digitalisierung verändert, ist unumstritten. Prozesse laufen anders ab, Arbeitsplätze sind anders ausgestattet und Mitarbeiter brauchen – sowohl auf Führungsebene als auch darunter – ganz neue Fähigkeiten für die digitale Arbeitswelt. Trotzdem hinken deutsche Unternehmen in der tatsächlichen Umsetzung der Digitalisierung derzeit noch hinterher. So war in der WirtschaftsWoche zu lesen, dass bisher nur etwa fünf Prozent der Firmen in Deutschland ausreichend digital aufgestellt sind.

95 Prozent haben also noch Nachholbedarf, und auch die fünf Prozent, die gut aufgestellt sind, brauchen jemanden, der die digitale Entwicklung in der Zukunft sicherstellt. Als Chief Digital Officer bist du genau diese Person und wirst tatsächlich überall händeringend gesucht. Wenn du eine entsprechende Qualifikation nachweisen kannst, dürftest du dir für sehr lange Zeit keine Sorgen mehr um einen krisensicheren Job machen müssen.

Aufgaben des CDO im Unternehmen

Aufgaben des CDO im Unternehmen

Bevor es um die entsprechende Qualifikation und die fachliche Voraussetzung für einen CDO geht, sehen wir uns zunächst die wichtigsten Aufgabenbereiche an, die ins Zuständigkeitsgebiet eines Chief Digital Officers fallen. Diese sind unter anderem:

Welche Anforderungen gibt es an einen CDO?

Diese Position ist eine enorm spannende, aber auch eine sehr verantwortungsvolle. Dementsprechend gibt es gewisse Anforderungen, die du als Bewerber für einen Job als Chief Digital Officer erfüllen solltest. Ideal ist es natürlich, wenn du einen entsprechenden Background hast: eine Ausbildung in der IT, Führungserfahrung oder evtl. sogar eine Weiterbildung zum Chief Digital Officer. Ohne entsprechende Qualifikation ist der Quereinstieg nur schwer möglich. Zu groß ist die Verantwortung für den Gesamterfolg eines Unternehmens, die der CDO trägt.

Auch deine Persönlichkeit spielt hier eine wichtige Rolle. Als CDO hast du das große Glück, in einem sehr flexiblen und sich ständig verändernden Arbeitsumfeld tätig zu sein. Du erlebst Digitalisierung hautnah mit und darfst aktiv mitgestalten. Ein großes Glück für Menschen, die große Visionen haben, die gerne Dinge voranbringen und sich nicht scheuen, Verantwortung zu übernehmen.

Chancen und Gehalt eines Chief Digital Officers

Derzeit hat nur etwa jedes vierte Unternehmen in Deutschland die Position des CDO besetzt. Das dürfte aber daran liegen, dass es noch nicht genügend qualifizierte Bewerber für diesen besonderen Posten gibt. Wenn du den Weg in diese Richtung einschlägst, dürftest du also mit hoher Wahrscheinlichkeit wählen, wo du arbeiten möchtest. Du hast Einfluss darauf, wie du deinen Job als CDO gestaltest, und kannst sehr aktiv die Richtung beeinflussen, in die sich das Unternehmen deines Arbeitgebers digital entwickelt.

Das durchschnittliche Gehalt eines Chief Digital Officers liegt laut Gehaltsreport der Online-Stellenbörse StepStone bei rund 93.000 € pro Jahr. Je nach Erfahrung, Branche und persönlichem Verhandlungsgeschick sind aber auch sechsstellige Jahresgehälter denkbar.

DER Digitaljob der Zukunft

Wenn du auf der Suche nach einem zukunftssicheren und verantwortungsvollen Job bist, ist der als CDO enorm aussichtsreich. Du hast in diesem Bereich die Möglichkeit, Zukunft aktiv mitzugestalten, dich fachlich und persönlich permanent weiterzuentwickeln, Verantwortung zu übernehmen und Mitarbeiter zu führen. Wenn das dein beruflicher Weg sein soll, dann qualifiziere dich entsprechend und nimm deine Zukunft in die Hand. Als Chief Digital Officer wirst du gebraucht und vom Markt tatsächlich sehnlichst erwartet.

Digital Literacy gehört bereits heute zu den wichtigsten Kernkompetenzen im Job und wird in den kommenden Jahren sogar noch weiter an Bedeutung gewinnen. Doch was, wenn die Digitalisierung für dich ein Buch mit sieben Siegeln ist und du einfach keinen Zugang zu modernen Medien und Geräten findest? In diesem Artikel erklären wir dir, wie du trotzdem Digital Literacy aufbauen und deine berufliche Zukunft sichern kannst.

Was ist Digital Literacy?

Digital Literacy bezeichnet die Kompetenz, mit digitalen Medien umzugehen, diese fachgerecht zu nutzen und auf digitalen Wegen zu kommunizieren. Damit ist keineswegs nur das Chatten über einen Messenger gemeint. Digital Literacy ist viel mehr als das und damit eine unverzichtbare Kompetenz für Bewerber, Angestellte und Selbstständige in der Arbeitswelt. Auch wenn du an deinem Arbeitsplatz bisher noch ohne neue Medien auskommst, ist die Entwicklung klar absehbar. Bereits heute sind 39 % der Unternehmen digital aufgestellt. Je größer das Unternehmen ist, desto eher profitierst du von der Kompetenz im Bereich der Digital Literacy, denn gerade in großen Unternehmen geht die Digitalisierung zügig voran. Mittelfristig wird jedoch nahezu jede Firma auf die eine oder andere Weise neue Technologien einsetzen und nutzen. Du als Mitarbeiter tust also gut daran, dich rechtzeitig vorzubereiten und den Umgang mit digitalen Medien zu erlernen oder zu vertiefen.

Das Gute daran: Jeder kann Digital Literacy aufbauen. Auch ältere Arbeitnehmer und solche, die mit Technik eher wenig am Hut haben.

Vorteile von Digital Literacy

Künftig wird Digital Literacy als Kompetenz in unserer Gesellschaft vermutlich einen ähnlichen Stellenwert einnehmen wie heute die Grundbildung im Bereich der Alphabetisierung. Konkret: In den nächsten Jahren wird es immer wichtiger sein, den Umgang mit digitalen Medien zu beherrschen, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Du bemerkst diese Entwicklung vermutlich bereits heute in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen. Ob du ein Auto ummeldest, einen neuen Reisepass benötigst oder eine Bewerbung abschickst: Immer mehr Prozesse laufen digital. Auch im Berufsleben, wo immer mehr Firmen bereits Online-Vorstellungsgespräche statt der klassischen Gespräche vor Ort führen. Wenn du diese nicht wahrnehmen kannst, weil du dich nicht mit der dazu notwendigen Technik anfreunden kannst, minderst du also eine Chancen.

5 Tipps, um Digital Literacy aufzubauen

Was also kannst du tun, um Digital Literacy aufzubauen? Beispielsweise Folgendes:

Baue deine Angst vor der Digitalisierung ab

Neue Dinge machen oft erst einmal Angst, weil sie uns in bisher unbekannte Situationen bringen. Wenn du nicht zur Generation der Digital Natives – der Generation, die mit digitalen Medien aufgewachsen ist – gehörst, kennst du diese Sorgen möglicherweise gut. Der wichtigste erste Schritt, um Digital Literacy aufzubauen, ist deshalb, die Angst davor abzulegen. Mache dir bewusst, dass digitale Medien kein Geheimwissen erfordern, sondern dass du lernen kannst, sie zu nutzen. So wie du alle deine anderen Fähigkeiten und Fertigkeiten auch erlernt hast.

Gehe spielerisch an das Thema Digital Literacy heran

Wenn du nicht technikaffin bist und es dir schwerfällt, digitale Medien zu nutzen, lohnt sich ein spielerischer Einstieg. Suche dir zunächst im privaten Bereich etwas aus, mit dem du Digital Literacy auf leichte Art und Weise aufbauen kannst. So kannst du üben, ohne gleich das Risiko negativer Folgen einzugehen, wenn du den Umgang nicht gleich sicher beherrschst. Gut für den Einstieg eignen sich folgende Dinge:  

Suche dir Sparringspartner

Das größte Problem ist meist nicht das technische Unvermögen, sondern die Scham, etwas nicht zu können. Es ist aber kein Weltuntergang, wenn du erst mit 40, 50 oder 60 Jahren damit anfängst, digitale Kompetenzen aufzubauen. Du kannst dir die Anfangszeit trotzdem erleichtern, indem du dir Übungspartner suchst. Hast du noch nie eine Nachricht über WhatsApp verschickt oder ein Foto als Anhang versendet? Sprich mit einer vertrauten Person darüber und bitte sie, dir bei den ersten Schritten zu helfen. Du wirst sehen, dass du sehr bald Fortschritte machst und dir mehr zutraust.

Eigne dir digitale Kompetenzen für den Job an

Wenn du eine gute Basis an Digital Literacy aufgebaut hast, kannst du einen Schritt weitergehen. Eigne dir bewusst digitale Kompetenzen an, die im Job gefordert werden. Du kannst beispielsweise deinen Vorgesetzten gezielt nach Weiterbildungen in diesem Bereich fragen. Damit zeigst du Interesse und Engagement und beweist, dass du bereit bist, dich weiterzuentwickeln. Als Bewerber kannst du Stellenanzeigen auf die darin veröffentlichten Anforderungen durchsuchen. Immer mehr Unternehmen verlangen Kompetenzen in der digitalen Büroorganisation? Dann mach eine Weiterbildung in genau diesem Bereich und eigne dir diese Kompetenzen an.  

Etabliere regelmäßige Übungsrituale

Am Ende erhöht sich deine Digital Literacy mit jeder einzelnen Aktion. Es ist keine Kompetenz, die du einmal erwirbst, sondern eine fortlaufende Weiterentwicklung. Deshalb ist es so wichtig, anzufangen und dranzubleiben und immer wieder den Blick über den eigenen Tellerrand hinauszuwagen. Online Informationen suchen, Apps bedienen, eine Videokonferenz führen, ein Textdokument zur PDF-Datei konvertieren, bestimmte Programme beherrschen – reserviere dir am besten feste Zeiten, um am Ball zu bleiben. Blocke in deinem Kalender beispielsweise jeden Tag eine halbe Stunde, um den Umgang mit digitalen Medien zu üben, bis diese an der einen oder anderen Stelle Einzug in deinen Alltag halten und du dich ganz intuitiv mit ihnen beschäftigst.

Durch Digital Literacy zum Traumjob

Digitale Kompetenzen bedeuten vor allem eines: eine große Chance auf deinen Traumjob. Du kannst freier wählen, wo du dich bewirbst und welche berufliche Zukunft du dir ausmalst, weil du durch dein digitales Know-how für viele Arbeitgeber attraktiv wirst. Letztlich bedeutet das mehr Freiheit und Entscheidungsspielraum für dich – ein guter Grund also, dich in zunächst ungewohnte Gefilde zu wagen.

Der Data Artist gehört zweifelsohne zu den Berufen der Zukunft im IT-Bereich. Doch was genau sind die Aufgaben eines Data Artist, welches Gehalt ist realistisch und was braucht jemand, der als Data Artist Fuß fassen möchte? In diesem Artikel tauchen wir tiefer in die Materie ein.

Was macht ein Data Artist?

Der Data Artist, auch als Data Visualizer bezeichnet, gehört zur immer größer werdenden Gruppe der Analytics-Experten und grenzt nah an das Berufsbild des Data Scientist an. Die Aufgaben eines Data Artist und eines Data Scientist sind sehr ähnlich, unterscheiden sich jedoch in einem wichtigen Detail. Während der Data Scientist Daten erhebt, analysiert und interpretiert, bereitet der Data Artist diese zusätzlich visuell auf. Was nach einem kleinen Teilbereich klingt, ist in Wahrheit äußerst komplex. Der Data Artist muss auf verschiedene Dinge achten, z. B. welches Format für die Präsentation vorliegender Daten geeignet ist und welches nicht, damit seine Arbeit am Ende zu den richtigen Interpretationen beiträgt und nicht zu falschen Schlüssen verleitet.

Wie sind die Berufs- und Gehaltsaussichten für Data Artists?

2019 führte eine der führenden Management- und Unternehmensberatungen, Bain & Company, eine aufschlussreiche Studie über das Berufsfeld der Data-Analysten durch. Das Ergebnis: Die Nachfrage an qualifiziertem Personal steigt in diesem Bereich rasant an und wird künftig kaum mehr zu decken sein. Vor allem an Data Engineers, Data Architects und Data Scientists bzw. Data Artists mangle es enorm. Die Folge: Unternehmen werden künftig noch stärker in den Wettstreit um die vorhandenen Fachkräfte gehen. Für dich als Bewerber mit einer Qualifikation zum Data Artist sind das hervorragende Aussichten. Doch auch als Quereinsteiger mit soliden IT-Kenntnissen kannst du dich für diesen Job bewerben. Das gängige Gehalt eines Data Artist liegt im Mittel bei etwa 74.000 € Jahresbrutto, kann sich aber, abhängig von Berufserfahrung, Qualifikation und Unternehmensgröße, auch darüber hinausbewegen.

Warum brauchen Unternehmen Data Artists?

Für ein Unternehmen sind Data Artists so wertvoll, weil ihre Arbeit oftmals die Grundlage wichtiger strategischer Planungen ist. Nur wenn ein Data Artist Daten korrekt erhebt, interpretiert und für die Entscheider im Unternehmen verständlich aufbereitet, sind diese in der Lage, wirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen zu treffen. Konkret: Ist die Aufbereitung erhobener Daten nicht klar genug, erkennt das Management möglicherweise die Notwendigkeit wichtiger Entscheidungen nicht rechtzeitig. Es kommt zu Versäumnissen, die im schlimmsten Falle auch negative finanzielle Folgen haben.

Welche Vorkenntnisse braucht ein Data Artist?

Wenn du zehn Data Artists nach ihrer Berufsausbildung fragst, wirst du vermutlich mindestens fünf verschiedene Antworten bekommen. Fakt ist, dass es keine einheitliche Ausbildung zum Data Artist gibt, wohl aber eine Häufung innerhalb bestimmter Disziplinen. Viele Data Scientists bzw. Data Artists haben ein Studium in einem der folgenden Fächer absolviert:

Darüber hinaus sind auch persönliche Kompetenzen wie ein gutes visuelles Verständnis und ein lösungsorientiertes Denken von Vorteil. Wenn du dich als Quereinsteiger für den Job als Data Artist interessierst, solltest du dir Kenntnisse in den wichtigsten Programmiersprachen aneignen. Zu den im Bereich der Datenanalyse und -aufbereitung gefragtesten gehört Python. Aber auch Java oder Spark sind gern genutzte Programmiersprachen für den Data Artist. Bevor du dich bewirbst, lohnt es sich also, dich in mindestens einer Programmiersprache wie Python weiterzubilden.

Arbeitsalltag eines Data Artist

Wie darfst du dir den Alltag eines Data Artist konkret vorstellen? Der übliche Arbeitsprozess gestaltet sich in der Regel wie folgt:

Beruf für kreative Analysten

Die Kombination aus hochkomplexer Analyse und gleichzeitig visuell-kreativer Arbeit macht den Data Artist zu einem sehr vielseitigen Beruf der Zukunft. Wenn du genau diese Vielseitigkeit suchst, kannst du in diesem Bereich sehr erfolgreich und glücklich werden.

Die Digitalisierung in unserem Berufsalltag schreitet spätestens seit Beginn der Corona-Krise mit schnellen Schritten voran. Dabei geraten wir in immer mehr Situationen, die unsere digitale Persönlichkeit prägen bzw. in denen es auf unser „digitales Selbstbewusstsein“ ankommt. Sei es in der Videokonferenz mit Kollegen, im Rahmen einer Bewerbung um einen neuen Job oder beim Business-Networking über XING oder LinkedIn. Da die Grenzen zwischen der analogen und der digitalen Welt immer mehr verschwimmen, ist es an der Zeit, dass wir uns verstärkt mit unserem „digitalen Ich“ auseinandersetzen. Dabei unterstützt uns in diesem Beitrag Daniel de la Roche, Digitalisierungsexperte und Dozent von karriere tutor®. Er gibt Ihnen bewährte Tipps mit auf den Weg, wie Sie Ihr digitales Selbstbewusstsein schärfen können.

Alles beginnt mit der Selbstreflexion

Warum ist es wichtig, dass wir uns mit unserem digitalen Ich auseinandersetzen? Durch die Digitalisierung wird unser analoges Ich durch unser digitales Ich erweitert. Zwar entwickeln wir nicht allein dadurch, dass wir uns zunehmend in der digitalen Welt aufhalten, gänzlich neue Charaktereigenschaften und Wesenszüge. Jedoch kann es sein, dass bestimmte Facetten unserer Persönlichkeit mehr oder weniger zum Vorschein kommen oder auch anders wahrgenommen werden.

Die Grundvoraussetzung, um uns weiterentwickeln und positionieren zu können, ist, dass wir wahrnehmen, wie wir auf andere wirken, dass wir uns selbst beobachten und unser Verhalten reflektieren.

Daher lautet der erste Schritt: Selbstreflexion – Wer bin ich und wo will ich hin? „Das nenne ich eben das „digitale Selbstbewusstsein“, ergänzt Daniel de la Roche, Dozent u. a. für digitale Transformation und Change Management bei karriere tutor®.

Auf Spurensuche – Was unsere digitale Persönlichkeit beeinflusst

Digitale Persoenlichkeit

Unsere digitale Persönlichkeit wird stark durch digitale Medien und soziale Netzwerke wie XING, LinkedIn, Instagram, Facebook und Co geprägt. Und diese machen viele Aspekte unserer Persönlichkeit transparenter. Denn in der digitalen Welt wird viel mehr über uns dokumentiert als in der analogen Welt. Dies fängt schon bei einer einfachen Google-Abfrage auf der Suche nach einer Eisdiele in der Nähe an, geht über den Kauf von Laufschuhen im Onlineshop und reicht bis hin zum kompletten Lebenslauf bei XING oder bis zur gesamten Lebensgeschichte auf Facebook.

Und da sind wir dann auch schon mittendrin auf Spurensuche nach dem, was unsere digitale Persönlichkeit beeinflusst und wie wir digital auf andere wirken. Dabei können wir zwischen den unabsichtlichen und den absichtlichen Spuren, die wir im Netz hinterlassen, unterscheiden:

Unabsichtliche Spuren

Absichtliche Spuren

Gerade bei den absichtlichen Spuren haben wir die Möglichkeit, an unserer digitalen Selbstdarstellung konkret zu arbeiten und uns weiterzuentwickeln.

Unsere digitale Pubertät und wie wir sie überwinden

Im Umgang mit den neuen digitalen Medien sind viele Erwachsene immer noch im Findungsprozess, das gilt insbesondere für jene der Generation Y oder früher, die nicht mit dieser Vielzahl digitaler Medien, die wir heute nutzen, aufgewachsen sind. „Wir können in diesem Zusammenhang von einer „digitalen Pubertät“ der Erwachsenen sprechen, in der vieles, was die Digitalisierung so hervorbringt, ausprobiert wird. Es fehlt oft noch an Orientierung in der digitalen Welt und es herrscht noch Unsicherheit im richtigen Umgang mit digitalen Tools“, erklärt Digitalisierungsexperte Daniel de la Roche.

Reflektieren

Indem wir durch digitale Technologien mehrfach täglich den Spiegel bzw. die Kamera vor die Nase gehalten bekommen – sei es bei einer Videokonferenz mit Kollegen oder bei unseren Aktivitäten in sozialen Medien wie Facebook, Instagram und Co –, erhalten wir mehr Gelegenheiten, unsere (digitale) Persönlichkeit zu reflektieren. Und zwar indem wir unser digitales und unser reales Ich abgleichen:

Abgleichen

Entspricht mein digitales Ich denn überhaupt der Realität? Oder findet hier eine über- oder untertriebene Selbstinszenierung statt? Hierbei müssen wir bedenken, dass sich dies in wichtigen Phasen unseres Berufslebens wie Jobsuche und Bewerbungsphase besonders negativ auswirken kann. Nämlich etwa dann, wenn unsere digitale Persönlichkeit beabsichtigt oder unbeabsichtigt verzerrt dargestellt wird und sich der potenzielle Arbeitgeber dadurch ein ganz falsches Bild von uns macht.

Situation 1: Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken/Medien

Im Zuge der Digitalisierung verschwimmen die Grenzen zwischen der analogen und der digitalen Welt. Dabei besteht die Gefahr, dass über bestimmte digitale Medien wie Social Media bewusst oder unbewusst eine Pseudo-Identität geschaffen wird, die aber nicht viel mit der Wirklichkeit zu tun hat.

Instagram beispielsweise ist ein Medium, das maximales persönliches „Posing“ ermöglicht. Wir können hier innerhalb unseres Netzwerks die perfekte Persönlichkeit inszenieren, ohne dass jeder Einzelne aus diesem Netzwerk real überprüfen kann, was davon Schein und was Sein ist. Denn in der Regel ist es ja so, dass unsere sozialen Netzwerke zumeist „Freunde“ enthalten, die wir in der analogen Welt nicht treffen.

Das Beispiel Instagram zeigt, dass wir an unserer digitalen Persönlichkeit stark „basteln“ können. Dozent Daniel de la Roche empfiehlt daher, kritisch zu reflektieren, ob dadurch eine verzerrte Selbstdarstellung entsteht. Auch sollten Sie beachten, dass durch die sozialen Medien ebenso transparenter wird, wie Sie privat und wie Sie beruflich auftreten.

Im beruflichen Kontext sind die Business-Netzwerke XING und LinkedIn geeignete Möglichkeiten, sich professionell darzustellen. Angefangen bei der Erstellung des eigenen Business-Profils, in dem Sie Ihre beruflichen Erfahrungen sowie Ihre Fähigkeiten und Ihr Wissen präsentieren können, über das Teilen, Liken und Kommentieren von Beiträgen innerhalb Ihres persönlichen Netzwerkes bis hin zur Beteiligung an und dem Moderieren von Gruppendiskussionen.

Aber auch hier ist natürlich zu beachten, dass all Ihre Aktivitäten dokumentiert und leicht verbreitet werden können. Überlegen Sie sich daher vorab genau, zu welchen Themen Sie sich dort als Experte positionieren und welche Diskussionen Sie dort führen wollen.

Situation 2: Bewerbungsphase

In einer Bewerbungsphase geht es um Ihre berufliche Zukunft und vor allem geht es um Ihr Können und Ihre Persönlichkeit. Da die Bewerbung heutzutage weitestgehend digital erfolgt, kommt auch hier wieder Ihr digitales Ich ins Spiel. Insbesondere dann, wenn Sie aktiv Online-Stellensuche über soziale Medien betreiben. Hier ist ganz klar die Empfehlung: Wenn Sie in Ihrer Bewerbung Ihre persönlichen Fähigkeiten und Stärken darlegen, dann müssen Sie sicherstellen, dass dies mit dem übereinstimmt, was Ihre Profile in sozialen Medien usw. über Sie preisgeben.

Passen Sie also Ihre Social-Media-Profile auf Ihre Bewerbungsunterlagen hin an und stellen Sie sicher, dass Ihr potenzieller Arbeitgeber dort auf nichts Widersprüchliches stößt, wenn er zur Vorbereitung auf Ihr (Online-)Vorstellungsgespräch Ihre Profile im Netz besuchen sollte. Ganz wichtig: Bleiben Sie authentisch! Denn spätestens im persönlichen Gespräch kommt Ihr reales Ich zum Vorschein.

Situation 3: Videokonferenz

Eine dritte typische Situation im digitalen Berufsleben ist das persönliche Gespräch oder das Teammeeting per Videokonferenz. Auch hier kommt es sehr auf Ihre digitale Selbstdarstellung an.

Als Dozent in der digitalen Weiterbildung gibt Ihnen Daniel de la Roche folgende Tipps an die Hand, die Ihnen helfen, in der Videokonferenz professionell aufzutreten:

Tiefer eintauchen und weiterentwickeln

Im Zuge der Digitalisierung verändert sich viel für uns und unsere Arbeit – daran kommen wir nicht vorbei. Mit der Reflexion darüber, wie Sie im beruflichen Kontext der digitalen Welt wirken, haben Sie den ersten wichtigen Schritt getan, um sich auf die Digitalisierung Ihres Berufsalltags vorzubereiten.

Im zweiten Schritt empfiehlt Ihnen Experte Daniel de la Roche, tiefer in die Materie einzusteigen und sich auch mit weiteren Themenbereichen der Digitalisierung wie New Work und Arbeit 4.0 und den dafür benötigten Kompetenzen auseinanderzusetzen. karriere tutor® bietet dazu z. B. aktuell ein kostenfreies Online-Training an.

Ein gut vorbereitetes und gelungenes Onboarding legt den Grundstein für eine erfolgreiche und langfristige Zusammenarbeit. Doch in Zeiten des Corona-Lockdowns ist das Onboarding für manch ein Unternehmen zur Herausforderung geworden, da dies entweder teilweise oder sogar ganz im Home-Office stattfinden musste. Auch nach der Pandemie wird der Onboarding-Prozess digitaler bleiben, als er je war. Nicht nur wegen der salonfähig gewordenen Home-Office-Tätigkeit, sondern auch weil dadurch Qualitäts- und Effizienzsteigerungen erzielt werden können. Als digitales Unternehmen haben wir für Sie in diesem Beitrag die Besonderheiten beim Onboarding im Home-Office zusammengefasst. Dabei gibt Ihnen unsere HR-Leiterin Gundula Poch praktische Tipps, wie Sie den Onboarding-Prozess im Home-Office zielführend gestalten können.

Was ist allgemein das Ziel des Onboardings?

Der erste Eindruck zählt. So lautet nicht nur die Devise für die Bewerbung, sondern auch für die Einführung eines neuen Mitarbeiters im Unternehmen. Das generelle Ziel des Onboardings ist daher, dass die neuen Mitarbeiter gut ankommen im Unternehmen und sie sich gut aufgehoben fühlen. Dies bildet die Grundlage dafür, dass sie sich auch menschlich und kulturell schnell im Unternehmen einfinden. Damit neue Mitarbeiter möglichst schnell einsatzfähig sind, sollten Personalverantwortliche nicht unterschätzen, wie wichtig eine gute Planung und Vorbereitung der Onboarding-Phase und insbesondere des ersten Arbeitstags ist.

Der Onboarding-Prozess und die Besonderheiten im Home-Office

Die Gestaltung und die Dauer des Onboarding-Prozesses sind von Unternehmen zu Unternehmen verschieden. Wie lange neue Mitarbeiter bei der Einarbeitung durch ein Rahmenprogramm oder einen Rahmenfahrplan begleitet werden sollen, kann jeder Arbeitgeber selbst entscheiden.

Die Dauer der Probezeit dient hierbei als ein möglicher Planungszeitraum für den Onboarding-Prozess. Angefangen beim ersten Tag über die erste Woche bis hin zum Ende der Probezeit.

Das richtige Onboarding sollte nach circa vier Wochen abgeschlossen sein, meint Personalleiterin Gundula Poch. Dann sollte der Mitarbeiter befähigt sein, eigenständig zu arbeiten. Er sollte die Kollegen und Abteilungsleiter kennengelernt haben und mit den IT-Systemen, die er für seine Arbeit benötigt, sicher umgehen können.

Der erste Arbeitstag

Ganz wichtig für den Erfolg des Onboardings seien nach HR-Leiterin Gundula Poch neben den „harten Faktoren“ wie die technische Einrichtung des Arbeitsplatzes auch „weiche Faktoren“ wie die Vermittlung von Wertschätzung. Daher berücksichtigen wir im Folgenden beide Arten von Erfolgsfaktoren beim Onboarding.

Frau-im-home-office

Arbeitsplatzeinrichtung

All das, was am ersten Arbeitstag im Büro so stattfindet, wie die Kollegen und Vorgesetzten kennenlernen,  findet im Home-Office entweder online statt. Manches entfällt auch einfach. Deshalb ist es hier umso wichtiger, dass der erste Schritt zum Onboarding – nämlich die technische Einrichtung des Home-Office-Arbeitsplatzes  – am Morgen des ersten Tages schon weitestgehend abgeschlossen ist.

Experten-Tipp: Damit der Mitarbeiter beim Einrichten des Arbeitsplatzes nicht ganz auf sich allein gestellt ist, sollte der interne technische Support schon vorab Kontakt zu dem Mitarbeiter aufnehmen und seine Unterstützung anbieten. So kann er sicherstellen, dass der PC läuft und der Mitarbeiter Zugang zur internen IT-Infrastruktur hat, in der Regel über ein virtuelles privates Netzwerk (VPN).

Auch den Arbeitsschutz am Telearbeitsplatz sollten Sie als Arbeitgeber nicht vernachlässigen.

Ein gutes Gefühl geben und Vertrauen aufbauen

Vergessen Sie nicht: „Der erste Eindruck zählt.“ Das gilt auch für Sie als Arbeitgeber. Daher bildet ein gelungener erster Arbeitstag für beide Seiten eine solide Grundlage für eine gute, langfristige Zusammenarbeit. Vermitteln Sie als Arbeitgeber dem Mitarbeiter gleich am ersten Arbeitstag das Gefühl:

· Man freut sich auf mich.

· Ich bin wichtig für das Unternehmen.

· Ich werde dringend gebraucht.

„Wertschätzung ist hier das Schlagwort“, sagt die HR-Expertin. Auch die wichtigsten Werte der Unternehmenskultur wie „Wir sind ein Team – wir schaffen alles gemeinsam“ sollten durch die Vorgesetzten und Kollegen vermittelt und erlebbar gemacht werden.

Begrüßungsmail von HR zur Vorstellung des neuen Mitarbeiters

„Da wir im Home-Office nicht die Möglichkeit haben, mit jedem neuen Mitarbeiter von Büro zu Büro zu gehen, um ihn persönlich vorzustellen, schreiben wir von der Personalabteilung eine Begrüßungsmail zur Vorstellung des neuen Kollegen an alle Mitarbeiter“, verrät Gundula Poch und gibt weiterhin den Tipp: „Zudem fordern wir auch jeden neuen Mitarbeiter selbst auf, sich in einer E-Mail an alle Mitarbeiter des Unternehmens kurz persönlich vorzustellen – gerne auch mit Foto und kleinen persönlichen Einblicken in Hobbys und Privatleben, damit jeder sich besser vorstellen kann, wer da neu an Bord gekommen ist.“

Gerade auch solche persönlichen Einblicke bieten gute Aufhänger für das erste Kennenlerngespräch. Und das Foto hilft, den neuen Kollegen bei nächster Gelegenheit besser zuordnen zu können.

Organisatorische Unterstützung und Vorbereitung

Ein neuer Mitarbeiter kann sich gerade im Home-Office am ersten Arbeitstag schon einmal schnell „verloren“ fühlen. Wie richte ich nochmal mein Telefon ein? Bis zu meinem nächsten Meeting ist es noch eine Stunde. Was mache ich so lange? In welchem virtuellen Raum treffen wir uns noch mal?

Experten-Tipp: Für das Onboarding im Home-Office ist es daher umso wichtiger, dass der Arbeitgeber den ersten Arbeitstag für neue Mitarbeiter sehr detailliert plant und gut organisiert. Feste Termine mit der IT, dem direkten Vorgesetzten sowie idealerweise auch mit dem Ansprechpartner der Personalabteilung sollten standardmäßig für den ersten Arbeitstag vorgesehen sein. Denn schließlich können sich neue Mitarbeiter am ersten Tag noch nicht vollständig selbst organisieren und hätten ohne vorab festgelegte Termine kaum Gelegenheit, die neuen Kollegen kennenzulernen.

Einarbeitung und Arbeitsplatzeinweisung im Home-Office

Damit der neue Mitarbeiter sich in seiner Home-Office-Tätigkeit schnell einarbeiten kann, sollte ihn der Teamleiter mit einem detaillierten Einarbeitungsplan unterstützen. Diesen sollte er am besten gleich am ersten Arbeitstag mit ins Gespräch bringen und ihn Schritt für Schritt mit dem neuen Mitarbeiter durchgehen. Auch ein Abgleich der Erwartungshaltungen ist von Anfang an sehr wichtig. Dabei kann auch das Festhalten der Ziele im Einarbeitungsplan weiterhelfen.

Inhalte des Einarbeitungsplans

· Aufgaben (Welche Aufgaben hat der Mitarbeiter und was gehört alles dazu?)

· Ansprechpartner (Wer sind die jeweiligen Ansprechpartner?)

· Ziele (Was soll in der Onboarding-Phase erreicht werden?)

· Timing (Was soll bis wann erledigt bzw. abgeschlossen sein?)

Die erste(n) Woche(n)

Innerhalb der ersten Arbeitswoche ist es ratsam, dem Neuankömmling ein gewisses Basiswissen zum Unternehmen mitzugeben, findet Gundula Poch und ergänzt hierzu: „Wir erklären unseren neuen Mitarbeitern im persönlichen Gespräch oder auch gemeinsam mit mehreren neuen Kollegen, sofern mehrere auf einmal starten, wie die interne Struktur des Unternehmens aussieht und welche Abteilungen und Teams es gibt. Dazu zeige ich ihnen das Organigramm unserer Firma. Außerdem zeigen wir eine Präsentation mit Informationen zu unserer Kultur, unseren Werten, unserer Vision – eben all das, was uns als Unternehmen ausmacht, wofür wir stehen und was uns zusammenhält und täglich motiviert. Wir bündeln diesen allgemeinen Part, der jeden Mitarbeiter gleichermaßen betrifft, bei der Personalabteilung, damit der Teamleader sich auf die individuelle Einführung des Mitarbeiters fokussieren kann.“

Das Kennenlernen der Kollegen und Vorgesetzten vom Home-Office aus

Ein ebenfalls wichtiger Bereich des Onboardings ist das Kennenlernen der Kollegen und Vorgesetzten. Neue Mitarbeiter können sich wesentlich schneller ins Unternehmen integrieren und produktiv arbeiten, wenn sie die richtigen Ansprechpartner kennen und dadurch keine Hemmschwelle bei der Kontaktaufnahme haben. Beim Onboarding im Home-Office macht es durchaus Sinn, wenn das Kennenlernen der Kollegen seitens des Vorgesetzten fester vorgegeben und organisiert wird als beim Onboarding im Office.

Anders als im Büro läuft man sich im Home-Office ja nicht mal eben im Flur über den Weg und lernt sich dabei spontan kennen. Es gibt also viel weniger spontane Gelegenheit zum Kennenlernen.

Feste Vorstellungstermine mit Kollegen per Videochat

Während der neue Mitarbeiter den Vorgesetzten in der Regel schon im Bewerbungsgespräch erlebt hat, sollte ab dem ersten Arbeitstag damit begonnen werden, dass der Neuankömmling seine Teamkollegen kennenlernt, z. B. indem er im Teammeeting vorgestellt wird.

„Damit der Neue schnell ins Tagesgeschäft reinkommen kann, geben Sie dem Mitarbeiter doch die Aufgabe, in den ersten Tagen Videochat-Termine mit Kollegen zu machen, mit denen er sehr eng zusammenarbeiten wird, um sich vorzustellen. Nehmen Sie diese Aufgabe auch in den Einarbeitungsplan auf. So steht eine gewisse Verbindlichkeit dahinter“, empfiehlt HR-Leiterin Gundula Poch.

Digitale Tools im Onboarding einsetzen

Hilfreich auch für das Onboarding von zu Hause aus sind digitale Tools wie Onboarding-Videos, in denen allgemeine Dinge erklärt werden, die für alle gleich sind. So muss nicht jeder Teamleader immer wieder das Gleiche erklären, sondern kann sich auf die individuelle Arbeitsplatzeinweisung fokussieren. Onboarding-Videos bieten sich zum Beispiel an, um den Umgang mit Anwendersystemen wie SAP zu erklären.

Solche standardisierten Onboarding-Maßnahmen gewährleisten zudem, dass jeder neue Mitarbeiter den gleichen Informationsstand beim Einstieg hat.

Willkommensgeschenk nach Hause senden

Wenn Ihr neuer Mitarbeiter im Home-Office startet oder permanent von zu Hause aus arbeiten wird, überraschen Sie ihn mit einem kleinen Willkommenspaket per Post mit gebrandeten nützlichen Arbeitsutensilien für den Telearbeitsplatz (Notizblock, Kugelschreiber, USB-Stick, Kaffeebecher etc.). So hat er vom neuen Arbeitgeber auch etwas „zum Anfassen“, gerade wenn alles andere virtuell ist.

Kommunikation und Feedback im Onboarding-Prozess

Durch einen regelmäßigen, persönlichen Austausch legen der Vorgesetzte und der neue Mitarbeiter den Grundstein für eine langfristige, vertrauensvolle Zusammenarbeit. In der Onboarding-Phase haben sich dafür vorab festgelegte Feedbackgespräche bewährt.

Bei der Organisation solcher Feedback-Loops gibt es viel Spielraum. „Bei uns führen die Teamleader engmaschig Feedbackgespräche mit neuen Mitarbeitern, um frühzeitig Schwierigkeiten beim Onboarding entgegenwirken zu können“, sagt die HR-Expertin.

Möglicher Feedback-Turnus

1. Nach einer Woche

Kurzes Feedback: Fühlt sich der neue Mitarbeiter wohl bei uns? Was können wir verbessern? Fehlt ihm noch irgendetwas, damit er seine Arbeit gut machen kann?

2. Nach einem Monat

Kurzes Feedbackgespräch zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter: Wie sind die ersten vier Wochen gelaufen? Konnte der neue Mitarbeiter seine Arbeit reibungslos aufnehmen? Hat er die Kollegen kennengelernt? Wie läuft die Zusammenarbeit?

3. Nach der Hälfte der Probezeit

Ein halb- bis einstündiges Feedbackgespräch zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter. Auch der Teamleiter hat hier die Gelegenheit, dem Mitarbeiter Feedback zu geben, inwieweit Erwartungen erfüllt wurden bzw. wo vielleicht nicht. So bekommt dieser bis zum Ende der Probezeit auch noch eine Chance, sich zu verbessern. Beide Seiten können durch dieses

Gespräch gemeinsam darauf hinarbeiten, dass die Probezeit erfolgreich zu Ende geht und der Mitarbeiter nach der Probezeit übernommen wird.

4. Am Ende der Probezeit

Ein halb- bis einstündiges Feedbackgespräch zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter.

Beim Einholen von kurzen Feedbacks nach einer Woche bzw. einem Monat können standardisierte Befragungen per Online-Fragebogen unterstützen.

Wo Standardisierung und Digitalisierung im Onboarding lohnen

Gerade bei den standardisierten Maßnahmen ist eine Digitalisierung des Onboarding-Prozesses mehr als sinnvoll – von der Effizienz ganz zu schweigen.

Insofern lohnt es sich zu prüfen, ob die während des Corona-Lockdowns digitalisierten Maßnahmen wie Onboarding-Videos nicht auch standardmäßig zukünftig im Unternehmen eingesetzt werden können. Oder falls Sie noch nicht auf digitale Onboarding-Maßnahmen setzen: Macht es für Ihr Unternehmen Sinn, den ein oder anderen Prozessschritt im Onboarding zu digitalisieren?

Persönliche Gespräche trumpfen

Neben dem Einsatz digitalisierter und standardisierter Onboarding-Maßnahmen ist Gundula Poch aber ebenso davon überzeugt, dass das Persönliche im Onboarding-Prozess nicht zu kurz kommen darf:

„Wichtig ist, dass wir auch im Home-Office stets ein Gesicht vor Augen haben, wenn wir mit einem Kollegen sprechen. Daher nutzen wir bei karriere tutor® stets Videochat-Tools wie Skype und MS Teams. Das Telefon benutzen wir nur für Gespräche mit Externen.“

Unser Abschlusstipp lautet daher: Führen Sie das Gespräch per Video-Chat als Standard anstelle des Telefongesprächs für das Home-Office ein. Schließlich steht und fällt das Onboarding neuer Mitarbeiter mit einer vertrauensvollen Kommunikation.

Wie wird unsere Arbeitswelt nach Corona aussehen? Das ist aktuell eine der Fragen, die sich viele bereits jetzt – auch wenn das Virus noch lange nicht bekämpft ist – stellen. Vieles dreht sich in der medialen Diskussion um das Arbeiten im Home-Office sowie um den „erzwungenen“ Digitalisierungsschub für viele Unternehmen. Aber das ist längst nicht das Ende der Fahnenstange. Die Gelegenheit zur Veränderung unserer Arbeitsgewohnheiten sowie ganzer Unternehmensorganisationen ist so günstig wie noch nie.  Es ist darum Zeit, dass wir uns vor dem Hintergrund von New Work damit auseinandersetzen, was modernes Arbeiten in der neuen Arbeitswelt eigentlich auszeichnet, wo wir stehen und was uns letztlich glücklich und damit erfolgreich macht.

Herausforderungen unserer heutigen Arbeitswelt

Unser heutiger Arbeitsmarkt steht neben der digitalen Transformation vor mehreren großen Herausforderungen:

  1. Fachkräfteengpass

In einigen Branchen wie der IT-Branche gibt es bereits seit Jahren einen großen Fachkräfteengpass. Wenn wichtige Stellen über Monate hinweg unbesetzt bleiben, leidet darunter die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit nicht nur einzelner Unternehmen, sondern mitunter ganzer Industrien. Zudem verabschiedet sich die Babyboomer-Generation in naher Zukunft in den Ruhestand. Dadurch wird der Mangel an Fachkräften noch prekärer.

  1. Überlastete und veraltete Infrastrukturen für den Berufsverkehr

Überlastete und veraltete Infrastrukturen erschweren den Berufsverkehr. Wenn Berufstätige Woche für Woche stundenlang im Stau stehen, statt die verfügbare Zeit in produktive Arbeitszeit umwandeln zu können, leidet darunter die volkswirtschaftliche Produktivität.

  1. Schaffung von Chancengleichheit und bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf / Work-Life-Balance

Chancengleichheit, etwa zwischen berufstätigen Frauen und Männern, sowie eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind wichtige Voraussetzungen für eine florierende Wirtschaft, gerade vor dem Hintergrund des Fachkräfteengpasses.

  1. Generationswechsel und Wertewandel

Die Generationen X, Y und Z prägen zunehmend unsere Arbeitswelt. Jede einzelne dieser Generationen unterscheidet sich mehr oder weniger von den anderen und handelt nach unterschiedlichen Werten. Daher müssen sich Unternehmen auf einen Wandel der Führungskultur einstellen.

Die Frage ist: Wie soll unsere neue Arbeitswelt aussehen, um diesen Herausforderungen zu begegnen, und inwiefern ist die Corona-Pandemie eine Chance, New Work nicht nur in jungen Start-ups, sondern flächendeckend einzuführen?

Corona-Folgen und New Work

Wenn wir heute von New Work („neue Arbeit“) sprechen, wird im gleichen Atemzug auch die Digitalisierung genannt. Handelt es sich doch um den Megatrend, von dem wir aktuell den größten Einfluss auf unsere zukünftige Arbeitswelt erwarten. Umfassend betrachtet beschäftigen wir uns bei dem Thema New Work damit, wie wir in Zukunft (zusammen) arbeiten wollen, was uns bei der Arbeit wichtig ist, was uns glücklich macht und wie wir der digitalen Transformation innovativ begegnen können.

Doch welche Learnings können wir aus der Corona-Krise in Bezug auf unsere „neue Arbeit“ mitnehmen?

Flexibilisierung: Home-Office kein Karrierekiller mehr

Was vor Corona für viele Unternehmen und insbesondere für einzelne Führungskräfte undenkbar war, ist nun von heute auf morgen Realität: das unternehmensweite Arbeiten im Home-Office für so viele Mitarbeiter wie möglich.

Die großen Tech-Konzerne aus dem Silicon Valley wie Twitter und Facebook gingen mutig voran und verkündeten, dass ein Großteil der Mitarbeiter auch nach Corona im Home-Office arbeiten darf bzw. wird.

Argumente für das Home-Office

Inzwischen hört man auch von deutschen Firmen Verlautbarungen, das Home-Office als dauerhafte Lösung für Mitarbeiter anzubieten. Unter den ersten sind Banken und Dienstleistungsunternehmen, bei denen ein Großteil der Tätigkeiten problemlos auch von zu Hause aus erledigt werden kann. Nicht nur die hohen Kosten für Büroimmobilien in teuren Großstädten wie München oder Frankfurt treiben die Überlegungen an. Neben den möglichen Kosteneinsparungen ergeben sich viele weitere Chancen für Arbeitgeber, insbesondere im Hinblick auf die Mitarbeitermotivation und -bindung.

Vorgesetzte dürften inzwischen festgestellt haben, dass die Produktivität ihrer Mitarbeiter durch die Home-Office-Tätigkeit eher steigt als sinkt. Und Mitarbeiter, die sich vorher für den Bürojob zur Rushhour in den Berufsverkehr Richtung Großstadt drängen mussten, haben nun erfahren, wie es ist, wenn man sich morgens ohne Stress direkt an den Schreibtisch setzen und einfach arbeiten kann. Wenn wir dadurch an Lebenszeit gewinnen, wird dies unweigerlich dazu führen, dass uns unsere Arbeit mehr Spaß macht und wir dieses Work-Life-Blending-Modell, in dem sich Berufs- und Privatleben mehr und mehr vermischen, befürworten werden.

Zusammengefasst gibt es viele Gründe anzunehmen, dass das durch Corona salonfähig gewordene Home-Office den Weg für eine fortschreitende Flexibilisierung ebnen wird.

Argumente gegen das Home-Office

Aber nicht für jeden Beschäftigten ist das Home-Office der Weisheit letzter Schluss. Einige befürchten die soziale Isolation und dass die Teamarbeit darunter leidet. Andere sehen die Gefahr, dass das Berufs- und das Privatleben immer mehr verschwimmen.

Führungskräfte sollten aktuell den Corona-bedingten Ausnahmezustand – wie etwa für berufstätige Eltern mit Kindern zu Hause – berücksichtigen. Langfristig gilt es für Unternehmen, flexible Arbeitskonzepte anzubieten, die auf die unterschiedlichen Lebenssituationen der Mitarbeiter eingehen und Freiheiten schaffen.

Flexible Arbeitszeitmodelle

Was flexible Arbeitszeitmodelle wie Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit oder Lebensarbeitszeitkonten betrifft, greift das gleiche Prinzip wie bei der freien Wahl des Arbeitsortes: Wenn uns solche Modelle ermöglichen, Privates und Berufliches besser unter einen Hut zu bekommen, fühlen wir uns als Gestalter unserer eigenen Lebenszeit und nicht als der sprichwörtliche Hamster im Hamsterrad.

Schenkt uns unser Arbeitgeber das Vertrauen, unsere verfügbare Arbeitszeit im Sinne des Unternehmenserfolges produktiv einzusetzen, fühlen wir uns diesem umso verbundener. Unsere Wechselwilligkeit sinkt, unsere Motivation und Produktivität steigen. Wenn das nicht nach einer veritablen Lösung für die Herausforderung des Fachkräftemangels klingt!

Vernetzung und Kollaboration nehmen zu

Was bereits vor der Pandemie am Kommen war, wurde nun durch das neuartige Virus befeuert: Im Handumdrehen wurden weltweite Forschungsprojekte aus dem Boden gestampft, um einen Impfstoff zu finden. Konkurrierende Tech-Unternehmen arbeiten nun eng zusammen, um schnellstmöglich eine Corona-Nachverfolgungs-App zu entwickeln.

Dies zeigt, dass in der globalen Krise auch die Chance steckt, uns global, branchen- und teamübergreifend stärker zu vernetzen. Wenn wir hierbei die Erfahrung sammeln, dass uns neue Kollaborationsformen stärker machen und wir sogar ungeahnte Potenziale freisetzen können, werden die Vernetzung und Kollaboration in unserer Arbeitswelt nach Corona zunehmen. Und das ist auch wichtig, denn zukünftig werden Unternehmen sich mehr und mehr Herausforderungen stellen müssen, bei denen vereinte Kräfte gefragt sind.

Damit dies jedoch gelingt, müssen Unternehmen intensiv daran arbeiten, Mitarbeiter aus ihren Silos herauszuholen und stärker zu vernetzen. Hierbei kommt es darauf an, dass die tägliche Arbeit Perspektivenwechsel, Adaption und Wissenstransfer ermöglicht. Agile Arbeitsweisen wie Scrum® oder Projektmanagementmethoden wie ITIL® oder PRINCE2® helfen Ihnen, die digitale Transformation in Ihrem Unternehmen umzusetzen. Nicht schon wieder dieses Buzzword „agil“, denken Sie jetzt?

New Work und Agilität – nichts als Buzzwords?

Zugegeben: „Agil“ wird gern auch als modernes Schlagwort genutzt, um als Unternehmen besonders „hip“ zu wirken. Auch mag es vorkommen, dass agile Arbeitsmethoden von Personen praktiziert werden, die nicht wirklich verstanden haben, worum es beim agilen Arbeiten geht bzw. welche Verantwortung sie mit ihrer Rolle tragen. So werden in manchen Bereichen Scrum Master® auch gern mal dauerhaft als Organisatoren für Meetings eingesetzt. Das hat mitunter nichts mit Scrum® und Agilität zu tun.

So verstanden ist die Wertigkeit solcher New-Work-Konzepte natürlich zu hinterfragen. Aber wenn Sie in Ihrem Unternehmen Agilität ernst nehmen und alle Beteiligten korrekt und konsequent danach arbeiten, hat dies immense Vorteile und Potenziale.

Digitale Tools und Technologien dank Corona endlich praxiserprobt

Digitale Tools und Technologien, die durch die Corona-Quarantäne verstärkt zum Einsatz gekommen sind, werden auch in der „neuen Normalität“ im Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken sein. Videokonferenztools wie Microsoft Teams oder Skype for Business haben sich als sehr effiziente Kommunikationsmittel in der Business-Welt erwiesen. Sehr wahrscheinlich werden sie zukünftig auch so manch eine Geschäftsreise ersetzen. Fluggesellschaften wie die Lufthansa rechnen damit, dass das Geschäft mit den Business-Flügen nicht mehr das Niveau wie vor Corona erreichen wird, und wollen stattdessen mehr auf die private Reisetätigkeit ihrer Kunden setzen.

Demokratisierung der Unternehmensführung und Abbau von Hierarchien?

New Work sieht vor, dass Angestellte selbstbestimmt und eigenverantwortlich arbeiten, weil dies die Motivation fördert. Dadurch wiederum steigen Produktivität, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. So wurden in den letzten Jahren in einigen Unternehmen innovative Führungskonzepte entwickelt und erprobt, in denen Mitarbeiter mehr mitgestalten und mitentscheiden. Viele Betriebe hinken hier aber noch hinterher.

Wandel des Führungsstils

Die New-Work-Bewegung plädiert daher für einen Wandel des Führungsstils in Unternehmen. Oberstes Ziel sollte dabei die vertrauensvolle, ergebnisorientierte und tolerante Zusammenarbeit sein. Ein Beispiel für einen New-Work-Führungsstil ist das sogenannte „Digital Leadership“. Digital Leadership soll den digitalen Wandel im Unternehmen vorantreiben. Der Führungsstil der Digital Leader ist dadurch gekennzeichnet, dass sie ihre Mitarbeiter darin bestärken, Neues auszuprobieren, eigene Ideen nicht nur zu entwickeln, sondern auch hartnäckig zu verfolgen sowie aus Fehlern zu lernen. Auch sollten Führungskräfte im Sinne einer New-Work-Kultur ihren Mitarbeitern selbst vorleben, wie sie vernetzt arbeiten und ihr Wissen mit Kollegen teilen. Sie sollten ihre Mitarbeiter ferner darin coachen, eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen und danach zu handeln.

Fokus auf Kompetenzentwicklung und Skillmanagement

Dies setzt wiederum voraus, dass Führungskräfte und Personalentwickler Kompetenzentwicklung und Skillmanagement in den Fokus stellen. Dafür gilt es, die unverzichtbaren Fähigkeiten für die digitale Arbeitswelt zu entwickeln sowie im Rahmen von Personalentwicklungsgesprächen die persönlichen Hard und Soft Skills jedes einzelnen Mitarbeiters zu definieren und aufzubauen.

New Work für ein schlagkräftiges Krisenmanagement?

Kritiker eines solchen New-Work-Führungsstils geben hierbei eine mögliche Überforderung zu bedenken. Nicht jeder Mitarbeiter könne und wolle selbstbestimmt und eigenverantwortlich arbeiten oder gar entscheiden. Zumal im Zuge der Corona-Pandemie viele Angestellte unvorbereitet von heute auf morgen ihre Arbeitsweisen umstellen und auf sich allein gestellt im Heimbüro arbeiten sollten bzw. mussten.

Es gibt auch Diskussionen darüber, ob nicht gerade in der Krise eine Geschäftsführung benötigt werde, die kurzerhand Top-down-Entscheidungen treffen und schnell durchgreifen kann. So könne auch ein zu großes Mitspracherecht der Mitarbeiter dazu führen, dass das Unternehmen nicht mehr schnell genug auf Marktveränderungen reagieren kann. All solche Überlegungen gilt es schließlich für jedes Unternehmen selbst abzuwägen.

Chancen erkennen und schnell handeln

Halten wir fest, dass wir in vielen Bereichen noch ganz am Anfang der Arbeitswelt 4.0 stehen. Die Corona-Krise hat jedoch definitiv einen Beitrag zur digitalen Transformation geleistet. Dass wir uns einen anderen Zünder gewünscht hätten, steht hierbei außer Frage. Nun gilt es für uns alle, die Chancen der Krise zu erkennen und Modelle, die uns glücklicher und erfolgreicher machen können, schnell umzusetzen. Legen wir los!b