Wie hebe ich mich im Bewerbungsprozess von meinen Mitbewerbern ab? Wie schaffe ich es, im Vorstellungsgespräch mit meiner Persönlichkeit zu punkten? Gerade jetzt vor dem Hintergrund der angespannten Situation auf dem Arbeitsmarkt ist es wichtig, ein klares Profil zu zeigen. Ein exzellenter Weg, um dies zu tun, ist, die eigene Geschichte zu erzählen. In diesem Beitrag erfährst du, wie dir dies mithilfe von Storytelling gelingt.

Krisenzeiten als Chancenzeiten

Krisen sind herausfordernd. Aber sie sind auch eine gute Möglichkeit, um die eigene Komfortzone zu verlassen und neue Wege zu beschreiten; manchmal aus eigenen Stücken, manchmal notgedrungen, weil es die Umstände erfordern. Schon in den letzten Jahren zeichnete sich ein Trend ab: Personaler interessierten sich längst nicht mehr nur für die Hard Skills ihrer Bewerber, sondern zunehmend auch für deren Persönlichkeit. Es wird immer relevanter für sie, wie ein Mensch gestrickt ist, welche Charaktereigenschaften er mitbringt und was das für ein bestehendes Team, zu dem er als neuer Mitarbeiter stößt, bedeutet. Ein Trend, der sich während der Pandemie noch verstärkte, denn nun ist es noch wichtiger, dass Mitarbeiter neben dem nötigen Know-how auch die nötige Lebenserfahrung und -einstellung mitbringen, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern. Wenn du heute auf der Suche nach einer Stelle bist, kommst du also – erfreulicherweise – nicht mehr drum herum, mehr von dir zu zeigen. Deine persönliche Geschichte ist die Grundlage für erfolgreiche Bewerbungsschreiben und Vorstellungsgespräche.

Durch Storytelling länger in Erinnerung bleiben

Sowohl in Bewerbungen als auch in Vorstellungsgesprächen bleibt in der Regel nicht die Zeit, um deinen ganzen Lebenslauf ausführlich auszubreiten. Trotzdem möchtest du als Bewerber natürlich in positiver Erinnerung bleiben – gerade weil sich nach dir unter Umständen noch viele weitere Bewerber vorstellen. Genau dabei hilft dir die Technik des Storytellings, denn durch sie kannst du deinem Gegenüber in kurzer Zeit präsent werden und bleiben. Experten der Stanford Graduate School of Business sagen, dass Geschichten sogar ganze 22 Mal besser erinnert werden als reine Fakten. Das liegt daran, dass Geschichten nicht nur unseren Verstand, sondern auch die Gefühlsebene ansprechen und durch die geweckten Emotionen viel besser und länger in Kopf (und Herz) bestehen bleiben.

So machst du deinen Werdegang zur Story

Wie aber kommst du nun zu dieser eigenen Geschichte? Wichtig ist, zunächst einmal zu reflektieren, was dich ausmacht und wie dein Weg bis zum heutigen Zeitpunkt aussah. Persönlichkeitsmodelle wie das Big-Five-Modell können dir helfen, deine persönlichen Stärken und Schwächen konkret zu erfassen. Notiere dir außerdem die relevantesten beruflichen Stationen, die du bisher durchlaufen hast. Wichtig: Notiere dir positive wie negative Aspekte, denn eine glaubhafte Story enthält nicht nur Höhepunkte, sondern immer auch Niederlagen und Rückschläge.

Hast du diese Übersicht angelegt, schreibst du daraus deine eigene Story, die du später in dein Bewerbungsschreiben einsetzt oder im Vorstellungsgespräch erzählst. Nutze hierfür eine der folgenden Vorlagen als Inspiration:

Storytelling mit der Heldenreise

Die klassische Heldenreise findet sich in zahlreichen Sagen und Märchen und ist die ursprüngliche Variante des Storytellings. Aber sie kann dir auch als Inspiration für eine spannende Bewerbergeschichte dienen, die einen bleibenden Eindruck bei deinen Gesprächspartnern hinterlässt. In der klassischen Heldenreise …

Übertragen auf deine berufliche Story bedeutet dies: Wo hat sich dir vielleicht schon einmal eine berufliche Chance eröffnet, die du nicht sofort genutzt hast? Was hat dir geholfen – vielleicht sogar unmittelbar vor dieser Bewerbung, für die du deine Story nutzen möchtest?

Eine Heldenreisen-Story im beruflichen Kontext kann beispielsweise so lauten:

„Ich habe mich schon immer für technische und gesellschaftliche Innovationen interessiert, nach meinem Studium aber zunächst die ganz klassische Laufbahn eingeschlagen. Doch dieses Bedürfnis, wirklich etwas Zukunftsfähiges zu entwickeln und dadurch das Leben vieler Menschen zum Positiven zu verändern, hat mich nicht losgelassen. Deshalb habe ich mich nebenbei mehr und mehr im Bereich Change Management weitergebildet. Das war neben meinem Job und der Familie eine zeitliche Herausforderung, aber dank meiner guten Dozenten und meines inneren Antriebs habe ich es geschafft und die Prüfung bestanden. Ich weiß noch, dass ich damals wegen eines defekten Laptops fast zu spät zur Abschlussprüfung kam, aber letztlich hat alles funktioniert und ich darf mich nun zertifizierter Change Manager nennen. Das bedeutet mir sehr viel, weil ich nun dieses tiefe Bedürfnis nach positiver Veränderung auch praktisch ausleben und Unternehmen damit in eine sichere Zukunft begleiten kann.“

Mithilfe dieser Story zeigst du sowohl Persönlichkeit als auch Know-how. Du präsentierst dich als engagierten potenziellen Mitarbeiter, der für seine Überzeugungen und den Unternehmenserfolg in seinem Fachbereich auch Hindernisse und Herausforderungen in Kauf nimmt. Durch den Aspekt der fast verpassten Prüfung wirkst du zudem menschlich und nahbar und bleibst in Erinnerung.

Storytelling mit dem Ist-Visions-Kontrast von Nancy Duarte

Die amerikanische Schriftstellerin und Speakerin Nancy Duarte analysierte zahlreiche Reden im Hinblick auf deren Erfolgsfaktor und stellte fest, dass vor allem Geschichten darin eine tragende Rolle spielen. Konkret Geschichten, an deren Ende eine verwirklichte Vision steht. Auch ihr Modell kannst du für deine eigene Story nutzen. Es besteht aus drei Elementen:

In Nancy Duartes Storytelling-Ansatz wird eine bestehende Situation dadurch verbessert, dass eine klare Zukunftsvision Wirklichkeit wird. Dies geschieht durch den Einsatz eines bestimmten Produktes bzw. in deinem Fall natürlich durch dich als potenziellen Mitarbeiter. Wichtig ist hierbei, dass du dich gut über das Unternehmen, bei dem du dich bewirbst, informierst. Denn diese Art der Story ist eine, die dich noch stärker mit dem Unternehmen verbindet, als es beispielsweise die sehr um dich zentrierte Heldenreise tut.

Deine Story mithilfe des Ist-Visions-Kontrastes könnte z. B. so lauten:

„In den letzten 15 Jahren war ich als HR-Mitarbeiterin angestellt und betreute unsere Bewerber. Ich rief sie an, schickte ihnen unseren Fragebogen zu und organisierte Besprechungsräume. Das funktionierte gut, war aber für alle Beteiligten immer recht kompliziert. Ich erinnere mich noch gut an doppelt belegte Räume oder Bewerber, die aufgrund der schwierigen Parkplatzsituation vor Ort völlig abgehetzt zu den Gesprächen kamen. Manchmal so spät, dass unser Vorgesetzter sich überhaupt kein Bild von der Person machen konnte, weil die ganze Atmosphäre so stressüberlagert war.

Ich wünschte mir immer, dass wir diesen Prozess anders, moderner und freier gestalten könnten. Dass wir uns z. B. einfach online treffen und ich dabei unterstützen könnte, dass alle Bewerber und natürlich auch unsere Personaler entspannt in solch wichtige Gespräche starten. So wie Sie es in Ihrem Unternehmen machen. Ich kann mir gut vorstellen, diesen Ansatz des Online-Bewerbungsgespräches tatkräftig zu unterstützen und nach und nach auszubauen, bis Ihrer Firma der Ruf als modernes, digital aufgestelltes Unternehmen weit über die Stadtgrenzen hinaus vorauseilt. Wäre das nicht schön, wenn uns das gelänge?“

In diesem Fall hast du als Bewerber einen positiven Aspekt des Unternehmens (führt bereits Online-Vorstellungsgespräche) mit einer positiven Vision (ist als moderne Arbeitgebermarke über die Stadtgrenzen hinaus bekannt) und deiner Person (du möchtest genau dabei unterstützen und siehst darin deine Passion) verknüpft. Durch deine Geschichte bleibst du also nicht nur in Erinnerung, sondern hebst dich zugleich von deinen Mitbewerbern ab.

Authentisch sein im Bewerbungsprozess

Es geht längst nicht mehr darum, perfekt zu wirken, sondern vielmehr um Authentizität. Dazu gehört auch, dass du deine Geschichte mit Höhen und Tiefen erzählst und von Stationen oder Situationen berichtest, die vielleicht nicht ideal abliefen. Wichtig ist, dass du aufzeigst, wie du der Situation noch eine positive Wendung gegeben hast und was du dabei gelernt hast. Dadurch wirkst du ehrlich und malst gleichzeitig ein positives Bild von dir als potenziellem neuem Mitarbeiter.

Authentizität ist zum Modebegriff geworden. Doch tatsächlich steckt hinter dem etwas vagen Begriff bei näherem Hinsehen großes Potenzial für dich und deinen Erfolg im Job. Lies hier die sechs Vorteile, die dir Authentizität im Job bringt, und wie du lernst, selbst authentisch aufzutreten.

Was bedeutet Authentizität?

Der Begriff der Authentizität leitet sich vom griechischen Wort „authentikos“ ab, das so viel bedeutet wie „zuverlässig“ oder „Urheber“. Wer als Mensch authentisch ist, ist also „echt“ bzw. „ein Original“ und verstellt sich nicht bzw. spielt nichts vor, das nicht der eigenen Person entspricht.

Soll ich im Job authentisch sein?

Doch was bedeutet Authentizität im beruflichen Kontext? Das Business-Netzwerk XING führte eine Studie zur Zufriedenheit am Arbeitsplatz durch. Das Ergebnis: 45 % der Befragten unterschieden zwischen einem privaten und einem beruflichen Ich, gaben sich im Job also anders als privat. Ganze 42 % empfanden es sogar so, als müssten sie im Job eine Rolle spielen. Ein Spagat, der von vielen als belastend empfunden wird und eben alles andere als authentisch ist.

Doch kann Authentizität im Berufsleben überhaupt funktionieren? Ist es nicht zwangsläufig so, dass jeder innerhalb eines Systems, z. B. eines Projektteams, eine gewisse Rolle zugeteilt bekommt? Ja und nein, denn natürlich gibt es fest definierte Positionen und Zuständigkeiten. Trotzdem kannst du innerhalb dieser authentisch sein und musst keine Rolle spielen.

Wie werde ich authentisch?

Falls du das Gefühl hast, im Beruf nicht ganz du selbst sein zu dürfen, lohnt es sich, dir folgende Frage zu stellen: „Wie bin ich, wenn ich authentisch bin?“ Folgende Übungen können dir dabei helfen, ein klares Bild von deiner authentischen, also deiner echten Persönlichkeit zu zeichnen:

  1. Persönlichkeitsprofil herausfinden

Weißt du, was deine Persönlichkeit ausmacht? Welche Eigenschaften hast du? Wo sind deine Besonderheiten? Um zu wissen, wie deine authentische Version von dir aussieht, kannst du im ersten Schritt Persönlichkeitstests zurate ziehen. Du findest online viele Tests, um dein Persönlichkeitsprofil mithilfe verschiedener Fragen zu erfahren (z. B. 16personalities.com oder 123test.com. Eines der bekanntesten Modelle, das dir zugleich mehr über deine größten Kompetenzen im Job verrät, ist das Big-Five-Persönlichkeitsmodell.

  1. Persönliche SWOT-Analyse durchführen

Vielleicht kennst du aus dem beruflichen Kontext das Vorgehen bei einer SWOT-Analyse. Dabei stellst du Stärken und Schwächen auf und notierst Vorteile und Potenziale, aber auch Risiken und Gefahren, die daraus entstehen. Eine solche SWOT-Analyse kannst du auch für dich als Person durchführen. Notiere deine wichtigsten drei bis fünf Stärken und Schwächen und frage dich, welche Chancen, aber auch welche Risiken sich dahinter verbergen.

Tipp: Diese Übung ist die perfekte Vorbereitung für ein gelungenes Bewerbungsschreiben.

  1. Top-Werte definieren

Das in der Studie von den Befragten erwähnte Gefühl, eine Rolle spielen zu müssen, entsteht häufig, wenn du als Mensch gegen deine innersten Überzeugungen und Grundwerte handelst. Ist einer deiner wichtigsten Werte beispielsweise Selbstbestimmtheit, aber du hast in deiner Position keinerlei Möglichkeit, selbstbestimmt zu handeln, agierst du entgegen deinen Werten. Ein Zustand, der auf Dauer unzufrieden macht. Um im Job authentisch zu sein, ist es deshalb sinnvoll, wenn du deine persönlichen Werte klar benennen kannst. Mache dir eine Liste mit den fünf bis zehn wichtigsten Werten, um klarer herauszustellen, welche Ansichten zu dir gehören und welche nicht echt sind.

Sechs Job-Vorteile dank Authentizität

Was bringt es nun, wenn du diese drei Übungen durchgeführt hast? Zunächst einmal ein klareres Bild von dir und deinen wahren Überzeugungen und Fähigkeiten. Aus diesem Bild heraus kannst du sechs klare Vorteile generieren, die dich im Job glücklicher und auch erfolgreicher machen können.

  1. Du findest eher den Job, der wirklich zu dir passt.

Wenn du deine Werte und Fähigkeiten kennst, hast du zugleich ein viel klareres Bild von deinem Traumjob. Ist einer deiner Werte Verantwortungsbewusstsein, macht es für dich Sinn, nach einer Position auf Leitungsebene zu suchen. Bist du ein Mensch, der viel Wert auf Ruhe legt und sich nur in ruhiger Umgebung konzentrieren kann, solltest du dies bei der Auswahl deines Arbeitsumfeldes ebenfalls berücksichtigen. Orientierst du dich an deinen Werten, findest du deutlich wahrscheinlicher einen Job, der wirklich zu dir passt.

  1. Du erhöhst deine Chancen im Bewerbungsprozess.

Wenn du deine persönliche SWOT-Analyse durchgeführt hast, weißt du nicht nur, welche Stärken dir entsprechen, sondern kannst bereits in der Bewerbung und anschließend im Vorstellungsgespräch ein authentisches Bild von dir präsentieren. Nenne deine wahren Stärken und das Potenzial, das du in deiner potenziellen neuen Stelle einbringen könntest. Welche Vorteile kann das Unternehmen aufgrund deiner Stärken erwarten? Betone dies. Dadurch wirkst du glaubhaft und erhöhst gleichzeitig deine Chancen auf eine Zusage.

  1. Du kommunizierst erfolgreicher.

Je authentischer du bist, umso leichter fällt dir in der Regel die Kommunikation mit anderen. Du musst nicht in jeder Situation neu überlegen, welche Ansichten du vertrittst und welche nicht, sondern zeigst dich echt und glaubhaft. Deine Kommunikation ergibt ein stimmiges Gesamtbild und ermöglicht es anderen, dich als Gesprächspartner besser einzuschätzen.

  1. Du beugst Missverständnissen im Job vor.

Im Job authentisch zu sein, bedeutet nicht, dass du um jeden Preis deine Meinung durchboxt und keinerlei Kompromiss mehr eingehst. Es erleichtert dir aber, möglichen Missverständnissen vorzubeugen. Wenn du weißt, was dir wichtig ist und was gegen deine eigenen Überzeugungen ist, kannst du bestimmte Situationen besser einordnen und möglichen Missverständnissen und Unstimmigkeiten leichter vorbeugen. Du erkennst bestimmte emotionale Trigger, also Auslöser deiner Reaktion, und kannst sie von der sachlichen Information trennen.

  1. Du bist selbstbewusster und überzeugender.

Je klarer du weißt, was du möchtest und was dir entspricht, umso selbstbewusster trittst du im Job auf. Denn jedes echte Argument, an dem dir wirklich etwas liegt, kannst du mit mehr Selbstbewusstsein und Überzeugungskraft vorbringen. Durch ein authentisches Auftreten begeisterst du auch andere und kannst sie leichter von deinen Ideen überzeugen.

  1. Du erhältst dir deine Leistungsfähigkeit.

Authentisch nach deinen Vorstellungen und Werten arbeiten zu können, erhält auch deine Leistungsfähigkeit. Denn du musst keine Rolle spielen und dich hinter dieser verstecken. Du kannst deine volle Konzentration auf wichtige Dinge richten. Das spart Kraft und gibt ein gutes Gefühl.

Authentisch erfolgreich sein

In einem Team treffen verschiedene Persönlichkeiten mit verschiedenen Ansichten und Meinungen aufeinander. Je authentischer der Einzelne ist, umso klarer kann er seinen Standpunkt vertreten und umso besser können sich die Mitarbeiter untereinander auch einschätzen. Positionen können nach fachlichen und persönlichen Fähigkeiten vergeben werden und die Kommunikation wird klarer. Am Ende erfordert die Zusammenarbeit natürlich immer auch Kompromisse. Je besser du aber weißt, was du möchtest und wie du in bestimmten Situationen reagierst, umso reflektierter kannst du vorgehen und umso erfolgreicher wirst du und das ganze Team sein. Authentizität lohnt sich im Job also definitiv auf mehreren Ebenen.

Kennst du bereits deine fünf wichtigsten Persönlichkeitsmerkmale? Weißt du, was diese für deinen Job bedeuten? In diesem Artikel erklären wir dir anhand des Fünf-Faktoren-Modells, welche Persönlichkeitsmerkmale du kennen solltest und wie du dein Potenzial bestmöglich ausschöpfst, um beruflich noch erfolgreicher und zufriedener zu werden.

Was ist das Fünf-Faktoren-Modell?

Das Fünf-Faktoren-Modell, oftmals auch als „Big Five“ bezeichnet, ist ein Modell aus der Persönlichkeitspsychologie. Es geht davon aus, dass die Persönlichkeit jedes Menschen fünf Haupteigenschaften hat, die unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Je nachdem, wie stark oder schwach diese Haupteigenschaften vorhanden sind, entsteht eine individuelle Gesamtpersönlichkeit.

Diese fünf Haupteigenschaften sind:

Da die Anfangsbuchstaben der englischen Begriffe die leicht zu merkende Kombination „OCEAN“ ergeben, ist das Big-Five-Modell auch unter dem Namen „OCEAN-Modell“ bekannt.

Es gibt bei den Eigenschaften der Big Five keine Unterscheidung in „vorhanden“ oder „nicht vorhanden“, sondern eine ganz unterschiedlich starke oder schwache Ausprägung. Du als Mensch besitzt also immer die Eigenschaft „Offenheit“, bewegst dich aber ganz individuell auf einer Skala von eher verschlossen bis sehr offen. Menschen, die einen hohen Grad an Extraversion aufweisen, bewegen sich auf der Skala dieses Merkmals weit oben. Trägt jemand nur eine sehr geringe Extraversion in sich, ist er also wenig extravertiert beziehungsweise ist er eher introvertiert.

Was bedeuten die Big Five im Job?

Sehen wir uns nun an, was die fünf Merkmale im Job konkret bedeuten. Du wirst von diesem Wissen in vielen Bereichen enorm profitieren können. Sei es, weil du deine Stärken in einer Bewerbung hervorheben möchtest oder weil du diese im Job bestmöglich einbringen willst.

Persönlichkeitsmerkmal „Offenheit“ im Job

Wenn du sehr viel Offenheit in dir trägst, dann bist du höchstwahrscheinlich ein Mensch, der im Job Dinge gut voranbringen kann. Denn dieses Persönlichkeitsmerkmal bedeutet, dass du neue Anforderungen und Herausforderungen gerne annimmst und bereit bist für Veränderungen.

Vorteile: Gerade in der Digitalisierung sind Mitarbeiter mit einem hohen Anteil an Offenheit wertvoll für ein Unternehmen und besonders im Change-Management gut aufgehoben. Du hast dank deiner Offenheit das Potenzial, Teams gut durch Veränderungsprozesse zu führen, und bist als Selbstständiger in der Lage, ein Geschäftsmodell mit Zukunft für dich selbst zu entwickeln.

Herausforderungen: Ist dieses Persönlichkeitsmerkmal bei dir stark ausgeprägt, kann dich das aber auch etwas wankelmütig machen. Möglicherweise wirst du schnell ungeduldig, wenn ein neuer Prozess am Anfang noch etwas hakt. Als sehr offener Mensch solltest du deshalb im Berufsleben immer achtsam sein und Dingen bewusst die Zeit geben, die sie brauchen.

Persönlichkeitsmerkmal „Gewissenhaftigkeit im Job

Gewissenhafte Menschen handeln sorgfältig, überlegt und meist sehr zuverlässig. Dieses Persönlichkeitsmerkmal ist ebenfalls sehr wertvoll im Job, egal ob du allein oder im Team arbeitest.

Vorteile: Wenn das Persönlichkeitsmerkmal „Gewissenhaftigkeit“ bei dir stark ausgeprägt ist, bist du möglicherweise die tragende Säule deines Teams. Du eignest dich hervorragend dafür, verantwortungsvolle Aufgaben zu übernehmen und die zuverlässige und planvolle Umsetzung von Projekten zu überwachen.

Herausforderungen: Menschen mit einer hohen Ausprägung an Gewissenhaftigkeit laufen Gefahr, Dinge mit einem sehr hohen, manchmal auch zu hohem Anspruch zu erledigen. Ein gewisses Maß an Perfektionismus wirkt beflügelnd, während eine zu hoch angesetzte Erwartung dich auch ausbremsen oder gar belasten kann. Achte hier auf einen Ausgleich. Hilfreiche Techniken dafür findest du im Artikel zum Stressmanagement.

Persönlichkeitsmerkmal „Extraversion“ im Job

Extravertierte Menschen sind offen und gesellig. Eine Eigenschaft, die dich im Job weit bringen kann, aber durchaus auch herausfordernd ist.

Vorteile: Extravertierte Menschen sind oft die Anführer des Teams, diejenigen, die Projektergebnisse vorstellen und gekonnt netzwerken. Als Mensch mit einem hohen Anteil an Extraversion bist du vermutlich sehr kommunikationsstark und selbstsicher. Nutze diese Eigenschaften beispielsweise, um im Vorstellungsgespräch zu punkten.

Herausforderungen: Sehr extravertierte Menschen sollten genau darauf achten, in welcher Position sie arbeiten. Denn sehr ruhige, routinierte Aufgaben, die viel Gewissenhaftigkeit und Ausdauer erfordern, können für diese Menschen zur Belastung werden. Dies zu wissen, ist für dich besonders wichtig, wenn du als Vorgesetzter darauf achten möchtest, jeden Mitarbeiter gemäß seinen Stärken einzusetzen. Extravertierte Menschen nutzen ihr volles Potenzial in einer aktiven und belebten Umgebung, während introvertierte Menschen (also Menschen mit einem geringen Maß an Extraversion) eher ein ruhiges Arbeitsumfeld benötigen.

Persönlichkeitsmerkmal „Verträglichkeit“ im Job

Menschen, die hier eine hohe Ausprägung haben, gelten oftmals als gute Seelen des Teams, denn sie sind verständnisvoll und wohlwollend.

Vorteile: Dieses Persönlichkeitsmerkmal macht dich zu einem Menschen, der in ganz unterschiedlichen Situationen mit ganz unterschiedlichen Kollegen in der Regel gut auskommt. In der Praxis bedeutet das, dass du in agilen Teams gut klarkommen dürftest und selbst in wechselnden Teams mit wechselnden Ansprechpartnern wenig Probleme haben solltest. Du kannst mit diesem Persönlichkeitsmerkmal hervorragend Aufgaben übernehmen, die an Schnittstellen zwischen Abteilungen oder Hierarchieebenen liegen, da du ein guter Vermittler bist.

Herausforderungen: Menschen mit einer ausgeprägten Verträglichkeit laufen Gefahr, sich nicht ausreichend durchsetzen zu können. Wenn du das weißt, kannst du gezielt gegensteuern und darauf achten, nicht nur mitfühlend zu agieren, sondern auch deinen Standpunkt zu vertreten. Gerade in Gehaltsverhandlungen oder veränderter Aufgabenverteilung im Job ist dies wichtig für dich, damit du auch deine eigenen Interessen vertrittst.

Persönlichkeitsmerkmal „Neurotizismus“ im Job

Ein hoher Wert an Neurotizismus bedeutet, dass ein Mensch sehr wankelmütig, unsicher oder gar ängstlich sein kann. Doch dieses Persönlichkeitsmerkmal des Fünf-Faktoren-Modells hat auch klare Vorteile.

Vorteile: Wenn du dir Neurotizismus als Skala vorstellst, finden sich am oberen Ende sehr viele sensible und hochsensible Menschen. Diese Eigenschaft ist im Job oftmals eine Herausforderung, aber auch ein großer Vorteil für dich und dein Team. Denn als sehr sensibler Mensch, der kleine Veränderungen achtsam wahrnimmt, agierst du in der Regel sehr empathisch und sorgst für ein angenehmes Arbeitsklima. Empathie ist im Berufsleben ein enorm wichtiger Faktor, der von Personalern immer mehr geschätzt wird.

Herausforderungen: Die Herausforderungen dieses Typus ähneln denen der Menschen mit einem hohen Grad an Gewissenhaftigkeit. Denn auch als sehr sensibler, feinfühliger Mensch läufst du Gefahr, dich im Job zu überfordern. Achte deshalb unbedingt auf eine wohltuende Arbeitsatmosphäre und einen gesunden Ausgleich zu den Anforderungen im Daily Business.

Fünf-Faktoren-Modell für deinen Erfolg nutzen

Die Big Five geben dir wertvolle Hinweise, wie du als Mensch deine Stärken im Job voll ausspielen kannst und wo du bewusst darauf achten solltest, gut für dich zu sorgen. Es gibt dabei keine bessere oder schlechtere Persönlichkeit, sondern lediglich deine individuellen Ausprägungen.

Wenn du diese Erkenntnisse für deinen eigenen Erfolg nutzen möchtest, kannst du das tun, indem du …

– dich selbst reflektierst und auf den fünf Skalen jeweils individuell einschätzt,

– deine Potenziale und Stärken bewusst ansiehst und in der Praxis nutzt,

– deine persönlichen Herausforderungen und Entwicklungspotenziale identifizierst und

– deinen aktuellen Job darauf überprüfst, wie gut er zu dir und deiner Persönlichkeit passt.

Fazit

Niemand ist perfekt. Aber wir haben jeden Tag die Möglichkeit, uns weiterzuentwickeln und das Beste aus uns herauszuholen. Mit den Big Five steht dir jetzt ein Modell zur Verfügung, mit dem du herausfinden kannst, wo deine Stärken liegen und wo du noch Entwicklungspotenzial hast. Das bedeutet aber nicht, dass du dich verbiegen sollst. Du wirst beruflich am erfolgreichsten und damit auch am glücklichsten sein, wenn du authentisch bist.

Egal, in welchem Beruf Sie arbeiten: Es gibt Kompetenzen, die Ihnen in nahezu jeder Position und jeder Branche Türen zum ersehnten Erfolg öffnen können. Emotionale Intelligenz ist so eine Kompetenz. Was emotionale Intelligenz konkret ist und wie Sie sie steigern und dadurch beruflich erfolgreicher werden können, lesen Sie in diesem Artikel.

Was ist emotionale Intelligenz ?

Der Begriff der emotionalen Intelligenz bezeichnet die Fähigkeit, eigene Gefühle und die anderer Menschen zu erfassen, korrekt einzustufen und Handlungen daraus abzuleiten. Oftmals finden Sie hierfür auch die Abkürzung „EQ“.

Sie ähnelt damit der Fähigkeit der Empathie , geht aber noch etwas weiter. Konkret ist Empathie nur ein Teil der emotionalen Intelligenz: Denn sind Sie emotional intelligent, können Sie die Empfindungen des Gegenübers nicht nur wahrnehmen, sondern auch angemessen darauf reagieren.

Geprägt wurde der Begriff der emotionalen Intelligenz im Jahr 1990 von den beiden amerikanischen Psychologen Peter Salovey und John D. Mayer. Größere Bekanntheit erlangte die EQ dann einige Jahre später, als Daniel Golemans Buch „EQ: Emotionale Intelligenz“ zum Bestseller wurde.

Was bedeutet es, emotional intelligent zu  sein?

Im Grunde beschreibt die emotionale Intelligenz eine Klugheit der Gefühle. Daniel Goleman ging in seinem Bestseller sogar so weit, dass er sie mit dem Intelligenzquotienten gleichsetzte. Für ihn war es einerseits wichtig, im klassischen Sinne intelligent zu sein, also zweckvoll und logisch zu handeln. Aber eben auch emotionale Intelligenz zu besitzen, also eigene Gefühle und Emotionen anderer Menschen wahrzunehmen und auf diese zu reagieren. Er definierte die EQ als Kombination aus fünf verschiedenen Kompetenzen:

Ein konkretes Beispiel: Erkennen Sie als Recruiter schnell, wenn der Bewerber im Gespräch sehr nervös ist, dann ist es Ihnen dank emotionaler Intelligenz möglich, Ihr eigenes Verhalten daraufhin so zu ändern, dass Sie seine Nervosität mildern. Dadurch steuern Sie das zunächst mit negativen Gefühlen belastete Gespräch gezielt zu einer entspannten Gesprächsatmosphäre.

Auch für eigene Empfindungen funktioniert das Prinzip. Wer emotional intelligent ist, registriert die eigene Nervosität und nutzt Techniken, beispielsweise eine Entspannungsmethode, um aktiv aus diesem Gefühl herauszukommen.

Ist ein hoher EQ im Job wichtig?

Überall wo Menschen aufeinandertreffen, geht es um Beziehungen. Auch im beruflichen Kontext gibt es derer viele, beispielsweise die Beziehung zwischen Angestellten und Vorgesetzten oder die Beziehung zwischen Kollegen. Da Menschen selten losgelöst von ihren Emotionen agieren, wird deutlich, warum emotionale Intelligenz für den beruflichen Erfolg wichtig ist.

Tatsächlich wird die EQ immer häufiger zu einem eigenen Teilbereich von Assessment-Centern und Bewerbungsgesprächen.  Eine Studie in den USA  ergab sogar, dass mehr als 95 % der befragten Personalmanager und 99 % der befragten Beschäftigten die emotionale Intelligenz für eine extrem wichtige berufliche Kompetenz halten. Sollten Sie sich auf eine Bewerbung oder ein Vorstellungsgespräch  vorbereiten, kann Ihnen diese Fähigkeit viele Türen öffnen.

Lassen Sie uns deshalb die Frage, ob ein hoher EQ im Job wichtig ist, mit einem deutlichen „Ja“ beantworten. Doch wofür brauchen wir emotionale Intelligenz im Job konkret?

Drei berufliche Situationen in denen emotionale Intelligenz  besonders wichtig ist

Ein hoher Job-EQ lohnt sich im Grunde täglich. Wir möchten Ihnen anhand drei ausgewählter beruflicher Situationen verdeutlichen, warum Sie emotionale Intelligenz weiterbringen wird.

Situation 1: Tätigkeit an Schnittstellen

Wenn Sie einen Job haben, in dem Sie eine Schnittstellen-Position bekleiden, zahlt sich emotionale Intelligenz enorm aus. Denn dank Ihrer Fähigkeiten wie Empathie und Selbstregulierung sind Sie in der Lage, mit den Anforderungen, die an Sie von verschiedenen Abteilungen herangetragen werden, umzugehen.

Sind Sie beispielsweise Assistenz der Leitung, hilft Ihre emotionale Intelligenz dabei, Wünsche eines aufgebrachten Mitarbeiters, der mit dem Chef sprechen möchte, zu erfassen. Sie spiegeln diesem Menschen zurück, dass Sie Verständnis für seine Sichtweise und auch für seine Emotionen haben. Dank der Fähigkeit, aus wahrgenommenen Emotionen logische Handlungsschritte abzuleiten, filtern Sie die wesentliche Nachricht des Kollegen heraus. So tragen Sie nicht die Emotion, z. B. Wut oder Angst, an den Vorgesetzten weiter, sondern können diesem sachlich die eigentliche Nachricht weitergeben. Das hilft dem Mitarbeiter, dem Vorgesetzten und generell dem Arbeitsklima.

Situation 2: Hoher Workload und Multitasking

Wenn Sie auf der Arbeit viele Bälle gleichzeitig in der Luft halten müssen, kann es schonmal hektisch werden: Während das Telefon klingelt, steht plötzlich eine Kollegin in der Tür, die eine Auskunft braucht.  Und eigentlich waren Sie gerade dabei, eine wichtige E-Mail zu schreiben. Wer hat unter solchen Umständen nicht schon einmal mit Stress reagiert, ist unruhig geworden und hat dadurch Fehler gemacht? Je mehr Sie jedoch Ihre emotionale Intelligenz nutzen bzw. trainieren, desto mehr sind Sie in solch einer Situation aber in der Lage, …

Der EQ ist hierbei nicht nur eine Anti-Stress-Maßnahme, sondern tatsächlich Ursache für Ihren beruflichen Erfolg. Dank Ihrer emotional intelligenten Vorgehensweise bleiben Sie effizient und leistungsfähig und tragen zugleich zu einer angenehmen und produktiven Arbeitsatmosphäre bei.

Situation 3: Enge  Teamarbeit

Auch bei der Teamarbeit ist emotionale Intelligenz ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Denn egal, ob es Unstimmigkeiten gibt oder verschiedene Prioritäten gesetzt werden sollen – in jedem dieser Fälle hilft emotionale Intelligenz:

Gerade in der digitalisierten Arbeitswelt   ist enge Teamarbeit enorm wertvoll. Je agiler ein Unternehmen arbeitet, je kurzfristiger Änderungen realisiert werden müssen und je häufiger die Zusammensetzung der Projektteams wechselt, umso stärker können emotional intelligente Menschen punkten.

Wie finde ich meinen EQ heraus?

Zwei Frauen im beruflichen Gespraech

Sicher fragen Sie sich an dieser Stelle, woher Sie wissen, wie es um Ihre eigene emotionale Intelligenz bestellt ist. Sie können dies sowohl anhand spezieller EQ-Tests  herausfinden als auch mithilfe verschiedener Fragestellungen für sich beantworten. Je mehr der folgenden Fragen Sie mit Ja beantworten können, umso höher ist Ihre emotionale Intelligenz:

Sie sehen, dass emotionale Intelligenz auch viel mit Achtsamkeit  zu tun hat. Je achtsamer Sie mit eigenen Gefühlen sowie fremden Emotionen umgehen, desto überlegter können Sie agieren. Je mehr Sie eine Situation von oben betrachten und losgelöst von Emotionen analysieren können, umso emotional intelligenter sind Sie.

Wie kann ich meine emotionale Intelligenz steigern?

Kann man emotionale Intelligenz lernen, oder ist diese Fähigkeit angeboren? Sowohl als auch. Jeder Mensch hat ein bestimmtes Skillset, das ihm von Geburt an mitgegeben wird. So sind manche besonders empathisch und sehr reflektiert, während andere das weniger stark sind. Die gute Nachricht ist jedoch, dass Sie Ihre eigene Fähigkeit zur emotionalen Intelligenz jederzeit verbessern können. Dabei helfen folgende Dinge:

Fachlich und persönlich erfolgreich sein

Gönnen Sie sich einen ganzheitlichen Blick auf Ihren Erfolg. Wie dieser Beitrag verdeutlicht, kommt es in verschiedenen beruflichen Situationen vor allem auf Ihre persönlichen Kompetenzen wie emotionale Intelligenz an. Es lohnt sich daher immer, sich sowohl fachlich als auch persönlich weiterzubilden.

Resilienz gilt als eine der Kompetenzen im Rahmen des Selbstmanagements. Doch in der Corona-Krise hat die seelische Widerstandsfähigkeit der Menschen noch einmal stark an Bedeutung gewonnen – für das Privat- wie für das Berufsleben. Aber was steckt wirklich hinter dieser persönlichen Kompetenz? Und wie können wir resilienter werden und dadurch Krisenzeiten besser überwinden? Mit Unterstützung durch Stephanie Pohlmann, Dozentin für Gesundheits- und Selbstmanagement bei karriere tutor®, geben wir Ihnen in diesem Beitrag nicht nur konkrete Antworten auf diese Fragen, sondern auch einen kompakten Überblick über das Thema.

Was ist eine Krise? Schlechte, aber auch gute Nachrichten

In einer Krise erleben wir Angst, Panik, Hilflosigkeit, Ausweglosigkeit und das Gefühl, in der ganzen Identität und Kompetenz bedroht zu sein. Ob es sich dabei um eine gesundheitliche Krise wie die Corona-Pandemie, eine wirtschaftliche Krise wie die Finanzkrise 2007 oder eine ganz persönliche, wie der Jobverlust, handelt, spielt keine Rolle.

In der Krise entsteht ein Ungleichgewicht zwischen der subjektiven Bedeutung des Problems und den Bewältigungsmöglichkeiten, die dem Betroffenen zur Verfügung stehen. Leider ist sie nicht durch die gewohnten Strategien zu bewältigen.
Aber das Gute ist: Sie ist zeitlich begrenzt! Keine Krise währt ewig und das sollten wir uns immer vor Augen halten, wenn wir uns im Krisenmodus befinden.

Das Potenzial einer Krise

Eine Krise wünscht sich zwar keiner, aber sie muss nicht nur schlecht für den oder die Betroffenen sein. Denn sie hat immer auch das Potenzial, dass etwas besser wird, als es vorher war. Und das ist die zweite gute Nachricht einer Krise. Sie zwingt uns praktisch eine zu Entscheidung treffen: Fokussieren wir uns auf das Negative dieser Phase? Was uns keinesfalls in irgendeiner Form weiterhelfen wird, die Krise schneller und gestärkt zu überwinden. Oder sehen wir das Positive an der Krise, z. B. in Form von Lernen neuer Strategien zur Bewältigung und Entwicklung eines neuen Identitätserlebens?

Jede Krise läuft in ihrer ganz eigenen Art ab, und keine ist wie die andere. Das heißt auch, wir müssen uns ihr jedes Mal aufs Neue stellen. Aber jedes Mal haben wir hierbei auch die Chance, an der Herausforderung zu wachsen und uns weiterzuentwickeln.

Resilienz – unser seelisches Immunsystem

Resilienz – als Begriff aus der Psychologie – meint die Fähigkeit von Menschen, den kleinen und großen Widerständen und Krisen des Lebens zu trotzen. Ob es sich nun um eine globale Krise wie die Covid-19-Pandemie oder um einen ganz persönlichen Schicksalsschlag handelt – resiliente Menschen können mit solchen Krisen besser umgehen. Ihre Psyche ist in hohem Maße widerstandsfähig und unverwüstlich. Das heißt nicht, dass resiliente Menschen Gefühle der Angst, Panik, Hilf- und Ausweglosigkeit nicht kennen. Aber sie sind innerlich so stark, dass sie damit umzugehen wissen. Nach diesem Verständnis wird Resilienz auch als unser „seelisches Immunsystem“ bezeichnet.

Das klingt jetzt sehr nach Superheld. Und bestimmt haben Sie sich schon gefragt, welche inneren Waffen und unsichtbaren Schutzschilde sich resiliente Menschen zunutze machen, oder? Und woher haben sie sie überhaupt?
Schauen wir uns die Fähigkeiten resilienter Menschen doch einmal genauer an:

7 wichtige Fähigkeiten resilienter Menschen

Die US-amerikanischen Forscher Dr. Karen Reivich und Dr. Andrew Shatté haben in ihrem Buch „The resilience factor“ sieben wichtige Fähigkeiten resilienter Menschen definiert. „Auf diese beziehe ich mich gerne, wenn ich in meinem Selbstmanagement-Kurs auf das Thema Resilienz zu sprechen komme“, so Gesundheitsexpertin Stephanie Pohlmann.

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Optimismus – „Das Glas ist noch halb voll“

Eine der ersten wichtigen Fähigkeiten resilienter Menschen ist der Optimismus. Mit einer gesunden Portion Optimismus fällt es deutlich leichter, eine Krise zu überstehen. Optimistische Menschen vertrauen zutiefst darauf, dass am Ende alles gut wird. Zwar handelt es sich hierbei mehr um eine Lebenseinstellung als um eine Fähigkeit, nichtsdestotrotz lässt sich aber auch Optimismus ein Stück weit trainieren.

Prüfen Sie gerne anhand der folgenden Fragen, wie es um Ihren Optimismus steht:

Empathie und Beziehungspflege

Empathie versteht man als die Fähigkeit, sich in die Gefühlslage anderer Menschen hineinversetzen zu können. Empathischen Menschen fällt es leichter, mit Krisen jeglicher Art umzugehen.

Es gibt zahlreiche Gründe, warum Empathie gerade in Krisenzeiten wichtig ist. Zu verstehen, warum zum Beispiel andere Menschen in bestimmten Situationen so oder so reagieren, und sich darauf einstellen zu können, stärkt auch die eigene emotionale Stabilität. Dies ist sehr wichtig für die Resilienz, ebenso wie die Fähigkeit, soziale Beziehungen aufbauen und pflegen zu können. Wenn Sie auf ein starkes soziales Netzwerk zugreifen und dieses auch in Anspruch nehmen können, falls Sie Hilfe benötigen, stärkt das Ihre seelische Robustheit.

Fragen, die Ihre Empathie betreffen, sind zum Beispiel folgende:

Selbstwirksamkeit – „Ich schaffe das!“

Selbstwirksamkeit meint, in die eigenen Fähigkeiten und Ressourcen zu vertrauen. Allen Widerständen zum Trotz ist ein selbstwirksamer Mensch fest davon überzeugt, die notwendigen Fähigkeiten zu besitzen, um selbst große Hürden überwinden zu können.

Stellen Sie sich einmal folgende Fragen zur Stärkung Ihrer eigenen Selbstwirksamkeit:

Zielorientierung

Resiliente Menschen orientieren ihr Handeln stets an ihren Zielen. Sie verfolgen ihre Ziele beharrlich und lassen sich von Umwegen und Rückschlägen nicht beirren. Mit diesen Fragen stärken Sie Ihre persönliche Zielorientierung:

Kausalanalyse/analytischer Verstand

Die Fähigkeit und Bereitschaft, die tieferliegenden Gründe des Problems zu erforschen und treffsicher zu bestimmen, bezeichnen wir als Kausalanalyse. Sie beschützt uns vor einer verzerrten Wahrnehmung und davor, uns in einer Negativ-Spirale zu verfangen. Denn wenn Sie ein Problem analytisch betrachten, dann tun Sie das von einem anderen, objektiveren Standpunkt aus und können Ihre Situation dadurch sachlicher bewerten und einordnen. Es hilft also, wenn Sie versuchen, analytisch zu denken:

Impulskontrolle

Im Kontext der Resilienz bedeutet Impulskontrolle, emotionale Impulse effektiv regulieren und steuern zu können. Je nach Situation kann sich ein resilienter Mensch flexibel seinen Erregungszustand herauf- oder herunterschrauben. Gewinnen Sie mit den folgenden Fragen einen Einblick, wie gut Sie auch in stressigen Situationen Ihre Impulse kontrollieren können:

Emotionssteuerung

Resiliente Menschen können ihre Emotionen so steuern, dass sie auch unter Druck ruhig bleiben. Sie haben die Fähigkeit, Gefühle – vor allem auch negative wie Stress oder Angst – bewusst wahrzunehmen, ohne ihr Handeln davon leiten zu lassen. Auf diese Weise können sie emotionale Herausforderungen und Rückschläge bewältigen. Aufgrund der Emotionssteuerung nimmt die Leistungsfähigkeit resilienter Menschen kaum ab. Seien Sie einmal kritisch zu sich selbst und prüfen Sie, wie gut Sie Ihre Emotionen steuern können:

So weit, so gut. Nun sagen Sie wahrscheinlich: Diese Fähigkeiten will ich auch haben, und zwar jetzt sofort! Ich will endlich aus meinem Krisenmodus raus! Aber wie kann ich mir Resilienz aneignen und dadurch stärker durch die Krise kommen?

Resilienz aneignen und Krise überwinden

Wie alle anderen Fähigkeiten auch, können Sie sich Resilienz aneignen. Da natürlich jeder Mensch seine individuellen Stärken und Schwächen hat, wird es jedoch dem einen leichter und dem anderen schwerer fallen, sich diese anzueignen. Doch mit einer positiven Einstellung und einem achtsamen Fokus auf das, was Sie erreichen wollen, ist so vieles möglich. Auch wenn es nicht auf Anhieb klappt, bleiben Sie freundlich im Umgang mit sich selbst.

Wenn Sie Ihre seelische Widerstandsfähigkeit trainieren wollen, denken Sie im ersten Schritt daran, wie Ihr biologisches Immunsystem funktioniert: Dieses schützt Sie vor allem deshalb so effektiv vor allerlei Infekten, weil es von Beginn an nichts anderes getan hat, als sich mit dem Ursprung allen Übels auseinanderzusetzen und daraus zu lernen. Genau das tun Sie zusammengefasst auch beim Resilienz-Training.

Die aktuelle Corona-Krise bietet reichlich Anlässe, die eigene Resilienz zu trainieren und zu stärken. Sie brauchen allerdings keine Corona-Krise, um sich der Thematik zu nähern. Fangen Sie einfach an, sich in den Fokus zu nehmen und achtsam mit sich umzugehen. Damit haben Sie bereits den ersten Schritt in ein tragfähiges resilientes Verhalten getan.

Egal, in welchem Bereich Sie gerade arbeiten: Die Corona-Krise betrifft höchstwahrscheinlich entweder Sie selbst oder Ihre Kunden. Warum Empathie eine der wichtigsten Eigenschaften in dieser herausfordernden Zeit ist und in welchen Situationen sie besonders gefragt ist, lesen Sie in diesem Artikel.

 

Was bedeutet Empathie?

Empathie ist ein Begriff aus der Psychologie und bezeichnet die Fähigkeit, Mitgefühl mit anderen Menschen zu haben und sich in andere hineinversetzen zu können. Dabei meint Empathie keineswegs Mitleid, sondern vielmehr die Emotionen des Gegenübers verstehen und nachvollziehen zu können. Laut einer großangelegten Studie der Cambridge-Universität ist Empathie zum Teil erblich bedingt. Manche Menschen sind also von Natur aus empathischer als andere. Doch grundsätzlich kann jeder empathisches Verhalten erlernen, wenn er einen achtsamen Umgang mit sich und seinen Mitmenschen entwickelt.

 

Warum Empathie im Berufsleben so wichtig ist

Ob es um die Einstellung neuer Mitarbeiter oder die Personalentwicklung geht: Empathie im Berufsleben ist so wichtig wie noch nie. Denn Befragungen zeigen, dass es im Job nicht nur auf fachliches Know-how, sondern auch auf emotionale Intelligenz ankommt. So interessieren sich Unternehmen bei der Mitarbeitersuche heute für eine gelungene Mischung aus Soft Skills und Hard Skills. möchten nicht nur, dass ein Bewerber Ahnung von seinem Fachgebiet hat, sondern auch Fähigkeiten wie Lernbereitschaft und Eigeninitiative mitbringt. In Zeiten wie diesen ist es die Empathie, die besonders wertvoll ist: Ein empathischer Mitarbeiter kann derzeit sehr viel Positives im Team und auch im ganzen Unternehmen bewirken.

 

5 Dinge, die durch Empathie im Job verbessert werden

Was genau bringt Empathie im Job? Ist das Büro wirklich der richtige Ort für Mitgefühl? Wie können Sie Ihre empathischen Fähigkeiten konkret im Berufsleben einbringen? Die folgenden fünf Punkte zeigen, wie das gelingt.

 

1. Arbeitsklima verbessern

Es gibt sicherlich bessere Zeiten für das Arbeitsklima als Krisensituationen. Denn auch, wenn die Solidarität gesellschaftlich gerade zu wachsen scheint, schlägt sich die neue Lage vielerorts erst einmal in Form von Stress auf Berufstätige nieder. Abläufe müssen neu organisiert und kranke Kollegen vertreten werden. In aktuell besonders gefragten Branchen will ein erhöhtes Kundenaufkommen bewältigt und in anderen ein gesunkenes Auftragsvolumen abgefangen werden. In diesen Situationen braucht es Gelassenheit in der Krise und eine gute Portion Empathie. Wenn Sie empathisch sind, sind Sie in der Lage, sich nicht nur in Ihre eigene Situation einzufinden, sondern auch die Ihrer Kollegen oder Mitarbeiter nachzuempfinden. Das erleichtert die Kommunikation sehr, denn statt sich gegenseitig darin zu messen, wer nun den größeren Stress hat und am intensivsten Krisenbewältigung betreibt, können Sie Verständnis und Mitgefühl füreinander aufbringen. Sie erkennen schneller, wenn ein Kollege am Limit ist, und können diesen gezielt unterstützen. Das wirkt sich insgesamt positiv auf das Arbeitsklima aus und sorgt dafür, dass das Team auch in der Krise stark und zuversichtlich bleibt.

 

2. Missverständnisse vermeiden

Es ist gut möglich, dass auch in Ihrem Job gerade vieles neu ist. Viele eingespielte Abläufe müssen ad hoc angepasst werden, um in Krisenzeiten noch zu funktionieren. Dabei birgt jede Änderung natürlich das Risiko von Missverständnissen. Mit der Fähigkeit der Empathie federn Sie dieses Risiko ab. Sie können zwischen den Beteiligten vermitteln, verschiedene Standpunkte verstehen und dadurch dabei helfen, dass Veränderungen bestmöglich umgesetzt werden.

 

3. Kundenservice stabilisieren

Auch Ihre Kunden befinden sich in Zeiten von Corona in einer neuen Situation. Auch diese haben nun verschiedene Gefühle, mit denen Sie im Kundenkontakt konfrontiert werden können. Sei es Wut, weil ein Auftrag oder eine Bestellung nicht wie gewünscht umgesetzt werden kann, Stress, weil auch die Kunden nun viele Bälle auf einmal in der Luft halten müssen, oder Sorge, weil Ihre Kunden nicht wissen, was sie erwartet. Als empathischer Mensch können Sie mitfühlen und einen Teil dieser emotionalen Dinge auffangen. Indem Sie Ihren Kunden Verständnis und Mitgefühl signalisieren, geben Sie ihnen ein Stück Sicherheit und sorgen für Entspannung in angespannten Zeiten.

 

4. Entwicklungspotenziale erkennen

Sollten Sie in einer Branche arbeiten, die von der Krise besonders stark gefordert ist, hilft Ihnen Empathie dabei, das Team zusammenzuhalten und die Entwicklungspotenziale der Mitarbeiter zu erkennen. Als empathischer Mensch können Sie gerade in der Mitarbeiterkommunikation sehr gut dafür sorgen, dass sich alle verstanden und gesehen fühlen. Haben sich Abläufe im Unternehmen verändert, sind Sie in der Lage, Potenziale der einzelnen Teammitglieder rasch zu erkennen. Dadurch können Sie diesen diejenigen Aufgaben zuteilen, die gerade dringend benötigt werden und gleichzeitig den Talenten des Einzelnen entsprechen.

 

5. Einarbeitung erleichtern

Branchen, die gerade verstärkt gebraucht werden, suchen in der Krise nach Mitarbeitern, die schnell einsatzbereit sind. Mitarbeiter, die wegen der Krise ihren Job verloren haben, satteln kurzfristig um und fangen in einem anderen Bereich an. In beiden Situationen ist Empathie sehr wertvoll, weil sie den Übergang von einer in die andere Situation erleichtert. Sind Sie der neue Mitarbeiter, erfassen und verstehen Sie dank Ihrer Empathie rasch, worum es Ihrem neuen Arbeitgeber geht, und sind dadurch schneller in der Lage, Ihr neues Team zu unterstützen. Sind Sie derjenige, der die Einarbeitung eines neuen Kollegen übernimmt, hilft auch dort die Empathie dabei, den anderen nicht nur fachlich, sondern auch emotional ins Boot zu holen. Sie sind in der Lage, seine Bedürfnisse zu verstehen, und können sehr gut vermitteln, was gerade gebraucht und erwartet und was im Gegenzug auch gegeben werden kann.

 

Zeiten, die Empathie erfordern

Gerade jetzt in der Corona-Krise, aber auch im Job allgemein, ist Empathie eine wichtige persönliche Kompetenz, die Ihnen im Berufsleben weiterhilft. Wenn Sie Mitgefühl aufbringen und sich in die Lage anderer Menschen versetzen können, leisten Sie einen wertvollen Beitrag im Team und auch im Krisenmanagement.

Wer voller Lebensfreude durchs Leben geht, ist nicht nur glücklicher, sondern kann seine Potenziale auch deutlich besser nutzen. Höchste Zeit also, die zehn wichtigsten Faktoren für mehr Lebensfreude im Alltag kennenzulernen. Wir haben sie in diesem Artikel für Sie aufgeschrieben; lesen Sie gerne rein.

Warum Lebensfreude so wichtig ist

Was ist Lebensfreude überhaupt? Warum ist Lebensfreude wichtig? Lebensfreude bezeichnet ein Gefühl des Glücklichseins im Alltag und bedeutet, das Leben in vollen Zügen zu genießen und motiviert in den Tag zu starten. Wer ein hohes Maß an Lebensfreude besitzt, ruht in sich und ist zugleich voller Energie: ideale Voraussetzungen für persönliches Glück, aber eben auch für beruflichen Erfolg. Doch ist es wirklich so einfach, immer zufrieden und positiv gestimmt zu sein? Mitnichten, denn es gibt verschiedene Faktoren, die unsere Lebensfreude mindern können:

Es ist ganz natürlich und sogar gesund, in solchen Phasen auch Stimmungstiefs zu durchlaufen und zeitweise vielleicht das Gefühl zu haben, man hätte seine Lebensfreude verloren. Doch wesentlich ist, nicht in diesen Phasen steckenzubleiben, sondern immer wieder zurück zur eigenen Freude am Leben zu finden. Zehn Dinge, die Ihnen den Weg zu mehr Lebensfreude erleichtern und dabei helfen, verlorene Lebensfreude zurückzugewinnen, stellen wir Ihnen nun vor.

 

1. Dankbarkeit

Der amerikanische Psychologe Robert A. Emmons forschte zum Thema Dankbarkeit  und hatte dabei eine erstaunliche Erkenntnis: Je aktiver Menschen Dankbarkeit im Alltag praktizierten, umso mehr Lebensfreude hatten sie. Unter seinen Probanden zeigte sich, dass diejenigen, die täglich Dinge notierten, für die sie dankbar waren, schon nach wenigen Wochen deutlich lebensfrohere Menschen waren als diejenigen, die keine Dankbarkeitspraxis hatten. Aktiv gelebte Dankbarkeit macht also nachweislich glücklicher. Sie können diese Erkenntnis nutzen, indem Sie eine tägliche Dankbarkeits-Routine etablieren.

Tipp: Betreiben Sie „Journaling“: Nehmen Sie sich täglich einige Minuten Zeit, um aufzuschreiben, was Freude und Glück in Ihr Leben bringt und wofür Sie dankbar sind.

 

2. Lächeln

Mit jedem Lachen werden Glückshormone, sogenannte Endorphine, freigesetzt. Sind diese Hormone im Blut unterwegs, spüren Sie sofort ein angenehm wohliges Gefühl, sind positiv und froh gestimmt. Doch dieser Effekt funktioniert nicht nur in besonders lustigen Situationen, sondern kann von Ihnen selbst jederzeit hervorgerufen werden.

Tipp: Es genügt, wenn Sie lächeln, egal, ob Ihre Stimmung in diesem Moment sehr froh oder eher niedergeschlagen ist. Sobald sich die Mundwinkel nach oben bewegen, registriert der Körper das Signal „Lächeln“ und schüttet Endorphin aus. Eine wunderbare Soforthilfe gegen trübe Stimmung und für mehr Lebensfreude.

 

3. Selbstbestimmtheit

Auch die Möglichkeit, sein Leben selbstbestimmt zu gestalten, steigert die Lebensfreude. Nach den eigenen Werten zu leben, die eigenen Ziele festzulegen und diesen zu folgen, ist also maßgeblich daran beteiligt, wie zufrieden und lebensfroh wir uns fühlen. Um diese Selbstbestimmtheit auszuleben, ist es zunächst wichtig, dass Sie die Dinge kennen, die Sie persönlich glücklich machen.

Tipp: Coaching-Tools wie das Lebensrad-Modell  können dabei helfen, dies herauszufinden.

 

4. Berufliches Glück

Wie wir unsere Zeit verbringen, beeinflusst, wie lebensfroh und glücklich wir sind. Weil gerade der Beruf ein Lebensbereich ist, dem wir einen großen Teil unserer Zeit widmen, sollten wir darauf achten, im Job zufrieden zu sein. Fragen Sie sich deshalb regelmäßig, ob Ihnen Ihre Arbeit (noch) Freude macht, ob Sie Aufgabenbereiche haben, die Ihnen gefallen, und ob Sie mit Ihrem Gehalt zufrieden sind. Denn dass auch die Höhe des eigenen Einkommens Einfluss auf das persönliche Maß an Lebensfreude hat, ist längst wissenschaftlich erwiesen.

Tipp: Setzen Sie sich einen festen Stichtag im Jahr, an dem Sie Ihr berufliches Glück überprüfen und – sollten Sie nicht mehr zufrieden sein – Veränderungen vornehmen.

 

5. Schlaf

Was hat Schlaf mit mehr Lebensfreude zu tun? Der Zusammenhang wird klar, wenn Sie sich die menschlichen Bedürfnisse genauer ansehen. Vielleicht kennen Sie die Maslowsche Bedürfnispyramide, die davon ausgeht, dass zuerst ganz grundlegende physiologische Bedürfnisse – wie schlafen und essen – sowie Sicherheitsbedürfnisse 

Pyramide nach Maslow

(z. B. ein Zuhause zum Zurückziehen) des Menschen gestillt sein müssen, bevor es überhaupt um Dinge wie Selbstverwirklichung und Individualbedürfnisse gehen kann. Viele Faktoren, von denen die Lebensfreude abhängt, brauchen also erst einmal eine Basis aus gut befriedigten Grundbedürfnissen. Einfach ausgedrückt sollten ausreichend Schlaf, Essen und ein sicherer Rückzugsort gewährleistet sein, bevor Sie sich in Ruhe Fragen der Selbstverwirklichung widmen können.

Tipp: Achten Sie auf Ihren Schlaf, um ausreichend Energie zu haben, um die weiter oben angesiedelten Individualbedürfnisse befriedigen zu können.

 

6. Soziales Umfeld

Der Mensch braucht als soziales Wesen ein stabiles soziales Umfeld. Der Kontakt mit anderen schenkt uns Gelegenheit, uns selbst und unsere Wünsche zu reflektieren, Gedanken untereinander auszutauschen und uns gegenseitig zu unterstützen. Auf der Maslowschen Bedürfnispyramide liegen soziale Bedürfnisse zwischen physiologischen Grundbedürfnissen und individuellen Dingen wie z. B. Selbstverwirklichung.

Tipp: Wenn Sie Ihre Lebensfreude verloren haben und zurückgewinnen möchten, verbringen Sie also möglichst viel Zeit mit lieben Menschen.

 

7. Positives Denken

Lässt sich die Lebensfreude wirklich erhöhen, indem man positiv denkt? Langfristig schon, denn gute Gedanken sind ein sehr mächtiges Werkzeug, um bessere Laune und ein lebensfrohes Gemüt zu bekommen und zu erhalten. In diesem Artikel zum Thema „Positives Denken“  erklären wir anhand eines gut nachvollziehbaren Alltagsbeispiels, was für einen riesengroßen Unterschied es macht, positiv zu denken. Denn jeder Gedanke löst eine Emotion aus und jede Emotion beeinflusst direkt unser Verhalten und unser Gemüt.

Tipp: Wenn Sie also mehr Lebensfreude haben möchten, dann versuchen Sie, mehr positive Gedanken in Ihr Leben zu lassen.

 

8. Körperliche Aktivität

Doch auch die physische Komponente spielt mit rein, wenn wir von Lebensfreude sprechen. Regelmäßige körperliche Aktivitäten machen froh und zufrieden und können Ihnen helfen, mehr Lebensfreude zu gewinnen. Dass Sport gut für Körper und Seele ist, konnten Wissenschaftler schon vor Jahrzehnten nachweisen. Aber auch Gartenarbeit macht nachweislich glücklicher. In der internationalen Fiskars-Studie (2017) wurde der Zusammenhang von Gartenarbeit und Wohlbefinden untersucht. Stolze 89 % der Befragten gaben an, dass Gartenarbeit positive Auswirkungen auf ihre Zufriedenheit hat. Und das nicht nur kurzfristig, sondern langfristig und nachhaltig.

Tipp: Finden Sie eine körperliche Betätigung, die Ihnen Freude macht, und bauen Sie diese regelmäßig in Ihren Alltag ein.

 

9. Aufrechte Körperhaltung

Der Einfluss des Köpers aufs Gemüt und den Grad der Lebensfreude lässt sich auch nutzen, wenn Sie auf eine gerade Köperhaltung achten. Denn wer sich aufrichtet, wirkt präsenter – auf andere, aber auch in der eigenen Wahrnehmung. In einer Studie der Ohio State University sprach der Sozialpsychologe Richard Petty  davon, dass eine aufrechte Haltung Zuversicht und Souveränität schenke. Gute Gründe also, um auf die eigene Haltung zu achten.

Tipp: Nutzen Sie diese Studienerkenntnisse ganz einfach im Alltag, indem Sie beispielsweise auf eine ergonomische Büroausstattung achten und Ihre Körperhaltung immer wieder bewusst wahrnehmen.

 

10. Pausen

Freude im Allgemeinen und so auch die Lebensfreude im Besonderen sind Gefühle, die immer im Hier und Jetzt wahrgenommen werden. Deshalb ist es wichtig, nicht nur von einem To-do zum nächsten zu hetzen, sondern bewusste Phasen der Ruhe und Achtsamkeit einzuplanen, um den Moment wahrzunehmen.

Tipp: Gönnen Sie sich regelmäßige Pausen und Auszeiten, um Ihre Freude am Leben tatsächlich zu spüren.

 

Heute mehr Lebensfreude gewinnen

Was können Sie also tun, um mehr Lebensfreude zu gewinnen? Sie sehen, dass es kleine Dinge sind, die dabei helfen können. Kleine Schritte, die Sie nacheinander gehen können und mit denen Sie so Stück für Stück zu mehr Freude und Glück gelangen. Machen Sie den ersten Schritt am besten sofort und setzen Sie einen oder mehrere der zehn Tipps für mehr Lebensfreude direkt um – damit Sie der lebensfrohe Mensch werden, der Sie sein möchten.

Ob auf der Hochzeit mit 100 Gästen oder im Meetingraum mit Kollegen: Kennen Sie dieses mulmige Gefühl im Bauch, wenn es darum geht, allein vor versammelter Mannschaft eine Rede zu halten? Rhetorik wird einem nicht in die Wiege gelegt. Aber mit einer guten Vorbereitung und gezieltem Üben können auch Sie zum kompetenten Redner werden. Wie das funktioniert, zeigen wir Ihnen in den folgenden 10 Tipps mit praktischen Beispielen.

Tipp 1: Zielgruppenorientierung

Das Wichtigste, wenn Sie eine Rede vorbereiten, ist, dass Sie sich an Ihrer Zielgruppe orientieren. Stellen Sie sich dabei folgende Fragen:

Tipp 2: Klarer Aufbau und roter Faden

Wenn Sie damit beginnen, Ihre Rede aufzubauen, fragen Sie sich zuallererst:

Das klingt trivial. Doch mal ganz ehrlich: Wie viele Reden haben Sie schon gehört und sich gefragt: „Was will er/sie uns eigentlich damit sagen?“ Halten Sie daher in zwei bis drei kurzen Sätzen fest, welche Botschaft Sie rüberbringen möchten.

Im zweiten Schritt unterteilen Sie Ihre Rede in Einleitung, Hauptteil und Schluss.

Einleitung

Hier gilt es, Aufmerksamkeit zu erlangen. Wie gelingt das? Probieren Sie es mit einer gewagten These oder mit Bildern, die starke Emotionen wecken. Oder Sie beginnen mit der Beschreibung einer persönlichen Beobachtung, die Sie selbst ins Grübeln gebracht hat. Werfen Sie dazu Fragen in den Raum, auf die Sie im Hauptteil zurückkommen werden. Diese können dann als roter Faden Ihres Vortrags dienen. Damit Sie diesen nicht verlieren, helfen übrigens handliche Karten, auf denen Sie sich die wichtigsten Punkte notieren.

Hauptteil

Im Hauptteil vermitteln Sie Ihre Kernaussage. Wechseln Sie zwischen Fakten und einer Geschichte oder Anekdoten, um für Abwechslung zu sorgen. Binden Sie Ihre Zuhörer in Ihren Vortrag mit ein, indem Sie ihnen Fragen oder kurze Aufgaben stellen.

Schluss

Im Schlussteil können Sie Ihrer Rede ein Sahnehäubchen aufsetzen, indem Sie Ihre Zuhörer überraschen oder zum Lachen bringen. So bleibt Ihre Rede in guter Erinnerung. Alternativ schließen Sie mit einer Handlungsaufforderung ab, um die Zuhörer nochmals zu aktivieren. Schließlich hatte Ihre Rede ja ein Ziel!

Tipp 3: Zeitrahmen festlegen und einhalten

Halten Sie Ihre Rede im beruflichen Kontext, gibt es in der Regel einen vorgegebenen Zeitrahmen, den Sie einhalten müssen. Aber auch unabhängig davon sollten Sie auf die Zeit schauen und bedenken, dass jeder Mensch nur eine begrenzte Aufmerksamkeitsspanne hat. Reden Sie daher nicht zu lange. Weniger ist oft mehr.

Tipp 4: Auswahl der Präsentationstechnik

Zunächst kommt es auch darauf an, wo Sie Ihre Rede halten und welche Ausstattung Ihnen dort zur Verfügung steht. Wählen Sie dann die zum Anlass passende Präsentationstechnik aus. Nicht immer ist eine PowerPoint-Präsentation das beste Mittel. Eine selbst entworfene Skizze am Flipchart oder zwei bis drei ausgewählte Bilder, die per Beamer an die Wand geworfen werden und Ihre freie Rede begleiten, können völlig ausreichend sein. Menschen begeistern sich für Menschen und wollen nicht von PowerPoint-Folien überflutet werden.

Tipp 5: Frei vortragen

Präsentieren Sie frei, lesen Sie kein Skript ab und halten Sie Blickkontakt zu Ihrem Publikum. Nutzen Sie daher Ihre Vorbereitungszeit dafür, den Inhalt Ihrer Rede auswendig zu lernen. Wenn Sie eine kleine Gedächtnisstütze während des Vortrags benötigen, nehmen Sie am besten Handkarten mit Stichpunkten.

Tipp 6: Körpersprache

Eine aufrechte Haltung ist die Voraussetzung dafür, dass sie frei und mit fester Stimme vortragen können. Kleidung, in der Sie sich wohlfühlen, unterstützt Ihr selbstbewusstes Auftreten. Aber zugleich muss sie dem professionellen Kontext genügen, um Ihre Kompetenz widerzuspiegeln. Nehmen Sie sich daher vorher genug Zeit, um die richtige Garderobe zu wählen. Überlegen Sie sich, wie Sie mit Ihrer Körpersprache während Ihres Vortrags gezielt Highlights setzen können, um bestimmte Aussagen zu unterstreichen.

Tipp 7: Bildsprache

Formulieren Sie bildhaft und plastisch: Anekdoten, Geschichten, Parabeln, Vergleiche, Gleichnisse – all diese rhetorischen Mittel helfen Ihnen dabei, dass Ihnen das Publikum zuhört und gut folgen kann. Denn Bilder können tausendfach schneller vom menschlichen Gehirn verarbeitet werden als Worte. Lassen Sie Anschauungsmaterial herumgehen. So sprechen Sie zusätzlich die haptischen Sinne der Adressaten an und lassen sie an Ihrem Vortrag teilhaben.

Tipp 8: Stimme

Stimme-und-Stimmlage

Damit Sie zu Beginn die richtige Lautstärke finden, orientieren Sie sich an dem Zuhörer in der letzten Reihe. Sprechen Sie laut genug, damit auch er sie gut verstehen kann.

Versuchen Sie beim Reden Ihre Stimmlage zu variieren. So betonen Sie bestimmte Aspekte und bauen einen Spannungsbogen auf.

Tipp 9: Bewusste Pausen

Planen Sie bewusste Pausen in Ihren Vortrag ein, um das Publikum ankommen zu lassen. Mit Pausen geben Sie den Zuhörern nicht nur Zeit, das Gesagte zu verarbeiten, sondern auch Zeit für Denkanstöße. Zudem erhalten Ihre Aussagen dadurch mehr Gewicht.

Tipp 10: Sprach- und Entspannungsübungen gegen Lampenfieber

Deutliches, klares Sprechen ist das A und O, um verstanden zu werden. Trainieren Sie daher Ihre Sprechmuskulatur mit diesen kurzen Übungen:

  Vor einen Spiegel stellen und laut sprechen: i / e / a / o / u.

  Anschließend sagen Sie laut „m“.

  Dann leise „m“.

  Nun folgt das „r“.

  Bei verschiedenen Wörtern sagen Sie übertrieben laut das „r“,

  z. B. Arme, Brust, Bremsen usw.

Ein bisschen Lampenfieber hat selbst der erfahrenste Redner – und das ist auch gut so! Denn durch die innere Anspannung – und die dadurch bedingte Adrenalin-Ausschüttung – sind Sie konzentrierter bei der Sache und deutlich leistungsfähiger.

Um kurz vor der Rede erhöhten Druck abzulassen, können Sie wiederholt tief ein- und ausatmen und dabei die ausgestreckten Arme mit aller Kraft gegen eine Wand drücken. Bei besonders wichtigen Reden hilft eine Generalprobe im kleinen Kreis vor Familienangehörigen oder Freunden.

Fazit

Für Ihre bevorstehende Rede bleibt zu guter Letzt nur noch eins zu beachten: Versuchen Sie nicht, perfekt zu sein. Bleiben Sie menschlich und erlauben Sie sich, Fehler zu machen. Nehmen Sie sich nicht zu ernst. Wenn Sie sich beim Reden verhaspeln, nehmen Sie es mit Humor. Das macht Sie menschlich und sympathisch. So werden Sie Ihr Publikum ganz von selbst für sich gewinnen.

Sabine Burkhard-Dürr ist 52 Jahre alt. Und genau das war höchstwahrscheinlich der einzige Grund, warum sie trotz 200 Bewerbungen und rund 30 Bewerbungsgesprächen ausschließlich Absagen erhielt. Wie das sein kann, was Sabine als ältere Arbeitnehmerin erlebt hat und warum Arbeitgeber dringend mehr Wertschätzung für erfahrene Mitarbeiter aufbringen sollten, zeigt ihre Geschichte.

Marketingexpertise durch und durch

Sabine beschreibt sich selbst als eine Macherin. Sie ist sehr aktiv, liebt die Herausforderung und hat sich in ihrem Job schnell nach oben gearbeitet.

„Ich brauche die Veränderung und die Entwicklung, deshalb habe ich mit 27 Jahren noch einmal angefangen zu studieren. Mit meinem Job bis dahin war ich zufrieden, aber ich wollte eben auch weiterkommen. In Pforzheim und Glasgow studierte ich dann Marketing und fand auch bald eine Stelle als Marketingreferentin.“ 

20 Jahre war Sabine danach im Marketing tätig, verantwortete die Redaktion einer Mitarbeiterzeitung, baute interne Tools auf, organisierte internationale Events und gewann viele Preise für ihre Messestände, zum Beispiel den Red Dot Award oder den if award. Ihre Marketingexpertise wurde geschätzt und war für ihre Arbeitgeber ein großer Gewinn. Zuletzt war sie 12 Jahre im selben Unternehmen beschäftigt und dort sehr anerkannt. Doch ab dem Jahr 2015 ging es mit der Marketingabteilung der Firma bergab. Sabine blickt auf diese Zeit zurück:

„Finanziell wurde es immer schwieriger, das Marketing wurde immer kleiner, mehrere Mitarbeiter wurden entlassen und Projekte heruntergefahren.“ Schließlich war auch sie eine der Mitarbeiterinnen, die die Kündigung bekamen. Trotz ihrer Expertise und ihrer Erfahrung stand Sabine mit knapp 50 Jahren ohne Job da. Doch sie selbst sah diesen Einschnitt damals zunächst als Chance.

 

Erfahrung als Trumpf statt Alter als Makel

 

Motivation und Ernüchterung

Sabine steckte die Entlassung gut weg. Sie schildert die Zeit im Sommer 2017 als Aufbruchsphase. „Ich hatte Lust auf eine Veränderung und da diese nun gezwungenermaßen notwendig wurde, war es für mich in Ordnung mich künftig woanders einzubringen. Direkt nach der Entlassung war es wirklich erst einmal eine Art geschenkter Urlaub für mich, denn nach 20 Jahren Stress im Marketing wollte ich den Sommer genießen und mich dann voller Elan in neue Aufgaben stürzen.“

Sabine wusste, wie viel Erfahrung sie hatte und wie vielfältig sie im Marketing einsetzbar sein würde. Das ließ sie ruhig schlafen und den Jobverlust nicht so schlimm nehmen. Doch die anfängliche Motivation schwand schnell, als sie auf ihre Bewerbungen eine Absage nach der anderen erhielt.

„Ich schrieb mehr als 200 Bewerbungen und wurde zu 30 Bewerbungsgesprächen eingeladen. Dabei war ich fast immer unter den Top-3-Kandidatinnen, aber eben nie diejenige, die den Job bekam.“

Die Absagen machten sie ratlos. Sie war motiviert, sie war erfahren, sie hatte ein breites Fachwissen und wurde dennoch immer wieder abgelehnt. Gründe erfuhr sie nie, da sie aber stets unter den besten Bewerbern war, letztlich aber die jüngeren den Job bekamen, lag es für sie nahe, dass ihr Alter der einzig wahrscheinliche Grund sein müsste. 

 

„Jeder fand immer toll, was ich schon alles gemacht hatte und wie erfahren ich bin. Am Ende wurden aber die Jüngeren eingestellt, die natürlich auch zu einem niedrigeren Jahresgehalt einstiegen.“

 

 

Auch das Arbeitsamt konnte ihr nicht weiterhelfen und bei einer Sprechstunde des Frauentags bekam sie lediglich den Tipp, nicht so verbissen zu sein und es gelassen anzugehen. Aber sie wollte unbedingt etwas tun und nicht kampflos aufgeben. Viele Ideen ging sie im Kopf durch. Sollte sie dem Marketing den Rücken kehren und stattdessen ein Café eröffnen? Vielleicht eine professionelle Potenzialanalyse machen lassen? Streckenweise zweifelte sie sehr am Arbeitsmarkt, schließlich war sie enorm erfolgreich, aber niemand sah es. Lag es tatsächlich nur an ihrem Alter? Aber was sind 50 Jahre in unserer heutigen Zeit, wo wir voraussichtlich bis knapp 70 arbeiten werden?

 

Weiterbildungsphase und beruflicher Wiedereinstieg mit 50

Weil ihre Bemühungen sich nicht auszahlten, beschloss Sabine, sich parallel dazu weiterzubilden. Sie belegte gleich zwei Kurse, um sich auch im Online-Marketing ein gutes Knowhow anzueignen. Ihre Zertifikate zur Online-Marketing-Managerin und zur Social-Media-Managerin erwarb sie innerhalb weniger Wochen. Und trotzdem wuchs der Frust über die ablehnende Haltung der Arbeitgeber.

 

Silver Society erkennen und nutzen

 

Silver Society erkennen und nutzen

Was Sabine erlebte, zeigt, wo es in der Gesellschaft noch hakt. Es gibt immer mehr ältere Menschen und wer heute mit 50 im Berufsleben steht, ist nicht zu vergleichen mit den 50-Jährigen von vor 20 Jahren. Sabine selbst ist der lebende Beweis, denn sie ist sehr aktiv, Vorstand im Sportverein und ehrenamtliche Gemeinderätin. Im letzten Jahr feierte ihr Sportverin Gym and Dance sein 20-jähriges Jubiläum und sie schrieb in diesem Jahr ihren 112. Presseartikel. An Aufhören ist bei ihr nicht zu denken, ebenso wie es bei vielen Gleichaltrigen der Fall ist. Diese Entwicklung wird in Fachkreisen als Silver Society bezeichnet und birgt enorme Chancen für die Wirtschaft. Ältere Arbeitnehmer glänzen durch den Faktor Erfahrung. Sie haben:

· ein sehr umfangreiches Know-how

· maßgebliche Entwicklungen in ihrer Branche am eigenen Leib miterlebt

· meist ein hervorragendes Urteilsvermögen

· die Fähigkeit Potenziale von Neuerungen zu erkennen und einzuschätzen

· die Fähigkeit ihr Wissen an Jüngere weiterzugeben

  

Doch leider lassen sich viele Unternehmen dieses Potenzial komplett entgehen. Laut Statistischem Bundesamt waren 2016 rund 79% der 55-60-Jährigen erwerbstätig, bei den 60-65-Jährigen nur noch 55,7%. Natürlich ist eine Erwerbstätigenquote von 100 % aufgrund von Erkrankungen und persönlichen Lebensentwürfen in keinem Alter möglich. Fälle wie der von Sabine zeigen aber, dass viele ältere Arbeitnehmer arbeiten wollen, aber nicht dürfen.

 

Berufserfahrung wertschätzen

Kurz nach dem Abschluss ihrer Weiterbildungen bei karriere tutor® fand Sabine dann einen Arbeitgeber, der sich ganz anders verhielt als die Firmen zuvor.

 

„Wieder war ich unter den letzten Bewerbern. Aber dieses Mal wurde ich genommen und zwei etwa Gleichaltrige dazu. Das freute mich so sehr, weil hier endlich meine Berufserfahrung geschätzt und nicht mein Alter als K.o.-Kriterium herangezogen wurde.“

 

Genau dieses Erlebnis wünscht Sabine möglichst vielen Best Agern, die beruflich noch aktiv sein möchten und dem Arbeitsmarkt viel zu geben haben. Personalabteilungen sollten offener sein und die Bewerber neutral nach ihrer Leistung beurteilen und nicht nach Faktoren wie Alter und Geschlecht.

 

„Wenn wir es schaffen, das Können, also die fachliche und persönliche Expertise in den Mittelpunkt zu rücken, gewinnen nicht nur die älteren Bewerber, sondern auch die Unternehmen selbst“ gibt Sabine uns am Ende unseres Gesprächs mit. Und wir können ihr nur zustimmen, denn bei karriere tutor® sind wir enorm glücklich mit unserem Mitarbeitermix von 18 bis 67 Jahren. Eine gesunde Mischung aus erfahren und neueinsteigend, aus Beständigkeit und Innovationskraft bringt uns nach vorne und könnte es in dieser Weise sicher auch in anderen Unternehmen tun.

 

 

 

 

 

Wenn du mit Menschen arbeitest, kommst du automatisch mit verschiedenen Arbeitsweisen, Wertvorstellen und Priorisierungen in Kontakt. Je internationaler der geschäftliche Kontakt ist, umso schwieriger fällt das erste Aufeinandertreffen oft. Dabei gibt es keinen Grund für Berührungsängste, sondern zahlreiche Vorteile einer interkulturellen Kompetenz und acht einfache Tipps, wie du den Einstieg schaffst.

 

Interkulturelle Kompetenz im Geschäftsleben

Interkulturelle Kompetenz ist die Fähigkeit, mit Individuen und Gruppen anderer Kulturen erfolgreich und angemessen zu interagieren. Du möchtest dich verstehen, damit du die anderen besser verstehen kannst. Ein bisschen mehr Gelassenheit im Miteinander erlangen und mit offenen und neugierigen Augen durch die persönliche und die Arbeitswelt gehen. Interkulturelle Kompetenz ist ein wichtiger Schritt in genau diese Richtung.

 

Das Must-have der Soft Skills

Menschen mit interkultureller Kompetenz sind tragenden Säulen für jedes Unternehmen, insbesondere in denen mit einem kulturell vielfältigen Mitarbeiterpool und davon wird es in den kommenden Jahren immer mehr geben. Die Verantwortung und der Wirkungsbereich von Mitarbeitern mit interkultureller Kompetenz ist groß und eröffnet Gestaltungsräume in jedem Unternehmen. Wenn du interkulturell kompetent bist, zeichnest du dich also als vielseitig einsetzbarer Mitarbeiter aus. Du erweiterst nicht nur deinen eigenen Horizont, sondern erschließt dir auch sehr gute berufliche Aufstiegschancen auf nationaler und internationaler Ebene. Letztlich tut jeder Mitarbeiter gut daran, sich interkulturelle Kompetenzen anzueignen und jedes Unternehmen gewinnt, wenn es solche Entwicklungen bei den eigenen Mitarbeitern fördert. Eine Studie von LinkedIn zeigt, dass Personalverantwortliche und Vorstände bereits heute sehr schätzen, wenn ein Mitarbeiter interkulturelle Kompetenz mitbringt. Für rund zwei Drittel der Befragten gehört diese Fähigkeit zu den wichtigsten Soft Skills im Berufsleben. In zehn Jahren wird diese Kompetenz sogar noch wichtiger sein, so die Prognosen der Befragten.

 

Kulturelle Unterschiede als Vorteil sehen

Vielleicht hast du dich schon einmal in einer Situation wiedergefunden, in der du dachtest: „Was macht der denn da?“ oder „Wie kann sie bloß so arbeiten?“ Gerade die Arbeit in multikulturellen Teams sorgt regelmäßig für solche Momente. Dann können wir die Verhaltensweise einer anderen Person nicht nachvollziehen, weil sie so stark von unserer eigenen abweicht. Die Folge aus dieser Unterschiedlichkeit sind häufig Berührungsängste. Verständlich, denn du möchtest nichts falsch machen, niemanden kritisieren oder gar verletzen. Doch letztlich lässt du dir durch einen gut gemeinten Rückzug viele Chancen entgehen. Diversität ist ein Vorteil, denn interkulturelle Teams:

 

· bündeln verschiedene Kompetenzen

· finden häufig sehr kreative Lösungswege

· nutzen internationales Know-how

· schulen in Toleranz und gegenseitigem Respekt

· laden ein, den eigenen Horizont permanent zu erweitern

 

Interkulturelle Basiskompetenz 

8 Tipps für mehr interkulturelle Kompetenz

Internationale Geschäftsbeziehungen dürfen auch mal eine holprige Kommunikation aufweisen und du musst in deiner interkulturellen Kommunikation nicht fehlerfrei sein. Der wichtigste Tipp ist es, gelassen, neugierig, offen und stets wertschätzend zu bleiben. Dann hast du die beste Basis für deine eigene interkulturelle Kompetenz geschaffen. Die folgenden acht Tipps helfen dir, einen guten Einstieg in die Zusammenarbeit mit Menschen aus anderen Kulturkreisen zu finden.

 

Tipp 1: Auf den anderen zugehen

Wie reagierst du, wenn du mit einem Geschäftspartner in einer anderen Sprache kommunizieren sollst? Möglicherweise eher abwartend und vorsichtig, aus Angst einen Fehler zu machen. Genau diese Zurückhaltung baut eine unnötige Barriere auf. Sei offen und mach den ersten Schritt. Stelle eine freundliche Frage, beispielsweise „Wie geht es Ihnen heute?“ oder „Wie war Ihr Flug?“ Das bricht das Eis und öffnet die Tür zur folgenden Zusammenarbeit.

 

Tipp 2: Lächle

Unsicherheit lässt uns oft sehr unruhig, manchmal gar steif wirken. Durchbrich diese Situation mit einem Lächeln und signalisiere deinem Gegenüber, dass du sehr an einer freundlichen und entspannten Kommunikation interessiert bist. Ein Lächeln wirkt über jeden kulturellen Unterschied hinweg immer freundlich und zugewandt.

 

Tipp 3: Finde Gemeinsamkeiten

Wenn du dich nicht auf die einschüchternden Unterschiede konzentrierst, sondern auf eure Gemeinsamkeiten, entspannt das die Situation. Haben du und dein Geschäftspartner vielleicht eine ähnliche Tasche dabei? Teilst du eine sportliche Leidenschaft mit einem Mitglied deines interkulturellen Teams? Gemeinsamkeiten ebnen dir den Weg zu einer gelungenen interkulturellen Kommunikation.

 

Tipp 4: Nimm’s leicht

Interkulturelle Kompetenz hat nicht nur mit Business-Knigge zu tun, sondern mit menschlicher Interaktion. Sprich also ruhig auch ganz alltägliche Dinge an, um den Einstieg ins Gespräch zu finden. Hattest du im Flugzeug eine ganz neue Kaffeesorte, die du bisher nicht kanntest? Auch solche vermeintlichen Banalitäten brechen das Eis und entspannten die Atmosphäre.

 

Tipp 5: Stelle offene Fragen

Kaum etwas ist unangenehmer als schleppende Gespräche, die einfach nicht in Gang kommen oder abrupt enden. Diese Situation kannst du ganz einfach umgehen, indem du offene Fragen stellst, also solche, die nicht mit „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten sind.

 

Tipp 6: Sei aufmerksam

Gerade wenn du eine offene Frage stellst, ist deine Reaktion auf die Antwort deines Gegenübers entscheidend. Halte Blickkontakt, hilf bei Wortfindungsschwierigkeiten deines Gesprächspartners und achte auf seine Gestik und Mimik. All das zeugt von ehrlicher Wertschätzung und ist eine tragende Säule deiner interkulturellen Kompetenz.

 

Tipp 7: Bleib authentisch

Auch wenn die Situation ungewohnt ist und du unsicher bist, ist das nicht schlimm. Vermeide in jedem Fall, zu aufgesetzt oder gar überheblich zu wirken, um diese Unsicherheit zu überspielen. Dein Geschäftspartner wird bemerken, wenn du nicht authentisch bist und am Ende einfach keinen Draht zu dir aufbauen können.

 

Tipp 8: Vermeide sensible Themen

Religiöse und politische Themen sind sehr sensible Bereiche, die im internationalen Geschäftsleben außen vor bleiben dürfen. Hier lauern tatsächlich zu viele Fettnäpfchen, die ein Gespräch schnell unschön beenden können.

 

 

Erfolg durch Offenheit

Unübersichtliche kulturelle Situationen meistern, sich selbst im eigenen Kulturkreis verstehen und zugänglich sein, sich selbst hinterfragen, neugierig und offen in kulturell besonderen Situationen agieren. Spaß daran haben und interessiert sein – das macht interkulturelle Kompetenz aus. Tipps wie die hier geschilderten acht oder digitale Trainings in interkultureller Kompetenz  helfen dir dabei, die Unsicherheit zu überwinden und die riesigen Chancen interkultureller Zusammenarbeit zu nutzen.