Digitale Geschäftsmodelle: Dynamik-Turbo für das eigene Unternehmen

Digitale Geschäftsmodelle

 

Digitale Geschäftsmodelle bieten auch kleinen und mittelständischen Unternehmen große Chancen: Doch was sind digitale Geschäftsmodelle eigentlich, auf was muss ich achten, wenn ich als Unternehmen digitale Geschäftsmodelle aufbauen möchte? Antworten dazu finden Sie in unserem neuen Blogbeitrag. Viel Spaß beim Lesen!

 

Unser Leben ist digital

Zunehmend bestimmen Daten unser Leben. Künftig werden wir in Smart-Citys wohnen. Dort sind unterschiedlichste Produkte miteinander vernetzt und tauschen selbstständig Informationen aus. Die Datenmanagement-Systeme in der Smart-City kennen den Ladezustand von Mülltonnen und setzen Müllfahrzeuge effizienter ein als heute. Das smarte Zuhause weiß, wann ich nach Hause komme und macht schon mal die Heizung an, wenn ich noch unterwegs bin. Und der smarte Kühlschrank ordert selbstständig nach, wenn Butter und Milch ausgehen. Das Alltagsleben von morgen findet vernetzt statt, basierend auf riesigen Datenmengen. Unternehmen haben dabei die Chance, durch neue digitale Geschäftsmodelle von diesem riesigen Veränderungsprozess zu profitieren. Doch was sind digitale Geschäftsmodelle eigentlich? Wie lassen Sie sich definieren? Gibt es interessante Beispiele? Warum sind sie so wichtig geworden? Diesen Fragen wollen wir uns nähern.

 

Was sind digitale Geschäftsmodelle?

Auch die Wirtschaft steht vor der riesigen Herausforderung, sich auf das digitale Zeitalter einzustellen. Agile Start-ups zeigen schon heute, wie digitaler Wandel aussieht. Sie entwickeln kundengerechte Web-Lösungen, um bequem online einzukaufen, im Internet Überweisungen in Echtzeit zu tätigen oder exotische Unterkünfte an den entferntesten Orten zu finden. Alle Digital-Angebote sind rund um die Uhr verfügbar. Und auf sie kann von allen Orten der Welt aus zugegriffen werden. Möglich wird dies durch innovative Unternehmen, die mit ihren digitalen Geschäftsmodellen völlig neue Märkte entwickeln, neue Zielgruppen entdecken und mit spannenden Angeboten eine hohe Nachfrage erzeugen.

 

Online Preise vergleichen

 

Die Macht liegt beim Kunden

Nahezu alle Märkte verfügen heute schon über eine unfassbare Transparenz. Angebote und Dienstleistungen lassen sich per Smartphone und Tablet in Echtzeit miteinander vergleichen. Wer den besten Preis bietet oder einen spannenden Zusatznutzen, hat die Nase vorn. Sprachen Unternehmen noch vor 10 Jahren vom „König Kunden“, den man gewinnen möchte, hat dieser sich heute schon längst selbst erfolgreich zum König erkoren. Denn durch die Digitalisierung verfügen Kunden plötzlich über eine enorme Macht – größer als jemals zuvor.
Wie selbstverständlich teilen Menschen heute ihre Kauferfahrungen im Netz — ob mit Freunden oder ihnen völlig unbekannten Menschen. Wer als Unternehmen im digitalen Kaufprozess nicht überzeugt, bekommt Probleme mit der Nachfrage. Denn fallen die Online-Bewertungen schlecht aus, ist der Kunde mit einem Klick weg und kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht so schnell wieder. Die Macht von Ranglisten und Käuferkommentaren nimmt gigantisch zu. Und damit steigt die Erwartung der Kunden an eine intensive Betreuung, an gute Produkte und an einen perfekten Service.

 

Was bedeutet die Digitalisierung für den Wettbewerb?

Für alle Marktakteure verschärft sich der Wettbewerb untereinander. Und Marken und Hersteller kämpfen nicht nur um das rare Gut Aufmerksamkeit, sondern um etwas noch viel Wertvolleres: die Gunst der Käufer. Denn mal ehrlich: Jeder lässt sich gerne verwöhnen und mit spannenden Zusatzservices umgarnen. Und wenn eine neue Anwendung einen tollen Mehrwert bietet, wird zugegriffen. Die Kundinnen und Kunden interessiert dabei weniger, wer der Absender ist. Hauptsache das digitale Angebot überzeugt, es ist bequem nutzbar und einfach zu bedienen. Es gibt also sehr viele gute Gründe, damit sich Unternehmen intensiv mit digitalen Geschäftsmodellen beschäftigen, wenn sie am Markt gewinnen und gegenüber neuen Geschäftsmodellen bestehen wollen, die sich häufig genug disruptiv darstellen. Selbst unglaublich starke Marken, die jeder kennt — bekannte Banken, Versicherungen, Automobilhersteller — müssen sich kritisch befragen, ob das eigene Geschäftsmodell morgen noch trägt.

 

Kundenerwartungen wandeln sich

Die Prognosen zeigen: Künftig erwarten Kunden lieber komplette Lösungen anstatt teurer Produkte, die ihnen heute vor die Nase gesetzt werden. Wahrscheinlich nutzen auch Sie bereits Carsharing. Und möglicherweise denken Sie gerade darüber nach, Ihr Auto abzuschaffen, weil es sowieso die meiste Zeit nur rumsteht und oft genug nur unnötig Kosten und Ärger produziert. Wenn Sie nach reiflicher Überlegung tatsächlich Ihr Auto verkaufen, weil eine Car-Sharing-App ihre Bedürfnisse genauso gut oder vielleicht sogar besser befriedigt, hat wieder eine digital basierte Lösung — in diesem Falle eine Mobilitätslösung — über ein Traditionsprodukt gesiegt. In diesem Falle das Auto, das noch vor 10 Jahren als unverzichtbares Statussymbol galt. Auf ein eigenes Auto verzichten? Vor wenigen Jahren wäre das für die meisten Menschen noch unvorstellbar gewesen. Die Stimmung hat sich gedreht. Prestige heute verspricht, wer es ich leisten kann, kein eigenes Fahrzeug zu besitzen. Für die digitalen Anwendungen der Zukunft ist der Marktzutritt einfach geworden. Dazu ein Beispiel: Eine kluge Online-Anwendung, die Dateien in druckfähige PDFs umwandelt, macht auf einen Schlag gängige Standardprogramme auf dem Markt überflüssig. Es macht aber unter Umständen auch wertvolles Know-how überflüssig, das früher beim Grafiker lag und teuer eingekauft werden musste. Datei hochladen, mit einem Klick umwandeln, Datei wieder runterladen und fertig. Einfacher geht es nicht, genial! Als Nutzer hat man die Möglichkeit den Service zu abonnieren. Oder der Anwender hat bestimmte Upload-Kontingente frei verfügbar und bezahlt, indem Werbung eingeblendet wird.

 

Online Shopping mit dem Smartphone

 

Das eigene Geschäftsmodell erweitern

Laut einer Studie der Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers (PwC) erwarten die CEOs deutscher Unternehmen, dass 80 Prozent der Unternehmen bis zum Jahr 2020 ihre Wertschöpfungskette digitalisiert haben. 40 Prozent werden bis dahin ein sehr stark digitalisiertes Produktportfolio haben . Zu den Kernaspekten der neuen digitalen Geschäftsmodelle zählen:

  • die stärkere digitale Vernetzung mit Kunden und Partnern;
  • Lösungen anbieten anstelle von Produkten;
  • der Ausbau digitaler Serviceleistungen mit zusätzlichem Kundennutzen;
  • der Aus- und Ausbau von Mehrwertdiensten wie beispielsweise Apps;
  • die Nutzung von Cloud-Technologien und der Aufbau von cloudbasierten Geschäftsmodellen;
  • der Ausbau des Direktgeschäfts mit Kunden.

 

In einem aktuellen Themenheft des Bundesministeriums für Wirtschaft zeigen die MeisterTischler aus Wilsdruff bei Dresden, wie durch die Zusammenarbeit mit Programmierern und IT-Spezialisten die für einen modernen Tischlerei-Betrieb lebensnotwendige CAD-Software noch besser an die Praxis angepasst werden kann. Aufbauend auf dieser ungewöhnlichen Kooperation wurde ein Schulungs- und Beratungsangebot für andere Betriebe entwickelt, das sogar zu einem neuen Standbein für den mittelständischen Betrieb werden kann. Und jetzt gehen die MeisterTischler noch weiter: Sie wagen sich in den Bereich Virtual Reality vor, damit Kunden und Architekten ein neues Projekt in der Virtuellen Realität umfassend begutachten und das Projekt den Wünschen des Auftragnehmers noch besser angepasst werden kann. Der Ansatz der MeisterTischler ist klar: Durch ein hohes Innovationsverständnis heraus digitale Anwendungen so weiterzuentwickeln, dass Prozesse effizienter, qualitativ besser und noch kundengerechter werden. Und durch die neuen Anwendungen und Lösungen das eigene Geschäftsmodell systematisch erweitern.

 

Viele Effizienzvorteile durch digitalen Wandel

Damit sind auch die wichtigsten Vorteile digitaler Geschäftsmodelle beschrieben, die das Ergebnis der PwC-Studie bestätigen: Die Unternehmen entdecken neue Geschäftsfelder. Sie verbessern ihre Planungs- und Steuerfähigkeit und die Kundenzufriedenheit steigt. Zentral für den Aufbau digitaler Geschäftsmodelle ist die integrierte Nutzung von Daten. Der Blick auf Google zeigt dabei, dass sich sogar mit der Bereitstellung kostenloser Daten erfolgreich Wertschöpfung betreiben lässt. Doch was sind digitale Geschäftsmodelle eigentlich? Aus klassischer Sicht bestehen diese immer aus sechs Kernelemente:

  • eine Transaktion
  • ein anbietendes und
  • ein nachfragendes System
  • eine (digitale) Leistung
  • eine passende Gegenleistung (monetärer oder nicht monetärer Art)
  • Wiederholbarkeit der Transaktion (der Prozess des Austausches muss wiederholbar sein)

 

Das Besondere dabei: Die Transaktion von Leistung und Gegenleistung findet dabei auf rein digitaler Basis und automatisiert statt, ohne das Zutun von Menschen. Ein Streaming-Dienst wie Netflix funktioniert, ohne dass Menschen direkt miteinander sprechen und den Leistungsaustausch per Kommunikation organisieren. Aus Sicht des Anbieters geht es darum, den Service so einfach und so kundengerecht wie möglich zu gestalten, damit er innerhalb der relevanten Zielgruppe von jedem genutzt werden kann.

 

Digitale Geschäftsmodelle verändern Unternehmen von Grund auf

Schaut man noch etwas genauer auf das Prinzip „Digitales Geschäftsmodell“, erkennt man jedoch: Die Digitalisierung und Vernetzung geht weit über den Aufbau eines starken Kundennetzwerks und die reine digitale Transaktion von Leistungen hinaus. Es verändert die Zusammenarbeit mit Lieferanten und Handelspartnern, aber auch die interne Wertschöpfungskette von Vertrieb, Produktentwicklung, Einkauf, Produktion, Logistik bis hin zu IT und Finanzen. Kein Bereich bleibt von der Digitalisierung unberührt, um Prozesse zu automatisieren, das Datenmanagement effizienter zu machen und die Fehlerrate in der Produktion durch kontinuierliche Messung zu minimieren. Digitale Geschäftsmodelle sind wesentlich mehr als ein elektronischer Shop. Sie verändern Unternehmen von Grund auf, weil sie datenbasiert funktionieren.

 

Digitale Geschäftsmodelle: Bitte loslegen, aber nur mit System

Wenn man sein eigenes traditionelles Geschäftsmodell um digitale Geschäftsmodelle erweitern möchte, muss sich zuerst umfassend mit dem Kundennutzen einer neuen Anwendung auseinandersetzen, um für spezifische individuelle Problemlagen des Kunden maßgeschneiderte Lösungen — Produkte und Dienstleistungen — zu finden. Erst danach sollte man sich in einem zweiten Schritt mit den Funktionen, Anforderungen und Spezifikationen auseinandersetzen. In der dritten Phase wird definiert und überprüft, welche Ressourcen vorhanden sind und benötigt werden. Hier wird auch geklärt, ob das eigene Know-how für die Entwicklung der Wunschlösung ausreicht. Denn möglicherweise braucht man für die neue innovative Anwendung einen strategischen Kooperationspartner — beispielsweise eine Forschungseinrichtung, die in dem Anwendungsfeld über eine hohe Expertise verfügt.

Der Innovationswille muss da sein

Das Wichtigste, das jedoch immer am Anfang steht: Interessierte Unternehmen brauchen ein ausgeprägtes Innovationsverständnis. Management und Führungskräfte sind dabei wichtige Vorbilder. Besonders sie benötigen eine starke positive Grundhaltung gegenüber technischen Neuerungen und gegenüber dem Wandel, um Prozesse zu initiieren und zu forcieren. Neuere Ansätze wie die Methode des Design Thinking, die wir genau aus diesem Grund bei karriere tutor®als dreitägigen Workshop anbieten, ermöglichen dabei auch kleinen und mittelständischen Unternehmen die Chance, neue Lösungen und digitale Geschäftsmodelle zielgerichtet und effizient zu entwickeln.

Das ist nämlich das wirklich Spannende dabei: Mit dem richtigen Team und guten Partnern lassen sich nicht nur kreative Ideen finden. Die neuen digitalen Geschäftsmodelle sind für sehr viele Unternehmen auch tatsächlich umsetzbar – egal ob groß oder klein; ob in einer Großstadt ansässig oder auf dem platten Land. Und wenn es mit eigenen Entwicklung nicht klappt: Es gibt bereits zahlreiche digitale Marktlösungen, auf die man einfach draufsatteln kann. Auch so wird zusätzlicher Umsatz möglich. Man muss jedoch erst die Chancen erkennen, um sie zu nutzen.

 

 

 

Oliver Herbig hat auf dem Gebiet berufliche Weiterbildung mit Schwerpunkt Management und IT in Geschäftsführer- und Vorstandspositionen über 15 Jahre Erfahrung. Profitieren Sie mit karriere tutor® von seinem Wissen und machen Sie sich fit für den nächsten Karriereschritt.