Revolution Remote: Warum Remote-Arbeitsplätze auch Arbeitgebern nützen

Draußen arbeiten – Remote-Arbeitsplätze

 

Alle reden vom Fachkräftemangel, aber kaum einer nutzt die wirklich naheliegenden Lösungen, diesem entgegenzuwirken. Warum wir eine Revolution Remote brauchen und warum Remote-Arbeitsplätze auch Arbeitgebern nützen, lesen Sie im folgenden Text.

Fachkräftemangel: vom Engpass zum Ödland

Der Aufschrei zum Thema Fachkräftemangel ist fast schon aus der Mode gekommen, so lange treibt er bereits sein Unwesen im Land. Dabei ist das Problem längst nicht gelöst, sondern verschärft sich weiter. Vor allem in den technischen Berufen mangelt es an allen Ecken und Enden. Der diesjährige Fachkräftereport der IHK München und Oberbayern ist nur eine der Quellen, die das belegen. Bereits heute fehlen über alle Branchen hinweg mehr als 250.000 Fachkräfte in Bayern. Bis 2030 soll sich diese Zahl nahezu verdoppeln. Wir sprechen dann nicht mehr von einem rein temporären Engpass, sondern von einem beängstigenden Ödland, das wirtschaftlich große Folgen nach sich ziehen wird. Es ist also höchste Zeit zu handeln!

 

Remote-Arbeitsplätze gegen den Fachkräftemangel

Warum aber fehlt es vor allem in Ballungszentren wie München an Fachkräften? Zum einen, weil es schlichtweg zu wenig passend ausgebildetes Personal gibt. Zum anderen aber auch, weil die gebotenen Arbeitsbedingungen oft nicht die attraktivsten sind. Selbst wenn Sie als Münchner Unternehmen bundesweit inserieren, wird kaum ein Bewerber in Ihre Stadt ziehen, wenn er dort nicht einmal bezahlbaren Wohnraum findet. Hier stößt auch das beste Employer Branding schnell an seine Grenzen. Denn irgendwann sind attraktive Vergütung und ein top-ausgestattetes Büro nicht mehr genug, um die guten Mitarbeiter zu finden und an sich zu binden. Es bedarf mehr Flexibilität. Deutlich mehr. Genau das ermöglichen Remote-Arbeitsplätze. Denn sie geben Arbeitnehmern ein neues Maß an persönlicher Freiheit und sind auch für die Unternehmen selbst attraktiver, als Sie möglicherweise in diesem Moment denken.

 

 

Flexibles Arbeiten ist besseres Arbeiten

Der klassische 9 to 5-Job liegt in den letzten Zügen. Zumindest im klassischen Sinne, wo man sich früh um acht an der Stechuhr begrüßt und abends gemeinsam in den Feierabend verabschiedet. Arbeiten in Zeiten der Digitalisierung muss flexibler werden, um besser zu werden. Remote-Arbeitsplätze setzen genau hier an. Denn wer remote arbeitet, arbeitet ortsunabhängig und deutlich freier. Frei in einem nicht näher definierten Rahmen, der vom Home Office in der Nachbarstadt bis zum digitalen Nomadentum in einem italienischen Café reichen kann. Und trotzdem ist Remote Work kein reines Laissez-faire, sondern ein dringend notwendiger Kompromiss. Ein Weg, der Vorteile für beide Seiten bringt:

  • keine verschenkte Zeit: Der Weg zur Arbeit raubt uns allen wertvolle Lebenszeit. Diese Zeit ist weder produktiv noch frei, sondern ausschließlich umständlich und vertan. Wer Remote-Arbeitsplätze schafft, reduziert diese verschenkte Zeit und ermöglicht es seinen Mitarbeitern unmittelbar mit Beginn der Arbeit produktiv zu werden.
  • gesteigerte Produktivität: Genau diese gesteigerte Produktivität macht Remote-Arbeitsplätze auch für Arbeitgeber interessant. Dass im Home-Office produktiver gearbeitet wird, wurde mittlerweile in verschiedenen Studien erwiesen. Und dass produktive Mitarbeiter ein Gewinn für jedes Unternehmen sind, bedarf wohl keiner weiteren Erläuterung.
  • verbesserte Konzentration: Großraumbüros sind alles, aber nicht gerade konzentrationsfördernd. Der Geräuschpegel, die unterschiedlichen Vorlieben zum Raumklima oder zur Einrichtung des Büros, differierendes Telefonieverhalten und vieles mehr rauben die Konzentration. Im Home-Office, oder am gewählten Ort des persönlichen Remote-Arbeitsplatzes, fällt es leichter, sich zu konzentrieren, weil Störquellen wesentlich einfacher ausgeschaltet werden können.
  • bessere Vereinbarkeit von Beruf & Familie: Wer remote arbeiten kann, bekommt Beruf und Familie besser unter einen Hut. Allein die wegfallenden Fahrtwege zur Arbeit und zurück kommen den Betreuungszeiten in Kindergarten und Schule entgegen. Trotzdem verlieren Unternehmen keine einzige Minute der bezahlten Arbeitszeit, weil ihre Remote-Kräfte bis zum Schluss konzentriert arbeiten können und nicht vorzeitig das Büro verlassen, weil sie sonst nicht mehr rechtzeitig in die Kita kommen.
  • Kostenersparnis für Unternehmen:Zufriedenheit und mehr Freiheit für die eigenen Mitarbeiter sind ein nettes Benefit, der wirtschaftliche Nutzen aber ein schlagkräftiges Argument, das kein Unternehmen übergehen sollte. Wenn Ihre Mitarbeiter Remote-Arbeitsplätze nutzen, brauchen Sie kein internes Büro im Firmengebäude. Das spart sowohl Anschaffungs- als auch Instandhaltungskosten.

 

Remote-Arbeitsplätze als Kommunikationskiller?

Dass sich Remote-Arbeitsplätze noch nicht überall durchgesetzt haben, liegt vor allem an einem Punkt: Unternehmen befürchten eine einbrechende Kommunikation untereinander. Natürlich verringert sich das Face to Face im persönlichen Kontakt, wenn man kein gemeinsames Büro mehr teilt. Auch die Informationsweitergabe ist teilweise erschwert. Beim US-amerikanischen IT-Riesen IBM führte die Skepsis gegenüber des Remote Workings so weit, dass das bereits früh eingeführte System in den letzten Jahren sukzessive zurückgeschraubt wurde. Anlass war der Wunsch nach einem stärkeren Teamgefühl, das vor Ort leichter zu erreichen wäre. Verständlich, aber nicht unbedingt die einzige Option. Denn die Digitalisierung ebnet auch hier neue Wege, die nur beschritten werden müssen. Messaging-Dienste und Collaboration-Tools wie Skype, Google Docs, Podio und viele weitere stehen als Wegbereiter bereits zur Verfügung und ermöglichen den regelmäßigen und unmittelbaren Austausch untereinander, ohne physisch nebeneinander zu stehen. Gemeinsame Projekte können gemeinsam bearbeitet werden, egal wo der Einzelne sitzt. Kommunikation und Isolation gehören also nicht zu den Dingen, die Sie zwangsläufig in Kauf nehmen müssen, wenn Sie Remote-Arbeitsplätze schaffen.

Ihr Weg zur Arbeit 4.0

Erst kürzlich rief die Bundesregierung die sogenannten Experimentierräume ins Leben, die der digitalisierten Arbeitswelt neue Impulse schenken soll. Auch Remote-Arbeitsplätze sind hier eine Säule, die Sie keineswegs vorzeitig abschreiben sollten. Weitere Ideen und Richtungsgeber können Sie ergänzend in unserem Artikel zur digitalen Führungskultur bekommen.

 

 

 

oliver_quadratischOliver Herbig hat auf dem Gebiet berufliche Weiterbildung mit Schwerpunkt Management und IT in Geschäftsführer- und Vorstandspositionen über 15 Jahre Erfahrung. Profitieren Sie mit karriere tutor® von seinem Wissen und machen Sie sich fit für den nächsten Karriereschritt.