Nach Bestehen der gesetzlichen Probezeit steht es jeder Arbeitnehmerin und jedem Arbeitnehmer zu, doch die wenigsten machen davon Gebrauch: der Bildungsurlaub. Dabei bietet er so viele berufliche und persönliche Chancen und Möglichkeiten, die viel zu häufig ungenutzt bleiben. Wir erklären dir, was Bildungsurlaub ist, welche Voraussetzungen du für die Beantragung erfüllen musst, welche Rechte und Pflichten bestehen, wer die Kosten trägt und wie du deinen Antrag auf Bildungsurlaub richtig stellst.
Was ist ein Bildungsurlaub?
Bevor wir dir Schritt für Schritt erklären, wie die Beantragung deines Bildungsurlaubs abläuft, klären wir erst einmal die Frage: Was ist Bildungsurlaub überhaupt? In Deutschland können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Bildungsurlaub nehmen, um sich während der Arbeitszeit weiterzubilden – sei es beruflich, politisch oder persönlich. Im Gegensatz zum klassischen Urlaub steht dabei nicht die Erholung, sondern die Förderung des lebenslangen Lernens und die Verbesserung der Qualifikation der Beschäftigten im Vordergrund. Bildungsurlaub ist für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen also die ideale Möglichkeit, sich während der Arbeitszeit bezahlt weiterzuentwickeln, ohne dafür reguläre Urlaubstage aufwenden oder Freizeit opfern zu müssen.
Welche Arten von Bildungsurlaub gibt es?
In Deutschland gibt es drei Hauptarten von Bildungsurlaub, die von den meisten Bundesländern anerkannt werden: berufliche, politische und persönliche bzw. kulturelle Weiterbildung.
Beruflicher Bildungsurlaub
Ziel des beruflichen Bildungsurlaubs ist die fachliche Weiterbildung, um berufliche Kompetenzen zu stärken und das eigene Profil zu schärfen. Diese Form des Bildungsurlaubs ist die mit Abstand am häufigsten genutzte und anerkannte. Typische Kurse, für die Bildungsurlaub in diesem Bereich genutzt wird, sind beispielsweise IT-Schulungen für Excel oder die Programmierung mit Python, Sprachkurse, Management- und Führungscoachings sowie Rhetorik- und Kommunikationskurse.
Politischer Bildungsurlaub
In vielen Bundesländern ist politischer Bildungsurlaub sogar gesetzlich verankert, da er die aktive Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen soll. Seminare zu Themen wie Demokratie, Menschenrechten, Europapolitik, Extremismusprävention oder Medienkompetenz sollen das politische Bewusstsein fördern und gesellschaftliches Engagement stärken.
Persönlicher Bildungsurlaub
Der persönliche Bildungsurlaub ist die am wenigsten genutzte Form, da sie nicht in allen Bundesländern anerkannt wird. Dabei ist sie eine ideale Möglichkeit, um beispielsweise Burnout vorzubeugen und die Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Ziel dieser Form von Bildungsurlaub sind Persönlichkeitsentwicklung, Stressbewältigung und kulturelle Bildung. Beliebte Kurse sind daher Yoga-Workshops, Achtsamkeits- oder Stressmanagementkurse. Aber auch interkulturelle Trainings und Kunstkurse gehören dazu.
Vorteile des Bildungsurlaubs
Bildungsurlaub in Anspruch zu nehmen, macht nicht nur aus Arbeitnehmer-, sondern auch aus Arbeitgeberperspektive Sinn. Für dich als arbeitnehmende Person bietet sich die ideale Möglichkeit, Arbeit und Leben dank Bildungsurlaub entspannter miteinander zu verbinden. Dank der Sonderurlaubstage wirst du von der Arbeit bezahlt freigestellt und hast zeitgleich die Möglichkeit, neue Fähigkeiten zu erwerben oder bestehende zu vertiefen. Eine solche Weiterbildung stärkt das Selbstbewusstsein und eröffnet dir neue Perspektiven – sowohl persönlich als auch für deine Karriere. Lasse diese Chance nicht ungenutzt! Und das Beste: Du allein entscheidest, in welchem Bereich du dich weiterbilden möchtest.
Auch für Arbeitgebende macht es Sinn, ihren Mitarbeitenden Bildungsurlaub zu gewähren. Gut geschulte und qualifizierte Mitarbeitende bringen neue Impulse und steigern die Produktivität. Die Genehmigung von Bildungsurlaub stärkt außerdem die Mitarbeiterbindung und fördert die Motivation: Wer sich weiterbilden darf, bleibt dem Unternehmen in der Regel länger treu und ist zufriedener. Nicht zuletzt ist Bildungsurlaub auch ein Pluspunkt auf dem Arbeitsmarkt und könnte den Ausschlag geben, ob sich eine Bewerberin oder ein Bewerber für oder gegen ein Unternehmen entscheidet.
Voraussetzungen für Bildungsurlaub
Wer kann Bildungsurlaub beantragen? Haben nur Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Anspruch auf Bildungsurlaub oder auch Auszubildende? Muss Bildungsurlaub berufsbezogen sein? Wenn es um das Thema Bildungsurlaub und die Voraussetzungen für die Beantragung geht, tauchen viele Fragen auf. Wir klären auf!
Das Wichtigste vorab: Der Bildungsurlaub und die Voraussetzungen, an die dieser geknüpft ist, sind Ländersache. Das bedeutet, dass jedes Bundesland seine eigenen Regelungen zur Beantragung von Bildungsurlaub aufstellt. Informationen hierzu findest du auf den Webseiten der jeweiligen Landesregierungen. Dennoch gibt es einige allgemeingültige Voraussetzungen und Bedingungen für den Anspruch auf Bildungsurlaub, die in allen Bundesländern bis auf Bayern und Sachsen gelten.
- Arbeitsverhältnis: Jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer mit einem unbefristeten Arbeitsverhältnis und einer Betriebszugehörigkeit von mindestens sechs Monaten hat Anspruch auf Bildungsurlaub. Das gilt auch für Teilzeitbeschäftigte, allerdings anteilig je nach Anzahl der Arbeitstage pro Woche.
- Anerkannte Bildungsmaßnahme: Die Weiterbildung muss von einer anerkannten Einrichtung stammen und im jeweiligen Bundesland zertifiziert sein.
- Zweck der Bildungsmaßnahme: Die Maßnahme muss der beruflichen, politischen oder persönlichen Weiterentwicklung dienen.
- Fristgerechter Antrag: In der Regel muss der Antrag auf Bildungsurlaub sechs bis acht Wochen vor Kursbeginn beim Arbeitgeber eingereicht werden.
Was bedeutet das also zusammengefasst für die Beantwortung der eingangs gestellten Fragen? Grundsätzlich kann jede Person, die in Deutschland arbeitet, Bildungsurlaub beantragen, sofern sie seit mindestens sechs Monaten und unbefristet in einem Unternehmen angestellt ist. Das gilt auch für Auszubildende, die ihren Bildungsurlaub allerdings in NRW und Hessen lediglich für die politische Bildung einsetzen dürfen. Der Bildungsurlaub muss nicht zwangsläufig berufsbezogen sein, ist es aber meistens. Lediglich in Bayern und Sachsen besteht kein Anspruch auf Bildungsurlaub.
Wer trägt die Kosten eines Bildungsurlaubs?
Persönliche und fachliche Weiterentwicklung schön und gut, aber wer trägt eigentlich beim Bildungsurlaub die Kosten? In allen teilnehmenden Ländern ist die Kostenübernahme für den Bildungsurlaub gleich: Die Arbeitgeberin bzw. der Arbeitgeber gewährt für die Freistellungstage im Bildungsurlaub eine Lohnfortzahlung, du als arbeitnehmende Person trägst die Kosten der Weiterbildung. Selbstverständlich kannst du die Weiterbildungskosten auch steuerlich geltend machen.
Bildungsurlaubsgesetz
Wenn du nicht in Bayern oder Sachsen lebst und über eine Bildungsfreistellung nachdenkst, fragst du dich jetzt vielleicht: Wie viel Bildungsurlaub steht mir gesetzlich zu? Das Recht auf Bildungsurlaub ist in Deutschland im Bildungsurlaubsgesetz verankert, allerdings unterliegt der Anspruch auf Urlaub für Fortbildung in jedem Bundesland anderen Regelungen. Wie viele Tage Bildungsurlaub dir pro Jahr wo zustehen und welche Besonderheiten jeweils gelten, kannst du unserer Übersicht entnehmen. Allgemein gewähren die meisten Bundesländer aber 5 Tage Bildungsurlaub pro Jahr bzw. 10 Tage auf zwei Jahre gerechnet.
>> Jetzt Übersicht für die Regelungen auf Bildungsurlaub nach Bundesland herunterladen
Tipp: Alle Fakten zum Bildungsurlaub findest du im Bildungsfreistellungsgesetz des Bundeslandes, in dem sich dein Arbeitsplatz befindet. Informiere dich dort rechtzeitig über die geltenden Fristen zur Antragstellung und mögliche Sonderfallregelungen.
Bildungsurlaub beantragen: Erklärung Schritt für Schritt
Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, wird es für dich konkret. Aber wie beantragt man Bildungsurlaub? Muss der Arbeitgeber den Bildungsurlaub genehmigen? Ja, aber die Beantragung ist gar nicht so kompliziert: Der Prozess, um einen Bildungsurlaub zu beantragen, gliedert sich in sechs Schritte.
1. Vorgespräch mit dem Arbeitgeber
Da der Antrag auf Bildungsurlaub vom Arbeitgeber bewilligt werden muss, solltest du dein Vorhaben zunächst rechtzeitig mit deiner oder deinem Vorgesetzten besprechen. Durch dieses persönliche Gespräch erhöhen sich deine Chancen auf die Bewilligung der Bildungsfreistellung. Folgende Dinge sollten vorab geklärt sein:
- Art und inhaltlicher Schwerpunkt der geplanten Weiterbildung: beruflicher, persönlicher oder politischer Bildungsurlaub
- Ort
- Kosten
2. Bildungseinrichtung wählen
Stimmt dein Arbeitgeber einem Bildungsurlaub zu, kannst du nun passende Angebote für deinen Bildungsurlaub heraussuchen. Prüfe, welche Institute und Einrichtungen deine gewünschte Weiterbildung anbieten, und triff deine Wahl. Die Angebote für Bildungsurlaub sind vielfältig und nahezu unbegrenzt.
3. Antragsformular ausfüllen
Wenn du ein passendes Angebot für die Bildungsfreistellung gefunden hast, musst du nun die offizielle Beantragung für den Bildungsurlaub in die Wege leiten. Viele Bundesländer bieten kostenlose Antragsformulare online an, die du dir herunterladen und nutzen kannst. In der Regel ist auch eine formlose Antragstellung möglich. Die bestehenden Formulare bieten jedoch eine gute Hilfestellung, damit keine wesentlichen Informationen vergessen werden.
Wichtig: Beachte die gesetzlichen Fristen! Diese liegen meist bei ca. sechs Wochen vor Beginn der Freistellung, manche Bundesländer sehen jedoch auch kürzere Fristen vor.
4. Bildungsurlaub beantragen
Nachdem du das Formular ausgefüllt bzw. den formlosen Antrag für Bildungsurlaub geschrieben hast, reiche diesen bei der zuständigen Abteilung deines Unternehmens ein. In der Regel ist dies die Personalabteilung. Dort wird der Antrag bearbeitet und schließlich bewilligt oder abgelehnt.
5. Weiterbildung beginnen
Da du bereits im Vorfeld mit deinem Arbeitgeber über die Bildungsfreistellung gesprochen hast, wird der Antrag auf Bildungsurlaub in der Regel ohne weitere Schwierigkeiten bewilligt. Nun steht deiner geplanten Weiterbildung nichts mehr im Wege.
6. Teilnahmebestätigung einreichen
Nach Abschluss der Weiterbildung erhältst du in der Regel eine Teilnahmebescheinigung oder ein Zertifikat. Reiche diese Bescheinigung bei deinem Arbeitgeber ein.
Bildungsurlaub abgelehnt: Was tun?
Das Wichtigste vorab: Auch dein Arbeitgeber muss sich an Fristen halten. In den meisten Bundesländern muss die Ablehnung meist innerhalb einer Frist von zwei bis vier Wochen erfolgen, ansonsten gilt der Antrag auf Bildungsurlaub als automatisch genehmigt. Was kannst du aber tun, wenn dein Antrag auf Bildungsurlaub fristgerecht abgelehnt wurde? Hier hast du gleich mehrere Möglichkeiten:
- Widerspruch einlegen: Eine rein mündliche Ablehnung ist unzulässig. Fordere deshalb eine schriftliche Begründung für die Ablehnung ein und reiche einen formellen Widerspruch ein, beispielsweise mithilfe eines Musterschreibens. Solche findest du zahlreich im Internet.
- Neuen Antrag stellen: Suche das Gespräch mit der Personalabteilung oder dem Betriebsrat. Stelle den Antrag im Zweifel noch einmal und gib dabei einen anderen Termin oder eine andere Bildungsmaßnahme an – oft liegt hier das Problem.
- Klage einreichen: Wenn alle Stricke reißen und die Ablehnung nicht rechtmäßig ist, kannst du deinen Anspruch auf Bildungsurlaub gerichtlich durchsetzen.
Aus welchen Gründen kann der Arbeitgeber Bildungsurlaub ablehnen?
Bis auf die Länder Bayern und Sachsen bietet dir das Bildungsfreistellungsgesetz unter den oben genannten Voraussetzungen ein gesetzlich verankertes Recht auf Bildungsurlaub. Daher ist es unzulässig, wenn dein Arbeitgeber deinen Antrag ohne Begründung ablehnt. Zulässige Ablehnungsgründe sind allerdings betriebliche Gründe wie Personalmangel, Projektfristen, zu viele Abwesenheiten durch Urlaub oder Krankheitsausfälle. Für deinen Arbeitgeber hat natürlich immer oberste Priorität, dass Arbeitsabläufe nicht gestört werden.
In manchen Bundesländern gelten darüber hinaus Limitierungen, wie viele Beschäftigte im Jahr Bildungsurlaub nehmen dürfen – wenn diese Obergrenze erreicht ist, musst du deine Weiterbildung ggf. auf das nächste Jahr verschieben. Oft wird der Antrag auch zu spät eingereicht, sodass die Frist versäumt wird. Achte deshalb unbedingt auf die gesetzlichen Vorgaben deines Landes und halte dich daran.
Chancen für berufliche Weiterbildung nutzen
Leider wissen viele Arbeitnehmende nicht, dass sie die Möglichkeit haben, Bildungsurlaub zu beantragen, um sich Zeit und Freiraum für ihre berufliche Qualifizierung zu nehmen. Dabei ist diese Regelung eine hervorragende Chance, in die eigene Karriere und die Sicherung des eigenen Arbeitsplatzes zu investieren – und das sogar mit Lohnfortzahlung und ohne Aufopferung der Freizeit.
Bildungsurlauberinnen und Bildungsurlauber können aus zahlreichen Themen wählen, um sich beruflich, persönlich oder politisch weiterzubilden. Kurse für Bildungsurlaub, darunter auch zahlreiche Bildungsurlaub-Onlinekurse, gibt es wie Sand am Meer. Nutze die Chance auf neue Impulse, erweitere deinen Horizont und vernetze dich mit neuen Menschen.
FAQs
Wie viel Bildungsurlaub steht mir gesetzlich zu?
Gesetzlicher Bildungsurlaub ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Während die Länder Bayern und Sachsen gar keine Bildungsfreistellung gewähren, liegt der gesetzliche Anspruch in den meisten anderen Bundesländern bei fünf Tagen pro Jahr. Manchmal beträgt der Anspruch auch 10 Tage Bildungsurlaub, die sich auf zwei Jahre verteilen. Alle Informationen zu anspruchsberechtigten Personen, der Anspruchsdauer und sonstigen Besonderheiten findest du in unserer Checkliste.
Welche länderspezifischen Regelungen gibt es beim Bildungsurlaub zu beachten?
Jedes Bundesland legt die Voraussetzungen für Bildungsurlaub selbst fest. Die wichtigsten Unterschiede findest du in unserer Checkliste oder auf den Webseiten der jeweiligen Landesregierungen.
Wie begründe ich Bildungsurlaub?
Um Bildungsurlaub beantragen zu können, ist es nicht zwingend erforderlich, dafür Rechenschaft abzulegen. Es kann allerdings durchaus von Vorteil sein, transparent und offen mit deinem Arbeitgeber zu kommunizieren, welche Ziele du mit dem Bildungsurlaub verfolgst – das erhöht zusätzlich deine Chancen auf eine Bewilligung. Mögliche Gründe sind beispielsweise, dass du deine Kommunikationsfähigkeiten verbessern möchtest, um in Meetings sicherer aufzutreten, dein Stresslevel senken möchtest, um weiterhin leistungsfähig zu bleiben oder dein Wissen über demokratische Prozesse vertiefen möchtest.
Wie beantrage ich Bildungsurlaub?
Bevor du den Antrag auf Bildungsurlaub stellst, solltest du zunächst mit deinem Arbeitgeber die Eckdaten wie den inhaltlichen Schwerpunkt, den Ort und die Kosten klären. Anschließend kannst du das passende Angebot auswählen, welches in deinem Bundesland als geeignete Maßnahme für Bildungsurlaub anerkannt sein und den gesetzlichen Anforderungen entsprechen muss. Nun füllst du das Antragsformular aus und reichst den Antrag fristgerecht bei der Personalabteilung ein. Der Antrag wird dort bearbeitet und schließlich bewilligt oder abgelehnt. Nach erfolgreichem Abschluss erhältst du eine Teilnahmebescheinigung, die du deinem Arbeitgeber vorlegst.
Was kann man als Bildungsurlaub nehmen?
Die Bildungsurlaub-Angebote sind vielfältig und schier unbegrenzt, solange sie vom jeweiligen Bundesland offiziell anerkannt sind. Kurse für Bildungsurlaub sollten entweder deiner beruflichen, deiner persönlichen oder deiner politischen Weiterbildung dienen. Dir stehen alle Türen offen: von Sprachkursen, Gesundheits- und Stressbewältigungscoachings, EDV- und Digitalisierungsworkshops bis hin zu kreativen Kursen und fachlichen Weiterbildungen.
Kann mein Arbeitgeber mir Bildungsurlaub verweigern?
In den meisten Bundesländern hast du einen gesetzlichen Anspruch auf Bildungsurlaub. Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Arbeitgeber den Antrag allerdings ablehnen. Zulässige Ablehnungsgründe sind beispielsweise betriebliche Ursachen wie Personalmangel oder Urlaubszeiten. Eine Ablehnung ist auch möglich, wenn die Maßnahme nicht offiziell anerkannt ist, der Antrag zu spät eingereicht wurde oder bereits zu viele Mitarbeitende Gebrauch vom Bildungsurlaub gemacht haben.
Sind Bildungsurlaub und Weiterbildungsurlaub dasselbe?
Nein, auch wenn die beiden Begriffe sehr ähnlich klingen, sind es keine Synonyme. Bildungsurlaub ist durch das Bildungsurlaubsgesetz gesetzlich geregelt. Dadurch hast du als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer Anspruch auf bezahlte Freistellung für anerkannte Weiterbildungsmaßnahmen, die dich beruflich, persönlich oder politisch weiterbringen.
Weiterbildungsurlaub hingegen ist kein gesetzlich definierter Begriff und kann bezahlt oder unbezahlt sein – das liegt ganz an deiner Arbeitgeberin oder deinem Arbeitgeber. Es handelt sich dabei um einen allgemeinen Begriff für Weiterbildungen, die außerhalb des gesetzlichen Rahmens stattfinden, oft auf freiwilliger Basis oder individuell vereinbart.