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    Teste deine Soft Skills: Wie kritikfähig bist du wirklich?

    Autorbild von karriere tutor® Verfasst durch karriere tutor®

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    Wusstest du eigentlich, dass Soft Skills wie deine Kritikfähigkeit für Personaler oft wichtiger sind als Berufserfahrung? Hier kannst du also im Bewerbungsprozess kräftig punkten. Zu den wichtigsten dieser „weichen Fähigkeiten“ und Charaktereigenschaften gehören etwa Teamfähigkeit, Flexibilität, Engagement, Belastbarkeit, Organisationstalent, Konfliktfähigkeit – und Kritikkompetenz. Diesen Punkt wollen wir heute einmal näher beleuchten. Wie kritikfähig bist du eigentlich? Bei unserem Kritikfähigkeitstest kannst du es herausfinden.

    Kritikfähigkeit in der Bewerbung und im Vorstellungsgespräch

    Du weißt bereits, dass du kritikfähig bist? Dann solltest du diese schöne Eigenschaft schon in deiner Bewerbung erwähnen – vielleicht mit einer Formulierung wie: „Ich achte eher auf die fachliche Seite der Kritik, denn so kann ich mich weiterentwickeln. In Stresssituationen bewerte ich außerdem Kritik und einen vielleicht nicht ganz angemessenen Ton nicht zu hoch.“ Auch im Vorstellungsgespräch ist die Kritikfähigkeit häufig Thema. Auf eine Frage dazu könntest du mit einem Beispiel antworten: Schildere etwa, wie du einen beruflichen Konflikt konstruktiv gelöst hast. Dir fällt bestimmt etwas Passendes ein! 

    Wer wird schon gerne kritisiert?

    Ganz ehrlich: Bist du bei den Worten „Kritikfähigkeit“ und „Kritikkompetenz“ auch ein bisschen zusammengezuckt? Kein Wunder! Denn kritisiert zu werden ist den meisten von uns vor allem unangenehm. Man fühlt sich bewertet, getadelt, manchmal sogar persönlich angegriffen. Und darin soll man gut sein? Warum überhaupt?

    Ersetzen wir „Kritik“ doch einfach mal durch „Feedback“. Klingt schon besser, oder? Zumal Feedback ja durchaus auch positiv sein kann. Kritik übrigens auch – oder denkst du bei einer Filmkritik automatisch an einen Verriss? Siehst du.

    Feedback zu deiner Arbeit ist kein Urteil, sondern ein Angebot. Du kannst darüber nachdenken, dir davon herauspicken, was dir logisch und wichtig erscheint. Und bei deinem künftigen Handeln berücksichtigen. Mit anderen Worten: daraus lernen.

    Ohne Kritik und Kritikfähigkeit keine Entwicklung

    Eigentlich ist es schade, dass Kritik für viele so negativ belegt ist. Denn sie ist enorm wichtig, wenn es darum geht, Probleme zu lösen, Fehler zu beheben, Arbeitsabläufe zu optimieren und insgesamt besser zu werden.

    Ohne Kritik und natürlich Kritikfähigkeit kannst du nichts aus deinen Fehlern lernen und dich nicht weiterentwickeln.

    Aktiv oder passiv? Es gibt zwei Arten von Kritikkompetenz!

    Wenn von Kritikfähigkeit die Rede ist, müsste man eigentlich korrekterweise dazusagen, welche Art gemeint ist:

    • Aktive Kritikkompetenz bedeutet, dass man andere fundiert beurteilen und ihnen ein faires Feedback geben kann. Hierbei ist nicht nur Sachkompetenz, sondern auch Empathie gefragt – richtig gut zu kritisieren ist also gar nicht so einfach.
    • Passive Kritikkompetenz bedeutet, dass man konstruktive Kritik akzeptieren und souverän verwerten kann, ohne beleidigt zu sein oder sich unfair behandelt zu fühlen. Es gilt dabei also, die eigenen Emotionen zu kontrollieren und auf der Sachebene zu bleiben.

    Im Berufsleben können beide Arten von Kritikfähigkeit wichtig sein – doch wenn Personaler dich danach fragen, wie kritikfähig du bist, meinen sie meist die passive Variante. In jedem Fall hat Kritikfähigkeit auch viel mit Konfliktfähigkeit und kommunikativen Fähigkeiten zu tun – beides ebenfalls wichtige Soft Skills.

    Mache den Selbsttest: Wie ausgeprägt ist deine Kritikfähigkeit?

    Hand aufs Herz: Wie geht es dir, wenn ein Kollege oder eine Vorgesetzte dir konstruktiv kritisches Feedback gibt? Wie reagierst du, wie fühlst du dich, was denkst du darüber? Teste dich und deine Kritikfähigkeit selbst!

    1.: Dir ist ein Fehler unterlaufen und du wirst von deinem Kollegen freundlich darauf aufmerksam gemacht. Was geht dir spontan durch den Kopf?

    • A: O je, bestimmt habe ich noch mehr Fehler gemacht. Und wenn das rauskommt, werde ich bestimmt entlassen.
    • B: Ach so. Na gut. Dann korrigiere ich ihn eben. Gut zu wissen – dieser Fehler passiert mir bestimmt nie wieder.
    • C: Jeder macht doch Fehler! Auch mein Kollege. Wenn ihm demnächst einer passiert, werde ich ihm das schön unter die Nase reiben.

    2.: Deine Vorgesetzte gibt dir Feedback zu deiner Arbeit und liefert gleich ein paar Verbesserungsvorschläge. Was antwortest du?

    • A: Ich bedanke mich höflich und versuche, nicht in Tränen auszubrechen. Damit kann ich die Festanstellung wohl vergessen!
    • B: Ich diskutiere ihre Vorschläge mit ihr und steuere gleich noch ein paar eigene Ideen bei. Gemeinsam kommen wir gut voran.
    • C: Ich sage nur „Okay“ und verkneife mir eine gepfefferte Antwort. Zweifelt sie etwa an meiner Kompetenz? Frechheit!

    3.: Du hast in einer Mail an eine Kundin deren Namen falsch geschrieben und wirst nun darauf aufmerksam gemacht. Wie reagierst du?

    • A: Du liebe Zeit, wie megapeinlich! Am besten schreibe ich nie wieder Mails, ohne sie vorher von jemandem checken zu lassen.
    • B: Tatsächlich! Ich werde ihr gleich eine Mail schreiben und mich für meinen Fehler entschuldigen. Künftig weiß ich es dann besser.
    • C: Du liebe Zeit, die soll sich mal nicht so anstellen. Es gibt schließlich wichtigere Dinge im Leben.

    4.: Dein Chef führt sein jährliches Mitarbeitergespräch mit dir und nennt dir einige Punkte, an denen er bei dir Entwicklungspotenzial sieht. Wie findest du das?

    • A: O weh, so denkt er also über mich? In allen Bereichen findet er was zu meckern. Ich bin bestimmt das schlechteste Teammitglied.
    • B: Ist doch super, dass er für mich eine so positive Entwicklung voraussieht. Tolle Hinweise, damit kann ich viel anfangen.
    • C: Ich hör mir das an und denke mir meinen Teil. Wenn ich wollte, könnte ich ihm aus dem Stand zehn Dinge sagen, in denen er mies ist.

    5.: Ausgerechnet eine Auszubildende kennt sich in einer Software, die ihr beide nutzt, besser aus als du und weist dich auf neue Möglichkeiten hin.

    • A: Jetzt kenne ich mich also schon schlechter in meinem Beruf aus als Lehrlinge? Das ist ja ganz schön peinlich.
    • B: Das ist ja ein praktisches Tool – wie gut, dass ich das jetzt kenne. Das wird mir künftig den Arbeitsalltag enorm erleichtern.
    • C: Was bildet sich das Gör eigentlich ein? Ich habe schon mit Computern gearbeitet, da war sie noch gar nicht geboren!

    6.: Die Teamleiterin hält eine Schulung für deine Kollegen und dich. Dabei zeigt sie an deinem Beispiel, wie die Abläufe künftig verbessert werden können. Ist das okay für dich?

    • A: Das heißt ja wohl, dass die anderen alle viel besser organisiert sind als ich. Jetzt fühle ich mich ganz schön schlecht.
    • B: Kein Problem. Das heißt ja, sie hält mich für selbstbewusst und kritikfähig. Eigentlich ein richtiges Lob.
    • C: Wie kann sie nur? Mich vor allen dermaßen zu demütigen, ist echt unverschämt. Ich werde mich beschweren.

    7.: Als du neulich einen Fachbegriff falsch ausgesprochen hast, hat dein Chef dich verbessert. Keine große Sache, oder?

    • A: Eigentlich nur eine Kleinigkeit, aber trotzdem lag ich die halbe Nacht wach und habe darüber nachgedacht. Er hält mich bestimmt für dumm.
    • B: Nö, überhaupt keine große Sache. Jetzt weiß ich ja, wie man ihn richtig ausspricht, also ist alles gut.
    • C: Eigentlich nicht weiter erwähnenswert, wenn es nicht von ihm gekommen wäre. Der hält sich eh schon für den Größten!

    8.: Die Kritik deiner Vorgesetzten war absolut unberechtigt. In diesem Fall hattest du recht und sie hat sich geirrt.

    • A: Tatsächlich? Ich habe recht? O je, und nun? Wie soll ich da nur reagieren? Am besten, ich tue so, als wäre es mir nicht aufgefallen.
    • B: Wir sind doch alles Erwachsene. Bei Gelegenheit – wenn wir allein sind – werde ich ihren Irrtum beiläufig aufklären.
    • C: Endlich mal eine Gelegenheit, den Spieß umzudrehen und ihr den Fehler genüsslich unter die Nase zu reiben.

    Auflösung in Sachen Kritikfähigkeit:

    • Hauptsächlich A: Vermutlich bist du Typ „Hilfe, ich werde kritisiert!“.
    • Hauptsächlich B: Vermutlich bist du Typ „Aus Feedback kann man nur lernen.“
    • Hauptsächlich C: Vermutlich bist du Typ „Immer dieses blöde Gemecker!“.

    Umgang mit Kritik: Welche Typen gibt es?

    Wir unterscheiden in drei unterschiedliche Arten, mit Kritik umzugehen. Du weißt ja jetzt schon, zu welcher Gruppe du mit deinem Kritikfähigkeitstypvermutlich gehörst. Erkennst du dich in der dazugehörigen Beschreibung wieder?

    Kritikfähigkeitstyp 1: „Hilfe, ich werde kritisiert!“

    Du akzeptierst Kritik und bist auch bereit, an dir zu arbeiten. Aber setzt du dich wirklich mit dem Feedback, das du bekommst, auseinander? Wie eingangs gesagt: Kritik ist ein Angebot, über das du zwar nachdenken solltest, das du aber auch ablehnen kannst, wenn es dir nicht sinnvoll erscheint. Möglicherweise bist du zu schnell bereit, deinen Kritikern zuzustimmen. Etwas mehr Selbstvertrauen und Kritikkompetenz könnten dir nicht schaden. Dann würdest du auch nicht jedes Mal, wenn man dich auf einen kleinen Fehler aufmerksam macht, sofort an allem zweifeln – vor allem an dir und deinem Können. Nur Mut! Und mache dich nicht kleiner, als du bist.

    Kritikfähigkeitstyp 2: „Aus Feedback kann man nur lernen.“

    Du bist, was Kritik betrifft, ziemlich souverän, nimmst faires Feedback niemals persönlich und siehst vor allem die positive Seite daran – nämlich, dass du dich verbessern und weiterentwickeln kannst. Manchmal bringt dich eine konstruktive Kritik auch sofort zum Nachdenken und dir fallen eigene Verbesserungsmöglichkeiten ein. Du kannst fundierte Kritik von unbegründeter unterscheiden. Zudem hast du auch Talent darin, anderen ein sachliches Feedback zu geben. Weiter so!

    Kritikfähigkeitstyp 3: „Immer dieses blöde Gemecker!“

    Du neigst dazu, dich bei der kleinsten Kritik persönlich angegriffen und bevormundet zu fühlen. Dann machst du entweder dicht oder reagierst sogar gereizt. Beides führt nicht dazu, dass du dich verbessern oder weiterentwickeln könntest. Du solltest zunächst einmal an deinen kommunikativen Fähigkeiten arbeiten, deine Emotionen in den Griff bekommen und lernen, Konflikte auf vernünftige Weise auszutragen. Was dir helfen könnte: Versuche, dich in dein Gegenüber hineinzuversetzen. Vielleicht lässt du dich mit einem Coaching bei der Arbeit an deiner Kritikkompetenz unterstützen?

    So lernst du, besser mit Kritik umzugehen

    Ist ja alles schön und gut – Feedback ist wichtig, sonst gibt es keine Entwicklung und Verbesserung. Theoretisch hast du das begriffen. Aber praktisch kannst du deine Kritikfähigkeit leider nicht ändern: Kritik macht dich fertig. Geht dir nah. Lässt dich nachts nicht schlafen. Du nimmst sie dir jedes Mal zu Herzen.

    Was also tun? Wir haben hier drei praktische Tipps:

    • Tipp 1: Auf der Sachebene bleiben!
      Nein, es geht nicht um dich als Person. Auch nicht um deinen Charakter. Oder darum, dass dich keiner leiden kann. Das solltest du niemals vergessen.
    • Tipp 2: Zuhören, nachfragen, verstehen
      Konzentriere dich auf die Fakten. Worum geht es deinem Kritiker? Was meint er? Höre gut zu, frage im Zweifel nach und nimm dir Zeit, darüber nachzudenken.
    • Tipp 3: Bloß nicht rechtfertigen!
      Eine konstruktive Kritik zielt nicht darauf ab, dir eine Schuld in die Schuhe zu schieben. Das ist die falsche Perspektive. Dich zu rechtfertigen, ist genauso verkehrt. Denke vorwärts, nicht rückwärts!

    Was, wenn Kritik einfach nur gemein ist?

    Zugegeben: Nicht jeder Kollege oder Vorgesetzte ist sehr gut darin, ein faires Feedback zu geben. Was, wenn die Kritik unsachlich und gemein wird? Beleidigend? Oder sogar verletzend? Gehört es zur vielbeschworenen Kritikfähigkeit, das klaglos auszuhalten – auch wenn es dich herunterzieht?

    Nein, natürlich nicht. Du musst nicht jede unfaire Kritik einfach so annehmen. Ein Feedback, das sich nicht auf Fakten bezieht und aus dem du nichts lernen kannst, bringt niemandem etwas. Im Gegenteil, darunter leidet nur die Stimmung – und dein Selbstwertgefühl …

    Bleibe auf jeden Fall auf der Sachebene und lasse dich nicht auf eine Diskussion ein. Schon gar nicht solltest du in den Rechtfertigungsmodus wechseln. Und wenn die Gemeinheiten nicht aufhören, sprich mit Vorgesetzten oder dem Betriebsrat darüber.

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