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    Unternehmen & Personaler | 4 Min. Lesezeit

    Lean Production – Modewort oder echte Chance?

    Autorbild von karriere tutor® Verfasst durch karriere tutor®

    Lean Production
    Lean ist ein Begriff, den Sie immer öfter hören werden. Doch wofür steht das Wort, und bezeichnet "lean" wirklich einen neuen Trend? In unserem Blogbeitrag zeigen wir, was sich dahinter verbirgt, wen Lean Project Management allgemein und Lean Production im Speziellen weiterbringt und wo sich der Einsatz lohnt – vielleicht auch in Ihrem Unternehmen.

    Was sind Lean Project Management und Lean Production?

    Lean hat seinen Ursprung in der digitalen Transformation und bedeutet aus dem Englischen übersetzt "schlank". Demnach können auch die Begriffe Lean Production und Lean Project Management als schlanke Produktion und schlankes Projektmanagement verstanden werden. Sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, um mehr Effizienz bei optimalen Kosten zu erreichen, ist der Kern des Lean-Ansatzes. Dabei hat Lean viele Facetten: Für Unternehmen ist es die permanente und konsequente Änderung und Anpassung von Prinzipien, Maßnahmen und Methoden. Diese dienen der effizienten und effektiven Planung sowie der Gestaltung und Kontrolle der gesamten Wertschöpfungskette. Außerdem sehen viele Leute in Lean auch eine Art Philosophie oder eine Methode/Theorie wie auch ein Sammelsurium von Werkzeugen. Dabei tragen alle Veränderungen, die im Rahmen eines Lean-Prozesses angestoßen werden, in irgendeiner Weise zur Verbesserung bei. So können im Unternehmen sowohl die Kundenzufriedenheit gesteigert als auch Zeit eingespart werden. Alle Verbesserungen sollen dabei stets einen konkreten Wert liefern. Dabei ist es irrelevant, ob es sich um Einsparungen monetärer Natur handelt, oder ob aus einer Vereinfachung von Prozessen eine Zeitersparnis resultiert. Sämtliche Verbesserungen finden in der Industrie 4.0 statt. Doch gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen existieren viele Herausforderungen, wenn es um die Umsetzung des Lean-Gedankens geht. So zeigt eine Studie von BearingPoint mit 50 Unternehmen aus der produzierenden Industrie aus dem vergangenen Jahr, dass zwei Drittel der Teilnehmer aus dem Funktionsbereich der Produktion Potenzial darin sehen, ihre Geschäftsprozesse durch digitale Innovationen weiter zu verschlanken.

    Merkmale der Lean Production

    Im deutschsprachigen Raum hat sich auch der Begriff der ganzheitlichen Produktionssysteme durchgesetzt, wenn es darum geht, Verschwendungen im Produktionsbereich zu eliminieren. Dies geschieht, indem Schwankungen auf Seiten der Lieferanten und der Kunden, aber auch intern minimiert werden. Sämtliche überflüssige Vorgänge in der Produktion werden dabei weggelassen. Die Ziele der Lean Production liegen darin, die Produktivität im eigenen Unternehmen zu verbessern. Und welcher Unternehmer wünscht sich das nicht – bedeutet doch eine optimierte Produktivität auch einen gesteigerten Umsatz bzw. eingesparte Kosten. Und letztendlich einen Gewinn für ein Unternehmen. Um dieses Ziel zu erreichen, versteht man im Rahmen der Lean Production, dass ein Unternehmen es schafft, bei gleichem Output den Einsatz von einigen oder sämtlichen Produktionsfaktoren geringer zu halten. Dies kann geschehen, wenn überflüssige Lagerbestände abgebaut werden. Aber auch in anderen Bereichen kann der Rotstift angesetzt werden: Sind Kapazitäten nicht ausgelastet, so können auch Personal oder ganze Hierarchieebenen eingespart werden. Daneben hilft bei der Verschlankung der Produktion auch, die Durchlaufzeiten der verschiedenen Produkte zu verkürzen, beispielsweise durch das Just-in-time-Prinzip. Und auch in der Gestaltung der Arbeitszeiten der Mitarbeiter ist Spielraum – je flexibler sie beispielsweise bei Stoßzeiten in der Produktion eingesetzt werden, desto effektiver dient ihre Arbeitskraft dem Unternehmen, wenn sie tatsächlich benötigt wird.

    Konkret: die Methoden der Lean Production

    Viele Wege führen also zur Lean Production bzw. einem Lean Project Management und somit zum größeren Unternehmenserfolg. Weiterbildungen im Bereich Lean Management und Lehrgänge zu Lean Production vermitteln im Bereich Produktion dazu die zentralen Aufgaben und erklären die Methoden, die dabei angewendet werden können, genau. Diese sind beispielsweise:
    • 5S/6S: Die Idee, die der 5S-Methode zugrunde liegt, stammt aus dem Produktionssystem der Firma Toyota, die als Vorreiter der Lean Production gilt. Die fünf Maßnahmen, die der Verschwendung entgegenwirken, sind dabei sortieren, systematisieren, säubern, standardisieren und Selbstdisziplin. Sie alle helfen dabei, den Arbeitsplatz ordentlich und übersichtlich zu gestalten, um die Arbeitsprozesse zu optimieren. Die 6S-Methode wird dabei noch um den Punkt Sicherheit ergänzt.
    • Kanban: Mit der Kanban-Methode wird versucht, die Kosten, die in einer Wertschöpfungskette an den einzelnen Produktionsstufen entstehen, zu optimieren. Vereinfacht gesagt, werden bei diesem Materialsteuerungssystem Lagerbestände erst dann aufgefüllt, wenn sie einen Mindestwert unterschreiten. Dabei besteht das Ziel darin, die Lagerbestände und somit die Kapitalbindung zu reduzieren. Auch Kanban hat seinen Ursprung bei Toyota.
    • Kaizen/KVP: Kaizen beschreibt das Streben nach einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP). Dabei sollen die Qualität ständig gesteigert und gleichzeitig die Kosten gesenkt werden. Die Kaizen-Philosophie, die aus Japan stammt, besagt, dass der Erfolg durch die schrittweise Perfektionierung ensteht.
    • SMED: Das SMED-Verfahren (Single Minute Exchange of Die oder Werkzeugwechsel im einstelligen Minutenbereich) soll in der Fertigung die Zeit reduzieren, die eine Maschine oder Fertigungslinie benötigt, um einen Produktionswechsel zu vollziehen. Dazu soll der Fertigungsfluss so wenig wie möglich unterbrochen werden.
    • 5-W-Methode: Mittels aufeinanderfolgenden Warum-Fragen soll bei dieser Methode ein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang ermittelt werden. Dabei wird so lange nachgefragt, bis ein Fehler oder ein Problem identifiziert ist. Stufenweise wird so dem Sachverhalt auf den Grund gegangen. Prozesse werden damit gezielt verbessert und Ursachen effizient ermittelt. Die Frage nach dem Warum lohnt sich also.
    • FMEA: Die Fehlermöglichkeits- und -einflussanalyse hat zum Ziel, Fehler bei der Produktion zu vermeiden. Bereits bei der Produktentwicklung wird daher analysiert, worin mögliche Fehlerquellen bestehen und wie diese eliminiert werden können. Dies trägt dazu bei, in späteren Prozessen Kosten zu sparen.
    • Pareto: Das Pareto-Prinzip besagt, dass 80 Prozent der Ergebnisse mit 20 Prozent Aufwand erzielt werden können. Daher wird es eingesetzt, um Arbeiten zu identifizieren, die aufgeschoben oder weggelassen werden können, da sie nicht effizient sind. So soll der Zeiteinsatz optimiert werden, was wiederum zu Kosteneinsparungen führt.

    Nachteile der Lean Production

    Wenn auch die Vorteile der Lean Production zu überwiegen scheinen, so hat der Ansatz auch Nachteile. Wird der Personal- und Lagerbestand nämlich stetig minimiert, können bei unerwarteten Störungen oder Auftragserhöhungen Engpässe entstehen. Es gilt also nur auf ein gesundes Maß zu verschlanken. Auch der Umweltaspekt soll an dieser Stelle angesprochen werden. Denn wenn bei der Produktion darauf geachtet wird, dass die Lagermengen gering gehalten werden, dann müssen oft kleinere Stückzahlen an Gütern transportiert werden. Das führt zu einem erhöhten Emissionsausstoß durch die Zulieferung. Außerdem setzt die Lean Production dem Bereich Varianz deutliche Grenzen. So ist eine Produktvielfalt zugunsten der schlanken Produktion zu vermeiden, was nicht in jeder Branche förderlich ist. Schlanke Produktion bedeutet also im besten Fall, den Lean-Gedanken so umzusetzen, dass ein Optimum an Verschlankung hergestellt wird, ohne jedoch unreflektiert an allen Stellen zu reduzieren.

    Lean Production für Ihre Branche

    Auch wenn der Lean-Gedanke ursprünglich aus der Automobilindustrie stammt, bietet der Ansatz Chancen für alle Unternehmensarten. Bei richtiger Anwendung führen die Elemente von Lean Production und Lean Project Management dazu, Qualität zu steigern und Kosten zu senken. Es lohnt sich also, branchenunabhängig Verschwendung und Schwachstellen in den eigenen Geschäftsprozessen zu analysieren. So kann sicher auch Ihr Unternehmen von den schlanken Strategien profitieren.

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